Wenn Hände einschlafen, ein elektrisch anmutendes Kribbeln den Arm durchzieht oder stechende Schmerzen in das Bein ausstrahlen, ist oft eine Nervenkompression die Ursache. Bei diesem weit verbreiteten Phänomen wird ein peripher verlaufender Nerv durch umliegendes Gewebe, wie geschwollene Sehnen, Muskeln oder Knochen, mechanisch eingeengt. Ein Nervenkompressionssyndrom kann akut auftreten, etwa durch eine Fraktur, oder sich chronisch über Jahre entwickeln, wie beim bekannten Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk. Eine solche Kompression führt dazu, dass der Nerv komprimiert wird und Signale nicht mehr korrekt weiterleiten kann. Ob an der Wirbelsäule durch einen Bandscheibenvorfall oder an Engstellen der Extremitäten: Wird eine Nervenkompression diagnostiziert, ist schnelles Handeln gefragt, um dauerhafte Nervenschäden zu vermeiden.
Kurzübersicht:
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Was sind Nervenkompressionssyndrome?
Nerven sind
- einerseits für die Übermittlung von Befehlen vom Gehirn an die Muskeln zuständig,
- andererseits umgekehrt für die Übermittlung von sensorischen Impulsen an das Gehirn (Druck, Temperatur, ..).
Eine Schädigung oder Reizung eines Nerven zeigt sich daher in diesen Bereichen. Es kann, je nach Nerv, zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Störungen der Motorik kommen.
Eine Nervenkompression ist keine direkte Schädigung, sondern bezeichnet, dass ein Nerv eingeengt ist bzw. Druck auf ihn ausgeübt wird.
Viele Nerven durchziehen anatomische Engpässe. Unter Umständen ist die Durchtrittstelle zu schmal oder der durchziehende Nerv zu dick: Dann kann der Nerv eingeengt werden. Durch Druck auf den Nerven kommt es zu Nervenirritationen oder sogar einem Nevenkompressionssyndrom.
Nachfolgend erläutern wir einige dieser möglichen Nervenkompressionssyndrome.
Karpaltunnelsyndrom (KTS)
Das Karpaltunnelsydrom ist das bekannteste Nervenkompressionssyndrom. Es entsteht durch die Einengung des Mittelnervs (Nervus medianus) im Bereich der Beugeseite des Handgelenkes. Der Mittelnerv ist einer der drei Hauptnerven der Hand.
Etwa 10 Prozent der Erwachsenen, davon 70 Prozent Frauen, betrifft diese Krankheit.
Ursachen des Karpaltunnelsyndroms
Der Karpaltunnel ist ein tunnelförmiger, von Bindegewebe umschlossener Kanal, der auf der Innenseite des Handgelenks liegt. Durch ihn laufen die Beugesehnen und der Mittelnerv zur Hand. Im Fall des Karpaltunnelsyndroms kommt es zu einer Einengung des Nervs.
Die Ursache der Einengung ist häufig anlagebedingt, kann aber auch in
- Schwellungen der Beugesehnenscheiden (Tendovaginitis),
- Überanstrengung des Handgelenkes (Sekretäre, Handwerker, Tennisspieler),
- Knochenbrüchen der Speiche,
- Schwangerschaft oder
- Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus und Schilddrüsenerkrankungen
liegen.

Das Karpaltunnelsyndrom ist die häufigste Form eines Nervenkompressionssyndroms © Henrie | AdobeStock
Symptome des Karpaltunnelsyndroms
Typisches Erstsymptom sind nächtlich oder frühmorgens auftretende Schmerzen (Brachialgia nocturna) im Bereich
- der Beugeseite des Daumens,
- des Zeigefingers,
- des Mittelfingers und
- der speichenseitigen Hälfte des Ringfingers.
Die Beschwerden können von mild bis schwer reichen:
- Schmerzen im Bereich des Handgelenks,
- Gefühlsstörungen, wie Kribbeln und Taubheitsgefühle im Hohlhandbereich,
- Muskelschwund im Bereich der Daumenballenmuskulatur bei chronischem KTS.
