Endobarrier - Spezialisten für Adipositas/Bariatrie

Ein spezieller Schlauch, der im Darm implantiert wird, ermöglicht eine gute Alternative zu den viel aufwändigeren Adipositas-Operationen (Bariatrie). Ebenso beeinflusst diese Endobarrier die Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) in ihrem Verlauf äußerst günstig. Denn übergewichtige Patienten zeigen häufig die typischen Symptome von Diabetes mellitus Typ II. Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zur Endobarrier-Therapie sowie Spezialisten für die Implantation einer Endobarrier im Rahmen der Adipositaschirurgie/Bariatrie.

Empfohlene Endobarrier-Spezialisten

Artikelübersicht

Endobarrier - Weitere Informationen

Wann ist eine Endobarrier-Therapie anzuraten?

An starker Gewichtszunahme beziehungsweise an Übergewicht leidenden Menschen bleibt gegebenenfalls eine invasive Adipositas-Operation (Bariatrie) erspart. Diese gute Nachricht trifft gleichzeitig auf Diabetiker zu.

Im Sommer 2012 wurde eine Endobarrier-Methode erstmalig bei einem adipösen Patienten angewandt.

Was umfasst ein den Patienten schonendes Endobarrier-Verfahren?

Eine Endobarrier ist eine schlauchartige Auskleidung, welche in den oberen Bereich Ihres Darmes eingeführt wird. Dort findet eine entsprechende Fixierung statt. Hierdurch ist eine wirkungsvolle Barriere zwischen der aufgenommenen Nahrung und der Dünndarmwand errichtet.

Das künstliche Hindernis verhindert effektiv die Nährstoffaufnahme durch die Darmzotten auf einer Längendimension von gut einem halben Meter. Daraufhin schüttet der Körper noch spezifische Hormone aus, die einen optimalen Einfluss auf den Stoffwechsel ausüben. So erreichen die behandelnden Fachärzte für Adipositaschirurgie/Bariatrie eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von circa 20 Prozent.

Echt minimalinvasiv: Die spezielle Membran im Zwölffingerdarm

Eine Endobarrier-Implantation nehmen die Fachärzte für Adipositas/Bariatrie beispielsweise innerhalb einer einfachen Magenspiegelung mit kurzer Narkose vor.

Mittels einer extra angefertigten, künstlichen Haut lässt sich der Transport der Nahrung im Zwölffingerdarm zielgerichtet steuern. Zum einen erfolgt hiermit eine effiziente Hemmung gerade solcher Hormonfreisetzungen, die negativ die Herausbildung von Fettleibigkeit und Diabetes fördern. Andererseits kommt es zum Ausschütten von solchen Hormonen, die als eine Art positiver Gegenspieler ausgleichend auf den gesamten Fettstoffwechsel einwirken.

Die unbestreitbaren Vorzüge der Endobarrier-Therapie sind nicht zu unterschätzen:

  • ein kurzer, minimalinvasiver Eingriff
  • ein geringes Risiko
  • eine hohe Effektivität mit einer Gewichtsreduktion bis zu 20 Prozent
  • gegebenenfalls eine deutliche Regulation des Blutzuckers bei Diabetes Typ II

Auf welchem Behandlungsweg wird die wenig invasive EndoBarrier eingepflanzt?

Die dünne Membran gelangt über ein kleines Röhrchen vom Mund her in das betreffende Areal des Zwölffingerdarms. Etwaige operative Schnitte sind nicht erforderlich. Der Facharzt für Adipositaschirurgie/Bariatrie nutzt hierzu eine verstellbare Endoskopie-Kamera sowie eine medizintechnische Röntgensonde zum exakten Positionieren der EndoBarrier. Diese technologisch smarte Methode ist letztlich ein simpler, allerdings effektvoller endoskopischer Eingriff.

Ist die spezifische Implantation über den Magen schmerzhaft?

Vor Durchführung der Therapie erhalten Sie eine Vollnarkose, sodass Sie nichts von dem Platzieren der Endobarrier im Darmbereich mitbekommen. Ein etwaiges kurzes Unwohlsein unmittelbar nach der Mini-OP geht schnell vorbei.

Was müssen Behandelte nach dem Platzieren einer Endobarrier beachten?

