Brustkrebsdiagnostik: Informationen & Brustkrebsdiagnostik-Spezialisten

14.04.2022

Das frühzeitige Erkennen von Brustkrebs ist essentiell für eine erfolgreiche Brustkrebs-Therapie. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser die Heilungschancen. Daher sollte jede Frau die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und auch bei jedem ertasteten Knoten den Frauenarzt aufsuchen. Nicht jeder Knoten ist jedoch auch bösartig. Die Brustkrebsdiagnostik hat daher nicht nur das Ziel, Geschwulste zu entdecken, sondern sie auch als gut- oder bösartig zu beurteilen.

Hier finden Sie Informationen zu den Verfahren Brustkrebsdiagnostik sowie ausgewählte Brustkrebsdiagnostik-Spezialisten und Zentren.

Empfohlene Brustkrebsdiagnostik-Spezialisten

Artikelübersicht

Ab welcher Tumorgröße lässt sich Brustkrebs diagnostizieren?

Für die Diagnose von Brustkrebs sind viele Faktoren von Bedeutung, wie

  • die Größe der Brust,
  • die Dichte des Drüsengewebes und
  • das Alter der Patientin.

Wann genau sich Brustkrebs diagnostizieren lässt, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Unerfahrene Menschen können einen Knoten je nach Größe der Brust meist ab zwei Zentimetern Größe ertasten. Ein erfahrener Frauenarzt ertastet auch Knoten mit einer Größe von ein bis 1,5 Zentimetern.

Eine frühere Erkennung ist mit Hilfe von bildgebenden Verfahren möglich. Mittels Mammographie lassen sich Verkalkungen in der Brust nachweisen. Verkalkungen finden sich häufig bei einem so genannten in-situ-Karzinom. Dadurch können Knoten noch vor ihrer Entstehung entdeckt werden.

Unter optimalen Bedingungen können Mediziner mithilfe von Ultraschall und Kernspintomographie (MRT) Tumoren ab fünf bis zehn Millimeter Größe erkennen.

Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die Verfahren, die in der Brustkrebsdiagnostik zur Anwendung kommen.

Anamnese und körperliche Untersuchung durch den Frauenarzt

Der Frauenarzt ist Ihr erster Ansprechpartner, wenn es um den Verdacht von Brustkrebs geht. Zu Beginn der Diagnose steht immer die Anamnese. In einem ausführlichen Gespräch wird Ihr Gynäkologe Sie nach möglichen

  • Beschwerden,
  • Vorerkrankungen und
  • der Krankengeschichte im familiären Umfeld

befragen.

Im Rahmen der anschließenden körperlichen Untersuchung tastet er die Brust ab. Er überprüft dabei mögliche Knoten sowie deren Lage und Größe. Auch die Achselhöhlen tastet der Arzt ab, um vergrößerte Lymphknoten zu erkennen.

Für die Feststellung von Brustkrebs mittels Tastuntersuchung ist vor allem die Größe der Brust entscheidend. Auch die Lage des Knotens spielt eine wichtige Rolle. Je tiefer der Knoten liegt, umso später wird er erkannt und umso größer ist er bei der Diagnose. Oberflächliche Knoten sind in der Regel früher fühlbar.

Tastuntersuchungen können Sie auch selbst durchführen. Beim Gynäkologen erfolgt dies bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.

Bei vielen Frauen ist das Drüsengewebe von Natur aus eher knotig. Dadurch sind tumoröse Veränderungen leider schwerer schwerer ertastbar. Die Tastuntersuchung bietet außerdem nur einen Anhaltspunkt für eine Gewebeveränderung. Sie gibt keinen Aufschluss über Gut- oder Bösartigkeit.

Bildgebende Verfahren zur Diagnose von Brustkrebs

In der Früherkennung und zur ausführlichen Diagnose von Brustkrebs sind bildgebende Verfahren unerlässlich. Typische Verfahren sind:

  • Mammographie (Röntgenuntersuchung)
  • Mammasonographie (Ultraschalluntersuchung)
  • Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie)

Mammographie und Mammasonographie sind die klassischen Standardverfahren in der Brustkrebsdiagnostik. Die Kernspintomographie kommt zum Einsatz, wenn die Standarduntersuchungen nicht alle Fragen zur Diagnosestellung beantwortet haben.