Die Symptomatik entwickelt sich in der Regel über einen längeren Zeitraum (Monate oder Jahre).
Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
Das Karpaltunnelsyndrom kann bei leichteren Formen konservativ behandelt werden. Dazu reicht die Ruhigstellung des Handgelenks durch eine Schiene aus. Zur Linderung der Schmerzen werden Antiphlogistika (Diclofenac, Iboprofen) empfohlen.
Die konservative Behandlungsmethode führt selten zu einem dauerhaften Erfolg.

Schiene beim Karpaltunnelsyndrom © SPUI - Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link
Sollten die Beschwerden danach weiter bestehen, wird ein operativer Eingriff empfohlen. Bei der Operation wird das bindegewebige Dach des Kanals (Retinaculum flexorum) gespalten. Dadurch bekommt der Nerv mehr Platz und wird entlastet.
Die Operation kann mittels offener Operationstechnik oder in seltenen Fällen mittels Endoskopie durchgeführt werden. Bei der endoskopischen Methode besteht aber ein größeres Komplikationsrisiko. Daher favorisieren die meisten Handchirurgen das offene Verfahren.
Der Eingriff dauert etwa 15 bis 30 Minuten und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt je nach Tätigkeitsfeld wenige Tage bis einige Wochen. Die vollständige Belastung der Hand kann nach sechs Wochen erfolgen.
Bei einer frühzeitigen Behandlung haben die Patienten eine sehr gute Prognose. Nur bei sehr weit fortgeschrittenen Stadien, bei denen der Nerv schon deutlich geschädigt ist, kann es zu bleibenden Ausfällen kommen.
Eine Ruhigstellung nach der Operation wird heute nicht mehr empfohlen.
Loge-de-Guyon-Syndrom
Das Loge-de-Guyon-Syndrom beschreibt eine Druckerhöhung auf den Ellennerv (Nervus ulnaris) im Bereich des Handgelenks auf der Kleinfingerseite.
Symptome des Loge-de-Guyon-Syndroms
Symptome zeigen sich durch Missempfindungen im Bereich des kleinen Fingers und des Ringfingers. Auch muskuläre Schwächen beim Fingerspreizen und -Zusammenführen können auftreten.
Ursachen des Loge-de-Guyon-Syndroms
Die Guyon-Loge ist eine Engstelle, die im Handwurzelbereich zwischen dem Erbsenbein und dem Hakenbein liegt. Durch diese läuft neben dem Ellennerv auch die Arteria ulnaris (Ellenschlagader).
Die Ursache einer Verengung und dadurch entstehenden Druckerhöhung auf den Nerv ist häufig ein Überbein (Ganglion) in diesem Bereich. Außerdem kann der Engpass durch lang andauernde Kompressionen bei Beruf oder Sport (Rad- oder Motorradtouren) auftreten.
Behandlung des Loge-de-Guyon-Syndroms
Die konservative Behandlung besteht in einer Ruhigstellung durch eine Schiene. Sollte dies nicht erfolgreich sein, wird ein operativer Eingriff empfohlen. Dabei wird, wie bei der Behandlung des Karpaltunnelsyndroms, das Dach der Guyon-Loge gespalten, um dem Ellennerv mehr Platz zu bieten. Dadurch wird der Druck auf den Nerven verringert.
Die Operation wird ambulant durchgeführt und dauert etwa eine halbe Stunde. Normalerweise sollte sich der Nerv in den ersten Wochen nach der OP gut erholen.
Auch hier ist nur eine kurze Arbeitsunfähigkeit gegeben. Dennoch sollte eine Vollbelastung der Hand erst nach einigen Wochen erfolgen.
