Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris): Symptome und Behandlung beim Golferarm 

20.01.2026
Dr. Claus  Puhlmann
Medizinischer Fachautor

Der Golferellenbogen (auch als Golferarm oder Epicondylitis bezeichnet) ist eine häufige, schmerzhafte Erkrankung im Bereich des Ellenbogens. Dabei kommt es zu einer Reizung oder Entzündung der Sehne und der Sehnenansätze an der Innenseite des Ellenbogens, genauer am inneren Knochenvorsprung des Humerus (Oberarm).

Typisch sind Schmerzen am Ellenbogen, zunehmende Beschwerden bei Belastung des Unterarms sowie Einschränkungen im Handgelenk. Obwohl der Name auf den Sport Golf verweist, tritt der Golferellenbogen ebenso bei einseitig belastenden beruflichen Tätigkeiten auf und wird häufig mit dem Tennisarm bzw. Tennisellenbogen verwechselt. 

In der medizinischen Fachliteratur wird der Golfer-Ellenbogen als Sonderform der medical epicondylitis of the ellbow beschrieben und gehört zur Gruppe der Überlastungserkrankungen.

ICD-Codes für diese Krankheit: M77.1

Kurzübersicht:

Beim Golferellenbogen handelt es sich um eine Überlastungserkrankung der Beugesehnen am inneren Ellenbogen. Wiederholte Greif- und Drehbewegungen führen zu mikroskopisch kleinen Schäden im Gewebe der Sehnen. Diese lösen eine schmerzhafte Entzündungsreaktion aus. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und betreffen v.a. die Kraft und Beweglichkeit des Arms.

Im Unterschied zum Tennisellenbogen liegt die Reizung nicht an der Außenseite des Ellenbogens, sondern an der Innenseite. Die Behandlung erfolgt überwiegend konservativ und kombiniert Schonung, gezielte Therapie, Physiotherapie und physikalische Anwendungen wie Stoßwellentherapie. Die Prognose ist bei früher Behandlung gut.

Artikelübersicht

Definition des Golfer-Ellenbogen

Der Golferellenbogen ist eine Überlastungserkrankung des Ellenbogens, die medizinisch auch als Epicondylitis Humeri bzw. Epicondylitis Humeri Ulnaris oder Epicondylitis humeri Medialis bezeichnet wird. International ist auch der Begriff Medical Epicondylitis gebräuchlich.

Betroffen ist der Sehnenansatz der Beugemuskulatur am inneren Epicondylus des Humerus im Bereich des Ellenbogens. Diese Muskeln steuern die Bewegungen des Unterarms und des Handgelenks. Wiederholte Belastungen führen zu kleinen Verletzungen im Übergangsbereich zwischen Knochen und Sehne. Die Regeneration wird durch eine verminderte Durchblutung verzögert, was den Heilungsprozess verlängert.

Der Oberarm bildet gemeinsam mit Elle und Speiche den knöchernen Rahmen des Gelenks. Neben der lokalen Reizung spielen auch Qualität der Sehnenstruktur und Belastbarkeit der Sehnenansätze ein Rolle.

Abzugrenzen ist der Golferarm vom Tennisarm bzw. Tennisellenbogen (med. Epicondylitis humeri radialis), der die Streckmuskulatur an der Außenseite betrifft. 

Ursachen und Risikofaktoren der Erkrankung

Die Entstehung des Golferellenbogens ist meist auf wiederholte und übermäßige Belastung der Beugemuskulatur zurückzuführen. Besonders gefährdet sind Personen, die den Arm dauerhaft einseitig beanspruchen und häufige Greif-, Dreh- und beugende Bewegungen ausführen.

Typische Auslöser sind:

  • Schlag- und Wurfsportarten wie Tennis, Golf, Baseball
  • Krafttraining
  • handwerkliche Tätigkeiten (Fliesenleger, 
  • Arbeit mit Computermaus oder Werkzeugen

Durch eine dauerhafte Überlastung kommt es an der Innenseite des Ellenbogens zu strukturellen Veränderungen am Ansatz der Sehne. Diese betreffen v.a. die Unterarmmuskulatur und einzelne Muskeln. Die Folge ist eine lokale Entzündung, die sich zu einer Epicondylitis entwickelt.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • schwache oder verkürzte Muskulatur
  • fehlende Dehnung
  • mangelnde Schonung bzw. Entlastung
  • falsche Bewegungstechnik
  • frühere Verletzungen

Eine zusätzliche Rolle kann der Nervus Ulnaris spielen, dessen Reizung die Beschwerden verstärkt. 

