Psychosomatische Erkrankungen - Arzt finden und Informationen

08.05.2024
Mag. Susanne Schmieder
Medizinische Fachautorin

Psychosomatik bedeutet, dass Körper und Seele eine Einheit bilden. Körperliche Beschwerden haben eine Auswirkung auf das seelische Befinden und umgekehrt. Bei psychosomatischen Erkrankungen liegt zumindest ein Teil der Ursachen im seelischen Bereich. Auslöser können zum Beispiel Stress, Ängste oder traumatische Erlebnisse sein. Die Beschwerden bei psychosomatischen Erkrankungen sind sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen, dass Mediziner keine körperliche Ursache gefunden haben, die die Symptome erklärt.

Hier finden Sie weitere Informationen sowie einen ausgewählten Arzt für psychosomatische Erkrankungen.

Empfohlene Ärzte für psychosomatische Erkrankungen

Artikelübersicht

Symptome von psychosomatischen Erkrankungen

Durch seelische Probleme können unterschiedlichste Krankheitsbilder entstehen. Dementsprechend vielfältig sind die Symptome.

Weit verbreitet sind zum Beispiel:

Mediziner gehen von einer psychosomatischen Erkrankung aus, wenn sie trotz sorgfältiger Diagnostik keine körperliche Ursache gefunden haben.

Wie häufig kommen psychosomatische Erkrankungen vor?

Dass seelische Belastungen zu körperlichen Problemen führen, kennt fast jeder: Stress „schlägt auf den Magen“, Angst „sitzt uns im Nacken“ oder „geht an die Nieren“. 

Diese Redewendungen kann man manchmal durchaus wörtlich nehmen: Stress und andere Belastungen können zu Magenschmerzen, Nackenverspannungen oder anderen Symptomen führen. 

80 Prozent der Deutschen machen im Laufe ihres Lebens Erfahrungen mit körperlichen Problemen, die von der Psyche kommen.

In vielen Fällen gehen die Beschwerden von selbst wieder vorbei. Patienten schenken ihnen kaum Beachtung. Bei einigen Menschen bleiben die Beschwerden jedoch über lange Zeit bestehen

Sie werden chronisch, nehmen mehr Raum im Leben ein, ohne dass der Zusammenhang zur seelischen Ursache erkennbar ist. Dann spricht man von einer psychosomatischen Erkrankung oder auch von einer somatoformen Störung.

Es gibt weitere Krankheiten, die nicht alleine durch seelische Belastungen entstehen. Sie begünstigen und verschlimmern sie aber. 

Dazu gehören zum Beispiel:

Die moderne Medizin geht davon aus, dass sehr viele organische Erkrankungen auch einen seelischen Anteil haben.

Mädchen mit MagenschmerzenAuch Kinder leiden häufig unter einer psychosomatische Störung @ HENADZY /AdobeStock

Die Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen

Die Ursachen von psychosomatischen Krankheiten sind vielfältig

Möglich sind zum Beispiel:

  • Stress
  • Angst und Sorgen
  • Trauer
  • ungelöste Konflikte
  • traumatische Erlebnisse
  • schwierige Lebensumstände
  • Depressionen

Diese Belastungen führen zu unterschiedlichen körperlichen Reaktionen: 

  • Muskeln verkrampfen sich
  • Stresshormone behindern die ausreichende Versorgung und Entspannung des Körpers
  • der Schlaf ist gestört
  • der Stoffwechsel ändert sich
  • Organe werden nicht ausreichend versorgt

Hält dieser Zustand länger an, dann können körperliche Schmerzen und andere Symptome entstehen. Diese können sich im schlimmsten Fall „verselbstständigen“. 

Die Beschwerden führen meist zu größeren Belastungen, die wiederum die Symptome verschlimmern. Ein Teufelskreis entsteht.

Diagnose von psychosomatischen Erkrankungen

Bei körperlichen Symptomen suchen Mediziner meist erst einmal nach einem körperlichen Auslöser. Lässt sich dieser nicht finden, besteht grundsätzlich der Verdacht auf eine psychische Ursache. 

Im nächsten Schritt erfolgt eine psychische Diagnostik, um diesen Verdacht zu bestätigen. Hierbei untersuchen Ärzte vor allem die Lebensumstände und Belastungen des Patienten.

Psychosomatische Beschwerden sind keine Einbildung!

Wichtig für das Verständnis von psychosomatischen Erkrankungen ist: Die Beschwerden sind nicht „eingebildet“, sondern tatsächlich vorhanden und mitunter sehr belastend. 

Dass keine körperlichen Ursachen bestehen, verunsichert die Betroffenen oftmals noch stärker. Ungeschickte Aussagen wie „Ihnen fehlt nichts“ wecken bei den Patienten das Gefühl, mit ihrer Wahrnehmung stimme etwas nicht. 

Schließlich spüren sie die körperlichen Beschwerden deutlich und fühlen sich alleingelassen. 

Dass Stress, Sorgen, Ängste und andere seelische Belastungen Ursache der Probleme sind, können sich sehr viele Patienten nicht vorstellen. Und auch in den Gesundheitsberufen liegt das Augenmerk oftmals noch nicht stark genug auf der Möglichkeit einer psychosomatischen Erkrankung. 

Viele Ärzte beschränken sich nach wie vor auf die körperliche Untersuchung. Und das, obwohl die moderne Medizin längst weiß, dass psychosomatische Beschwerden häufig vorkommen. 

Häufig suchen Patienten viele Ärzte auf oder wenden sich alternativen Heilmethoden zu, um jemanden zu finden, der ihnen hilft. Das dauert oft jahrelang, bis die richtige Diagnose gestellt und die passende Behandlung beginnen kann.

Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen

Da die Ursache für die Erkrankung im seelischen Bereich liegt, muss hier auch die Therapie ansetzen. Daher kommt für die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen vor allem die Psychotherapie in Betracht. 

Diese arbeitet mit unterschiedlichsten Methoden. Im Mittelpunkt steht meist das psychotherapeutische Gespräch, das dazu dient, die Belastungen des Patienten zu erkennen und zu vermindern. 

Psychotherapie bei somatischer ErkrankungViele körperliche Erkrankungen benötigen eine psychotherapeutische Mitbehandlung @ Pormezz /AdobeStock

Gemeinsam mit dem Betroffenen erarbeitet der Therapeut Lösungen, wie der Patient die Belastungssituationen reduzieren oder besser verarbeiten kann.

Entspannungstechniken, Ergotherapie, Sozialtherapie sowie Bewegungs- und Körpertherapie kommen ergänzend zum Einsatz kommen. 

Gleichzeitig kann es hilfreich sein, die körperlichen Symptome durch Medikamente, manuelle Therapie oder andere Maßnahmen zu verbessern. 

In einigen Fällen kommrn Medikamente (Psychopharmaka) zum Einsatz, um die seelische Verfassung des Patienten zu verbessern. Auch, um eine Behandlung erst möglich zu machen.

Quellen

  • Möller et al. (2015): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme-Verlag.
  • Schneider, F. & Weber, S. (2009): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie ...in 5 Tagen. Springer-Verlag.
  • Esch, T. (2017): Die Neurobiologie des Glücks: Wie die Positive Psychologie die Medizin verändert. Thieme-Verlag.
  • Lautenbacher, S. & Gauggel, S. (2010): Neuropsychologie psychischer Störungen. Springer-Verlag.
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