Pronator-Syndrom
Das Pronator-Syndrom entsteht durch eine Einschnürung des Mittelnervs im Bereich des Pronator-teres-Muskels. Dieser Muskel verläuft auf der Vorderseite (Beugeseite) des Unterarms, beginnend an der Unterseite des Oberarmknochens schräg über die Elle (Ulna). Er setzt im mittleren Bereich der Speiche (Radius) an. Er ist für die Einwärtsdrehung des Unterarms (Pronation) zuständig.
Symptome des Pronator-Syndroms
Der Mittelnerv läuft in einem bindegewebigen Muskelkanal durch den oben genannten Muskel. Ist dieser Kanal zu eng, kommt es zu Symptomen, wie
- Kribbeln der Finger sowie der Hohlhand,
- Schmerzen bei der Einwärtsdrehung des Arms
- bis hin zu einem Rückgang der Daumenballenmuskulatur.
Ursachen des Pronator-Syndroms
Die Ursachen dieser Erkrankung hängen oft mit der individuell verstärkten Beanspruchung des Pronator-teres-Muskels zusammen, wodurch sich der Muskel vergrößert und dem Nerv nicht mehr genügend Platz bietet.
Behandlung des Pronator-Syndroms
Deswegen therapiert man nach der Diagnose zunächst konservativ, in dem man den Arm mittels einer Schiene ruhigstellt. Das reduziert die muskuläre Beanspruchung. Sollte dies nicht zum gewünschten Erfolg führen, muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden.
Bei der Operation wird der Nerv im verengten Bereich freigelegt. Dabei vergrößert der Chirurg den Nervenkanal soweit, dass dem Nerv genügend Platz eingeräumt wird.
Der Eingriff dauert in etwa 45 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Die Arbeitsunfähigkeit beträgt nur wenige Tage, eine Vollbelastung des Arms ist früh möglich.
Sulcus-Ulnaris-Syndrom
Beim Sulcus-Ulnaris-Syndrom handelt es sich um eine Einengung des Ellennervs. Sie manifestiert sich im Bereich der Rinne an der Ellenbogeninnenseite, auch bekannt als „Musikantenknochen“.
Symtpome des Sulcus-Ulnaris-Syndroms
Bei gesunden Menschen tritt eine Reizung des Nervs bei starken Schlägen auf diese Stelle auf. Bei einer Einengung wird der Nerv dauerhaft bei bestimmten Bewegungen des Arms gereizt.
Die Symptome können bei einer Schädigung des Nervs bis hin zu
- Taubheitsgefühlen im kleinen Finger und im Ringfinger und
- motorischen Störungen
gehen.
Behandlung des Sulcus-Ulnaris-Syndroms
Die Beschwerden können meist konservativ behandelt werden, indem man den betroffenen Bereich am Ellenbogen polstert. Der Bereich ist dadurch vor Reizungen geschützt und somit keinem Druck mehr ausgesetzt.
Wenn das nicht helfen sollte, wird bei einer Operation dem Nervenkanal mehr Platz verschafft.
Im Allgemeinen genügt es, den Nerv durch Spaltung des Dachs der Ellenbogenrinne zu entlasten. In manchen Fällen tritt der Nerv bei der Operation aus der Rinne heraus (Luxation), nachdem das Dach gespalten wurde. Dann sollte der Nerv in eine geschützte Position außerhalb des Kanals verlagert werden.
Die Dauer der Operation liegt bei einer halben Stunde. Sie kann entweder endoskopisch oder ambulant durchgeführt werden.
Prognose beim Sulcus-Ulnaris-Syndrom
Das unangenehme Kribbeln sollte schnell verschwinden. Wenn der Nerv durch die Einklemmung geschädigt worden ist, kann es allerdings bis zu einem Jahr dauern, bis man vollkommen schmerzfrei ist.
Im Allgemeinen ist keine Ruhigstellung erforderlich, die Arbeitsunfähigkeit ist, je nach Tätigkeit, mit bis zu zwei Wochen anzusetzen.
Supinator-Syndrom
Das Supinator-Syndrom entsteht durch eine Einengung des Speichenervs (Nervus radialis). Die Einengung tritt auf der Außenseite des Unterarms im Bereich des Supinator-Muskels auf und ist insgesamt selten.