Ziel ist es, die mechanische Reizung frühzeitig zu entlasten und dauerhaft zu verringern. Dieser Zusammenhang wird häufig unter dem Thema Ursachen und Behandlung diskutiert, wer mehr über Ursachen erfahren möchte, findet dazu sportmedizinische Leitlinien.

Typische Symptome des Golferellenbogens

Typische Symptome eines Golferellenbogens sind:

  • Schmerzen an der Innenseite des Arms und Ellenbogens
  • lokaler Druckschmerz über dem medialen Epicondylus
  • Schmerzen bei der Beugung der Finger oder Handgelenks
  • Schmerzen bei der Streckung des Unterarms
  • Kraftverlust durch die Beteiligung der Unterammuskulatur
  • reduzierte Beweglichkeit im Ellenbogengelenk
  • Verstärkung der Beschwerden bei Belastung
  • chronische Schmerzen bei längerem Verlauf
  • Missempfindungen durch Reizung des Nervus Ulnaris

Golferellenbogen

Golferellenbogen @ bilderzwerg /AdobeStock 

Diagnostik der Beschwerden beim Golferellenbogen

Der Arzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung und bestimmte Tests durch. Dabei achtet er darauf, ob die Schmerzen bei bestimmen Bewegungen auftreten oder ob Druckschmerz an der Innenseite des Ellenbogens vorliegt.

Außerdem prüft er:

  • ob Schwellungen vorliegen
  • ob Sie den Unterarm, die Hand und die Finger frei bewegen können
  • ob Sie mit beiden Händen die gleiche Kraft aufbringen können

Zwar liegt das Hauptaugenmerk auf der Untersuchung des betroffenen Arms, doch auch die Wirbelsäule kann Auslöser solcher Beschwerden sein. Daher dehnt sich die körperliche Untersuchung auch auf andere Körperregionen aus.

Die Angaben über sportliche und berufliche Tätigkeiten, Unfallhergang (Anamnese) und die körperliche Untersuchung ermöglichen die Diagnose Golferellenbogen.

Bestehen Zweifel für die Ursache Ihrer Beschwerden, können bildgebende Verfahren weitere Erkenntnisse liefern.

Um Sehnenverkalkungen als Ursache auszuschließen, ist eine Röntgenuntersuchung geeignet.

Mittels Ultraschalluntersuchung lässt sich Flüssigkeit im Bereich des Sehnenursprungs nachweisen.

Insbesondere die Magnetresonanztomografie (MRT) spielt bei der Diagnose eines Golferarms eine wichtige Rolle.

Mit der MRT, eventuell mit Kontrastmittel, können folgende Veränderungen sichtbar sein:

  • Sehnenverdickungen
  • Sehnenveränderungen und
  • Weitere Veränderungen der Weichteile (wie den Muskeln)

Golfer

Ein Golferellenbogen kann nicht nur beim Golfen entstehen @ EpicStockMedia /AdobeStock

Die folgenden Erkrankungen, die ein ähnliches Erscheinungsbild wie der Golferarm haben können, sollte der Arzt ausschließen:

  • Nervenkompressionssyndrom (Schmerzen durch Druck auf einen Nerven)
  • HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom)
  • Plicasyndrom (Schmerzen durch eingeklemmte oder entzündete Schleimhautfalte im Gelenk)
  • Arthritis (Entzündung) im Ellenbogengelenk
  • Arthrose (Verschleiß) im Ellenbogengelenk

Allgemeines zur Behandlung

Spezialisten für die Diagnose und Therapie eines Golferarms sind:

