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Erektile Dysfunktion: Von der Tablette bis zur Penisprothese

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Melanie Al Tikriti, BSc ·

Wenn der Penis beim Sex nicht ausreichend steif wird oder die Erektion nicht lange genug anhält, sprechen Ärzte von einer erektilen Dysfunktion. Das Problem ist recht häufig und betrifft Männer in jedem Alter. Hinter einer Erektionsstörung können körperliche Erkrankungen, Medikamente oder psychische Belastungen stecken. Deshalb lohnt es sich, die Ursache genauer abklären zu lassen.

Erektile Dysfunktion: Von der Tablette bis zur Penisprothese

Bild KI generiert

Millionen Männer sind betroffen

Erektile Dysfunktion ist keine seltene Alterserscheinung. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa 4 bis 6 Millionen Männer betroffen. Häufig tritt sie mit zunehmendem Alter auf, aber auch jüngere Männer können darunter leiden. Von einer Erkrankung spricht man, wenn Schwierigkeiten über längere Zeit bestehen und den Betroffenen belasten. Ein einzelner schlechter Tag ist dagegen noch kein Grund zur Sorge. Stress, Alkohol, Müdigkeit oder Partnerschaftsprobleme können vorübergehend dazu führen, dass eine Erektion nicht funktioniert.

Körperliche oder seelische Ursache?

Damit eine Erektion entsteht, müssen mehrere Vorgänge zusammenspielen. Das Gehirn, Nerven und Blutgefäße müssen richtig arbeiten. Außerdem muss ausreichend Blut in den Penis fließen und dort gehalten werden. Häufig steckt deshalb eine körperliche Ursache dahinter.

Dazu gehören beispielsweise:

Psychische Faktoren können auch eine Rolle spielen. Leistungsdruck, Angst vor dem Versagen, Stress oder Konflikte in der Partnerschaft können eine Erektion erschweren.

Erektionsstörung als Warnsignal für das Herz

Die Blutgefäße im Penis sind klein und reagieren teilweise früher auf Veränderungen als größere Gefäße. Deshalb kann eine neu auftretende erektile Dysfunktion ein Hinweis auf Gefäßprobleme sein. Besonders wenn zusätzlich Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht oder erhöhte Cholesterinwerte vorliegen, sollte die Ursache ärztlich untersucht werden.

Medikamente können helfen

Bei vielen Männern sind Medikamente die erste Behandlungsmöglichkeit. Häufig eingesetzt werden sogenannte PDE-5-Hemmer. Dazu gehören Wirkstoffe wie Sildenafil oder Tadalafil, die dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße im Penis besser entspannen, und bei sexueller Erregung mehr Blut in den Penis gelangt. Die Medikamente lösen nicht einfach automatisch eine Erektion aus – sexuelle Stimulation ist weiterhin notwendig.

Welcher Wirkstoff und welche Dosierung geeignet sind, hängt von der persönlichen Situation ab. Wichtig ist außerdem, andere Medikamente anzugeben, denn bestimmte Kombinationen, insbesondere mit Nitraten gegen Angina pectoris, können gefährlich sein. Lebensstiländerungen können die Behandlung ebenfalls unterstützen. Mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Gewichtsabnahme bei Übergewicht sowie weniger Alkohol und ein Rauchstopp können sich positiv auswirken.

Wenn Tabletten nicht mehr wirken

Nicht jeder Mann spricht ausreichend auf Tabletten an. Manchmal wirken sie nicht gut genug, manchmal können sie wegen anderer Erkrankungen nicht eingenommen werden. Dann gibt es weitere Möglichkeiten. Eine davon ist eine Injektion direkt in den Schwellkörper. Der Wirkstoff erweitert die Blutgefäße und kann dadurch eine Erektion auslösen. Eine andere Möglichkeit ist eine Vakuumpumpe. Dabei wird durch Unterdruck Blut in den Penis gezogen. Ein Ring an der Peniswurzel hilft anschließend dabei, die Erektion zu halten.

Penisprothese als dauerhafte Lösung

Wenn andere Behandlungen nicht ausreichend helfen, kann eine Penisprothese infrage kommen. Dabei wird in einer Operation ein Implantat in den Penis eingesetzt. Es gibt unterschiedliche Systeme, wobei aufblasbare Prothesen besonders häufig eingesetzt werden. Bei einem aufblasbaren System befinden sich zwei Zylinder im Penis. Eine kleine Pumpe wird im Hodensack platziert. Durch Betätigen der Pumpe kann eine Erektion erzeugt werden. Nach dem Geschlechtsverkehr wird das System wieder entleert.

Eine Penisprothese kommt erst dann infrage, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht erfolgreich waren oder nicht eingesetzt werden können. Die Entscheidung sollte deshalb ausführlich mit einem erfahrenen Spezialisten besprochen werden.

Fazit – Ursachen gezielt behandeln

Erektile Dysfunktion kann verschiedene Ursachen haben und ist in vielen Fällen gut behandelbar. Entscheidend ist nicht nur, die Erektion zu verbessern, sondern auch mögliche Erkrankungen oder Risikofaktoren dahinter zu erkennen. Von Medikamenten über Hilfsmittel bis zur Penisprothese stehen heute mehrere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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Über den Fachautor

Melanie Al Tikriti, BSc

Redakteurin

Autorin für Gesundheitstexte und Patientenedukation

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