Wichtig ist, nach Implantieren der Endobarrier auf Ihre Essensgewohnheiten, auf Ihre Alltagsaktivitäten und die Einnahme von gewissen Medikamenten zu achten. Gegebenenfalls sind diese regelmäßigen Routinen anzupassen. Für Diabetes mellitus Typ II Patienten gelten zusätzliche Sonderregelungen. Generell ist für Schwangere eine Endobarrier-Therapie ausgeschlossen.

Schränkt die EndoBarrier Ihre alltäglichen Handlungen ein?

Normalerweise können Sie bald Ihre Aktivitäten im täglichen Leben nach der Implantation der Endobarrier fortsetzen. Unmittelbar nach dem Einsetzen des Implantats ist es nicht empfehlenswert, Auto zu fahren oder körperlich schwerere Tätigkeiten zu verrichten. Fragen Sie zu diesen Themen Ihren Facharzt für Innere Medizin, einen Darmspezialisten oder einen Ernährungsberater.

Welchen Einfluss hat die Membran in Ihrem Darm auf die Essensgewohnheiten?

Es gibt einige Auswirkungen auf die Auswahl der Lebensmittel und auf die entsprechenden Portionierungen. Sie sind aber nicht daran gehindert, eine vielfältige und gesunde Schonkost zu genießen. Der Genuss von Alkohol ist auf ein geringes Maß zu begrenzen.

Anders als zuvor stellt sich nach dem Essen ein viel schnelleres Sättigungsgefühl ein, welches ebenfalls länger anhält.

Ist es ratsam, mit der Endobarrier Sport zu treiben?

Es ist dringend zu empfehlen, sich mit diesem Darmimplantat sportlich zu betätigen und hierdurch seinen Körper fit zu halten. Gerade dieses Vorgehen gewährleistet für Sie einen gesunden Lebensstil sowie die nötige Kontrolle Ihres Körpergewichts. Bitten Sie gegebenenfalls einen Sportarzt um nähere Auskünfte.

Welche spezifischen Medikamente sind zu meiden?

Als wesentliche No-Gos sind die folgenden Arzneigruppen von der regelmäßigen Einnahme auszuschließen:

  • NSAIDs: entzündungshemmende Arzneien wie Ibuprofen, Aspirin oder Naproxen
  • sämtliche Blutgerinnungshemmer wie Warfarin und Heparin

Ihr behandelnder Arzt wird Ihnen bei Bedarf alternative Medikamente mit weniger störenden Wirkstoffen verschreiben.

Was für besondere Regeln zur Medikamentendosierung gelten für Diabetes mellitus Typ II?

Die Behandlung mit der EndoBarrier wird Ihre Insulin Werte und somit Ihren Blutzuckerspiegel signifikant verbessern. Es ist hierbei als Diabetiker wichtig, nach dem Setzen der Endobarrier Ihren Facharzt zu konsultieren.

Falls Sie ergänzende Ingredienzen wie Insulin einnehmen, ist deren Dosierung zu reduzieren - zum Vermeiden einer Hypoglykämie (gefährliche Unterzuckerung).

Welche Komplikationen treten mitunter nach dem Einpflanzen der Endobarrier auf?

Die häufigsten Nebenwirkungen nach der Implantation sind:

Wie sind die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung? - Ein Fazit

Die hochgradige Erfolgsrate für das Endobarrier-Verfahren ist wissenschaftlich hinreichend nachgewiesen. Die Kosten werden aber durch die gängigen Gesundheitskassen im Regelfall nicht übernommen und betragen üblicherweise bis zu 6100 Euro. Für das nach einem Jahr fällige Entfernen der Membran fallen nochmals 1600 Euro an.

Es stellen sich oft die folgenden erfreulichen Ergebnisse bei den versorgten Patienten ein:

  • Eine merkliche Gewichtsabnahme beginnt bereits zwei Wochen nach der Implantation.
  • Die Konzentration des Blutzuckers normalisiert sich bei Diabetes mellitus Typ II in den Folgemonaten.
  • Durch die Optimierung der HbA1c-Spiegel (nachgewiesen im einschlägigen Diabetes-Bluttest) wird mittelbar eine klinisch bedeutsame Gewichtsreduktion herbeigeführt.

Quellen

https://idw-online.de/de/news450537
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0034-1371031
https://www.miller-surgery.com/info-deutsch/adipositas-chirurgische-m%C3%B6glichkeiten/endobarrier/
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