Der Supinator ist für die Auswärtsdrehung (Supination) des Unterarms zuständig. Er hat seinen Ursprung am Oberarm und am Ellenbogengelenk und setzt am oberen Teil der Speiche (Radius) an. Er wird von einem Ast des N. Radialis durchbohrt.
Ursachen des Supinator-Syndroms
Bei einer Vergrößerung dieses Muskels (Hypertrophie) kann es zur Kompression des Nervs kommen, der durch den Muskel läuft. Manchmal sind die Ursachen der Kompressionssymptomatik aber auch nicht zu klären.
Symptome des Supinator-Syndroms
Der Ast des Speichennervs, der diesen Muskel durchbohrt, innerviert nur Streckmuskeln der Hand und keine des Unterarms. Er ist nicht für Sensibilität zuständig. Bei einer Erkrankung tritt somit nur eine Streck- und Abspreizschwäche im Daumen auf.
Auch Schmerzen können entstehen. Sie sind meist im Bereich der Außenseite des Unterarms ca. 5 cm unterhalb des Ellenbogens zu spüren. Dort liegt die verengte Durchtrittsstelle des Nervs durch den Muskel.
Behandlung des Supinator-Syndroms
Das Supinator-Syndrom kann bis auf wenige Ausnahmefälle nur operativ behoben werden. Bei einer Operation wird der Nerv in seinem Verlauf entlang des Unterarms freigelegt. Der Chirurg kann dann den Nerventunnel durch den Supinator-Muskel aufspalten und erweitern.
Die Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert ca. 45 Minuten. Der Arm wird sofort nach der Operation bewegt, die Arbeitsunfähigkeit ist kurz.
Wartenberg-Syndrom
Auch beim sehr seltenen Wartenberg-Syndrom liegt eine Druckschädigung des Speichennervs vor.
Symptome des Wartenberg-Syndroms
Patienten klagen bei dieser Krankheit oft über Gefühlsausfälle und Schmerzen auf der Handgelenksrückseite (Streckseite). Vor allem Daumen und Zeigefinger sind betroffen.
Der Hauptschmerzpunkt liegt etwas oberhalb des Handgelenkes, wo der Nerv zwischen den Streckmuskeln durchtritt.
Ursachen des Wartenberg-Syndroms
Die Hauptursache für das Wartenberg-Syndrom sind zu enge Uhren, Armbänder oder Gipsverbände oberhalb des Handgelenks. Diese üben einen zu hohen Druck auf den Nerv aus, der schließlich zu dessen Schädigung führt.
Behandlung des Wartenberg-Syndroms
Das Wartenberg-Syndrom wird vorwiegend konservativ behandelt. Die betroffenen Stellen werden durch eine Unterarmgipsschiene geschont und den Nerv somit entlastet.
Sollte diese Behandlung nicht erfolgreich verlaufen, empfiehlt sich eine Operation. Eine Operation dieser Art dauert etwa 45 Minuten und kann ambulant durchgeführt werden.
Auch bei diesem Eingriff ist keine Ruhigstellung erforderlich. Die Arbeitsunfähigkeit ist kurz und eine Vollbelastung kann bald erfolgen.
FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zum Nervenkompressionssyndrom
Welche Symptome verursacht eine Nervenkompression?
Eine Nervenkompression führt zu Schmerzen, Taubheit und Kribbeln in dem Bereich, den der betroffene Nerv versorgt. Oft beschreiben Patienten ein Gefühl, als sei das Körperteil eingeschlafen oder als würde ein elektrisch wirkender Schlag durch das Gewebe fahren. Wenn die Kompression chronisch besteht, können Muskelschwäche und ein Abbau der Muskulatur hinzukommen. Je nach Ort der Einengung variiert das Symptom, so führt eine Kompression am Handgelenk oft zu Problemen am Mittelfinger, während eine Einengung an der Lendenwirbelsäule Schmerzen verursachen kann, die bis in das Bein ausstrahlen.