  • Orthopäden
  • Traumatologen
  • orthopädische Chirurgen
  • Spezialisten für physikalische Medizin und gegebenenfalls
  • Allgemeinmediziner
MRT
Die Magnetresonanztomografie (MRT) spielt bei der Diagnose eines Golferarms eine wichtige Rolle @ Nejron Photo /AdobeStock

Die folgenden Erkrankungen, die ein ähnliches Beschwerdebild wie der Golferarm haben können, sollte der Arzt ausschließen:
  • Nervenkompressionssyndrom (Schmerzen durch Druck auf einen Nerven)
  • HWS-Syndrom (Zervikalsyndrom)
  • Plicasyndrom (Schmerzen durch eingeklemmte oder entzündete Schleimhautfalte im Gelenk)
  • Arthritis (Entzündung) im Ellenbogengelenk
  • Arthrose (Verschleiß) im Ellenbogengelenk

Allgemeines zur Behandlung

Spezialisten für die Diagnose und Therapie eines Golferarms sind:

  • Orthopäden
  • Traumatologen
  • orthopädische Chirurgen
  • Spezialisten für physikalische Medizin und gegebenenfalls
  • Allgemeinmediziner

Sie können einen Golferellenbogen gegenüber anderen möglichen Ursachen abgrenzen und haben einen Überblick über die therapeutischen Möglichkeiten.

Als erste Maßnahme sollten Sie die Tätigkeiten beenden, die bei Ihnen die Beschwerden ausgelöst haben.

Auf sportliche und sonstige belastende Aktivitäten müssen Sie für etwa sechs bis zwölf Wochen verzichten.

Primäres Ziel der Therapie ist es, Schmerzen zu reduzieren und das Wiederauftreten zu verhindern.

Bei Schmerzen in der akuten Phase hilft es, den Arm für einige Tage ruhigzustellen oder eine Bandage zu tragen.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), eine Gruppe von schmerzlindernden Medikamenten, können Betroffene bis zu etwa sechs Wochen einnehmen.

Auch eine Kühlung der schmerzenden Stelle kann in der Akutphase Linderung verschaffen. Bei einem chronischen Verlauf hilft dagegen eine Therapie mit Wärme.

Lassen die Schmerzen nach, sollten Betroffene die Ellenbogen- und Unterarmmuskulatur dehnen und stärken. So können sie einem erneuten Auftreten der Beschwerden vorbeugen.

Hierfür und zur Behandlung von chronischen Beschwerden stehen verschiedene Techniken zur Verfügungen, wie zum Beispiel:

  • Physiotherapie
  • Manuelle Therapien
  • Physikalische Therapien wie therapeutischer Ultraschall/Sonophorese, Stoßwellentherapie, Lasertherapie oder Radiotherapie (Strahlentherapie)
  • Akupunktur
  • Kinesiotape (Physio-Tape, Muskel-Tape): hochelastisches Klebeband zum Tapen des Unterarms

Bei chronischen Verläufen kann die Injektion von Kortison in den Bereich um die entzündeten Sehnenansätze kurzfristig helfen.

Über eine längere Zeit hat Kortison aber eher eine gegenteilige Wirkung. Auch kann das Einspritzen von Plättchenreichem Plasma oder Eigenblut sinnvoll sein.

In den meisten Fällen lässt sich der Golferellenbogen mithilfe dieser konservativen Methoden behandeln. Ist nach sechs Monaten konservativer Therapie keine Heilung eingetreten, ist eine operative Behandlung möglich.

Dabei entfernen Ärzte krankhaft verändertes Gewebe im Bereich des Sehnenursprungs. Oder sie lösen Verklebungen der betroffenen Muskeln.

Anschließend stellt der Patient den Arm für ein bis zwei Wochen ruhig. Danach startet er mit der Mobilisierung. Sport ist in der Regel nach drei bis sechs Monaten wieder möglich.

Arzt hält Ellenbogen

Meistens reicht eine konservative Behandlung des Golferellenbogens aus @ Racle Fotodesign /AdobeStock

Therapie des Golferarm und der Entzündung am Ellenbogen

Die Behandlung des Golferellenbogens richtet sich nach Dauer und Intensität der Beschwerden. In den meisten Fällen reicht eine konservative Behandlung aus.