Die Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung. Das Verfahren liefert Bilder der Brust in verschiedenen Ebenen. Standardeinstellungen einer Mammographie sind

  • die Ansicht von oben nach unten,
  • von der Mitte nach außen sowie
  • von schräg vorn mittig nach hinten außen.

Bei Notwendigkeit werden auch Spezialaufnahmen (z. B. der Achselhöhle, des Dekolletés) zur besseren Darstellung bestimmter Areale angefertigt.

Mammographie
Durchführung einer Mammographie © RFBSIP | AdobeStock

Die Mammasonographie

Die Röntgenuntersuchung wird durch Ultraschalluntersuchungen der Brust ergänzt. Die Mammasonographie kann eine Mammographie jedoch nicht ersetzen.

Sinnvoll ist sie vor allem dort, wo die Mammographie an ihre Grenzen stößt: bei sehr dichtem Brustgewebe. Auch wenn eine Mammographie bereits gute Aussagekraft besitzt, kann die Mammasonographie die Diagnose noch besser sichern.

Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung sind stark von

  • der Qualität des Geräts und
  • der Erfahrung des untersuchenden Arztes

abhängig. Deshalb sollte ein erfahrener Spezialist die Mammographie und die Mammasonographie durchführen.

Die Kernspintomographie

Sind die Ergebnisse der Mammographie und der Mammasonographie nicht aussagekräftig, wird zusätzlich eine Kernspintomographie (MRT) durchgeführt. Deren Ergebnisse sind sehr genau. Sie helfen bei der Beurteilung, ob das Karzinom auch an anderen Stellen in der Brust auftritt oder bereits gestreut hat.

Biopsie und feingewebliche Untersuchung der Brust

Nach Durchführung der bildgebenden Verfahren muss abgeklärt werden, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt. Hier kommt eine feingewebliche Untersuchung ins Spiel.

Dafür wird die so genannte Stanzbiopsie durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff.

Der operative Zugang zu Tumoren ist damit besser planbar, da der Arzt sich dank des Ergebnisses der Stanzbiopsie ein Bild machen kann. Dadurch können die Sicherheitsabstände um den Tumor exakt eingehalten werden, zudem zeigen sich auch aus kosmetischer Sicht bessere Ergebnisse.

Häufige Fragen zur Biopsie:

Ist durch die Biopsie ein Streuen von Krebszellen im Körper möglich?
Zwar lässt sich ein Streuen von Krebszellen nie gänzlich ausschließen, jedoch ist die Gefahr sehr gering. In Studien zeigte sich, dass die Krebszellen an einem anderen Ort eher zugrunde gehen als anzuwachsen.

Ist die Biopsie mit Schmerzen verbunden?
Der Moment, wenn die Nadel in die Haut gestochen wird, ist etwas unangenehm. Aus diesem Grund erfolgt eine örtliche Betäubung und Schmerzen sind kaum zu spüren.

Kommt es nach der Untersuchung zu einem veränderten Aussehen der Brust?
Biopsien mit feinen Nadeln hinterlassen in der Regel keine sichtbaren Narben. Da bei der Stanzbiopsie jedoch dickere Nadeln zum Einsatz kommen, sind kleinere Vernarbungen nicht vollständig ausschließen.

Weitere Untersuchungen in der Brustkrebsdiagnostik

Für die Brustkrebsdiagnostik stehen noch weitere Verfahren zur Verfügung.

Die Galaktographie

Bei unklaren Mammographie- und Mammasonographiebefunden kann eine Galaktographie hilfreich sein. Dabei werden die Milchgänge mit Hilfe eines vorher gespritzten Kontrastmittels im Röntgenbild dargestellt.