Was ist die häufigste Ursache für ein Nervenkompressionssyndrom?
Eine häufige Ursache ist die mechanische Überlastung durch wiederholte Bewegungen, die zu einer Schwellung des Gewebes führen und den Nerv komprimieren. Besonders oft sind Nerven betroffen, die durch enge Tunnel aus Knochen und Bändern verlaufen, wie beim Karpaltunnel. Zudem können Verletzungen, eine Fraktur, Arthrose oder Raumforderungen wie Zysten den Platz für das Nervengewebe verringern. Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen machen die Nerven anfälliger für Druckschäden.
Was versteht man unter einer Radikulopathie?
Eine Radikulopathie bezeichnet eine Reizung oder Schädigung der Nervenwurzeln direkt an ihrem Austritt aus der Wirbelsäule. Häufig wird diese Form der Nervenkompression durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose verursacht. Der austretende Nerv wird dabei durch Bandscheibenmaterial oder knöcherne Anbauten komprimiert oder eingeklemmt. Dies führt typischerweise zu ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühl oder Lähmungen entlang des Nervenverlaufs im Arm oder Bein.
Wie wird das Karpaltunnelsyndrom behandelt?
Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Nervus medianus im Handgelenk eingeengt. Leichte Fälle werden oft konservativ mit einer Nachtschiene und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt, um die Schwellung im Karpaltunnel zu lindern. Helfen diese konservativen Maßnahmen nicht, oder nehmen Taubheit und Kribbeln in Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu, wird eine operative Spaltung des Karpalbandes durchgeführt, um den Druck vom Nerv zu nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Kubital- und Tarsaltunnelsyndrom?
Das Kubitaltunnelsyndrom betrifft den Ulnarisnerv am Ellenbogen (Sulcus ulnaris) und führt oft zu Taubheit im Ringfinger und kleinen Finger sowie einer Schwäche der Greifkraft. Das Tarsaltunnelsyndrom hingegen ist eine Nervenkompression am Innenknöchel des Fußes, wo der Nervus tibialis durch den Tarsaltunnel verläuft. Dies verursacht brennende Schmerzen und Taubheitsgefühle an der Fußsohle oder am Fußrücken, die oft beim Gehen zunehmen.
Wie wird eine Nervenkompression diagnostiziert?
Um die genaue Ursache zu identifizieren, beginnt der Facharzt mit einer körperlichen Untersuchung und spezifischen Provokationstests. Wichtig ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (ENG/EMG), um die elektrische Aktivität und die Schwere der Kompression zu bestimmen. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT machen sichtbar, ob umliegende Gewebe, Bandscheibenvorfälle oder andere Strukturen den Nerv einengen und helfen bei der Planung von Diagnose und Behandlung.
Können Injektionen bei einer Nervenkompression helfen?
Ja, bei starken Entzündungen und Schwellungen können Steroidinjektionen (Kortison) direkt in den betroffenen Bereich hilfreich sein. Sie wirken stark abschwellend und können den Nerv kurzfristig entlasten, etwa beim Karpaltunnelsyndrom oder bei einer Reizung der Nervenwurzeln. Diese interventionelle Maßnahme dient oft dazu, akute Symptome wie Schmerzen zu lindern und eine Operation hinauszuzögern oder zu vermeiden.
Wann muss eine Nervenkompression operiert werden?
Eine Operation wird notwendig, wenn Lähmungserscheinungen auftreten, die Schmerzen trotz Behandlung nicht nachlassen oder die Nervenschädigung im EMG fortschreitet. Ziel der Operation ist immer die Dekompression, also die Schaffung von mehr Platz für den Nerv. Wird eine Nervenkompression behandelt, bevor der Nerv dauerhaft Schaden nimmt, ist die Prognose für eine vollständige Erholung meist gut, wobei die Heilung je nach betroffenem Nerv Monate dauern kann.