Ziel jeder Therapie ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren, den Bereich zu stabilisieren udn Rückfälle zu vermeiden.

Der Beginn der Behandlung sollte früh erfolgen. Belastende Tätigkeiten werden reduziert, der Arm vorübergehend ruhiggestellt und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt.

Zur Physikalischen Therapie gehören u.a. Kälte- und Wärmeanwendungen, Ultraschall, Elektrotherapie, Stoßwellentherapie oder Extrakorporale Stoßwellentherapie. Letztere fördert die Durchblutung und Regeneration der Sehne. Internationale Publikationen sprechen hier auch von Treatment auf medial epicondylitis. 

Das Tragen einer Bandage oder Epicondylitis-Spange entlastet die Sehnen.

Physiotherapie beinhaltet Kräftigungsübungen, Mobilisation und gezieltes Dehnen. Viele Fachgesellschaften empfehlen auch strukturierte Programme mit den besten Übungen, zusammengefasst als Übungen und Tipps.

Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer konservativen Therapie, die Medikamente, Training und physikalische Maßnahmen kombiniert. Bleibt nach mehreren Monaten eine Besserung aus, kann ein operativer Eingriff erwogen werden. Dabei wird krankhaft verändertes Gewebe entfernt.

Verlauf und Prognose bei Tennisarm und Golferarm

Bei etwa 80 % der Patienten heilt der Golferellenbogen unter konservativer Therapie vollständig aus oder bessert sich zumindest deutlich. Eine operative Therapie ist zwar möglich, doch sind die Erfolgsaussichten eher unsicher. Ohne ausreichende Entlastung kann der Verlauf chronisch werden, aber unter konsequenter Therapie kommt es meist zum Abklingen der Schmerzen innerhalb von Wochen bis Monaten.

Vorbeugung

Nach erfolgreicher Behandlung gilt es, einem Rezidiv (ein erneutes Auftreten der Beschwerden) vorzubeugen.

Mithilfe oben genannter Methoden der manuellen und physikalischen Therapie sowie spezieller Übungen und Krafttraining lassen sich:

  • Spannungen an den Sehnenansatzstellen abbauen
  • fehlerhafte und einseitige Bewegungsmuster abtrainieren und
  • die Muskulatur stärken

Durch das Tapen mit einem Kinesio-Tape oder das Tragen einer Bandage wird das Ellenbogengelenk stabilisiert. Eine so genannte Epicondylitis-Spange hilft, die Belastung auf die Sehnenansatzstellen zu reduzieren.

Häufige Fragen

Golferellenbogen oder Tennisarm? Wo liegt der Unterschied?

Bei Tennisarm und Golferarm handelt es sich um zwei Formen der Epicondylitis. Beim Golferellenbogen sind die Beugesehnen an der Innenseite betroffen, beim Tennisarm die Strecksehnen an der Außenseite.

Was sind typische Symptome vom Golferarm?

Zu den häufigsten Symptomen zählen Schmerzen an der Innenseite, Druckschmerz, Kraftverlust im Unterarm und Schmerzen beim Bewegen des Handgelenks.

Wie lange dauert die Heilung?

Bei früher Therapie oft einige Wochen bis Monate, abhängig von Belastung und Trainingsanpassung.

Welche Behandlung hilft am besten?

Eine Kombination aus Schonung, Physiotherapie, ggf. Stoßwellentherapie, medikamentöse Behandlung und ergonomische Anpassung.

Welche Rollen spielen Beugung und Streckung?

Sowohl Beugung, als auch Streckung des Unterarms belasten die Sehnen. Richtig ausgeführt können therapeutische Bewegungen jedoch helfen, die Schmerzen zu lindern.

Quellen

  • Bisping L., Tischer T. (2019) Insertionstendinopathien am Ellenbogengelenk. In: Engelhardt M., Raschke M. (Hrsg) Orthopädie und Unfallchirurgie. Springer Reference Medizin. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-54673-0_23-1
  • Harrasser N et al. (2021) Obere Extremität. In Harrasser N et al. (Hrsg.) Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie. Springer, Berlin

Golferellenbogen-Spezialisten