So lassen sich mögliche Veränderungen in den Milchgängen besser erkennen.

Die Thermographie

Auch die Thermographie der Brust kann als Untersuchungsverfahren in der Brustkrebsdiagnostik eine Rolle spielen. Dabei misst der Arzt mit Hilfe von Infrarotanalytik die Wärmeabstrahlung des Gewebes.

Tumoröses Gewebe ist stärker durchblutet und entwickelt somit mehr Wärme. In einer Thermographie sollte diese Wärmeabstrahlung gut erkennbar sein.

Jedoch können auch gutartige Gewebeveränderungen Wärme entwickeln. Daher kann die Thermographie keine eindeutigen Ergebnisse in Bezug auf Gut- oder Bösartigkeit eines Knotens liefern. Sie wird deshalb auch nicht von der Krankenkasse übernommen.

Laboruntersuchungen

Für die Laboruntersuchung wird Ihnen Blut abgenommen und auf bestimmte Eigenschaften untersucht. Anhand dieser Eigenschaften zeigt sich, wie Leber und Niere sowie andere Organsysteme funktionieren.

Sicherung der Brustkrebsdiagnose

Bei Brustkrebs ist eine Absicherung der Diagnose für die weitere Behandlung unerlässlich. Dafür erfolgt ein Abgleich zwischen Diagnostiker und Pathologen. Sie überprüfen die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren und feingewebliche Untersuchungen.

In der Praxis bedeutet das folgendes: Bei Vermutung eines bösartigen Befundes in der Mammographie und einem unauffälligen Befund der Stanzbiopsie muss eine Qualitätskontrolle der Biopsie durchgeführt werden.

Pathologe und durchführender Arzt bei der Stanzbiopsie prüfen zusammen die Untersuchungsergebnisse auf Plausibilität. Sind die Ergebnisse deckungsgleich, kann von einer sicheren Diagnose ausgegangen werden. Im Anschluss können so entsprechende Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Brustkrebsdiagnostik ist mit einem enormen organisatorischen und auch logistischen Aufwand verbunden. Daher werden Diagnosen in der Regel an zertifizierten Brustzentren durchgeführt. Auch die Behandlung erfolgt an spezialisierten Brustkrebszentren.

Mammogramm
Viel Erfahrung ist wichtig für die sichere Beurteilung der Diagnostik-Resultate © okrasiuk | AdobeStock

Fazit: Die Ziele der Brustkrebsdiagnostik

Brustkrebs entsteht über einen Zeitraum von etwa fünf bis zehn Jahren. Erst dann erreicht der Knoten eine tastbare Größe. Allerdings gibt es auch Krebsarten, die schneller oder langsamer wachsen.

Krebsarten, die eine hohe Ähnlichkeit mit den Brustzellen aufweisen, wachsen deutlich langsamer als Krebsarten, die kaum Ähnlichkeiten zu den Brustzellen haben. Doch auch schnell wachsende Brustkrebsarten benötigen mitunter mehrere Jahre, bis sie nachweisbar sind.

Deshalb verfolgt die Brustkrebsdiagnostik folgende Ziele:

  • frühzeitiges Erkennen von bislang nicht erkannten Brustkrebszellen
  • ambulante Diagnosesicherung
  • Durchführung von allen Diagnoseschritten, bestenfalls in einem Termin
  • Verbesserung der Qualität der Behandlung und Zufriedenheit der Patienten sowie gleichzeitige Verbesserung der Lebensqualität
  • Senkung des Sterblichkeitsrisikos und Verbesserung der Genesungsrate

Zudem trägt eine eingehende und qualitativ hochwertige Brustkrebsdiagnostik dazu bei, dass Frauen besser zu Fragen der Brustgesundheit und zu Brusterkrankungen aufgeklärt werden.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Ratgeber-Seiten des Brustzentrums der Universitäts-Frauenklinik Tübingen.

Quellen

  • https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/diagnostik.php
  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/diagnose.html
  • http://www.brustkrebs-studien.de/ratgeberbrustkrebs.php
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