Leading Medicine Guide Logo

Leberversagen – Akut, chronisch, Symptome und Komplikationen der Leberinsuffizienz

19.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Leberversagen ist ein akut oder chronisch verlaufender Verlust der Leberfunktion, bei dem zentrale Leberfunktionen nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Besonders das akute Leberversagen, auch ALV genannt, stellt einen medizinischen Notfall dar. Bei einem Leberversagen ist die Leber häufig durch Hepatitis, eine Infektion oder toxische Substanz wie Paracetamol geschädigt. Typisches Symptom sind Ikterus, Gelbsucht, Gerinnungsstörungen und eine hepatische Enzephalopathie.

Das akute Leberversagen kann sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln und lebensbedrohlich verlaufen. Auch eine vorbestehende Lebererkrankung oder eine chronischen Lebererkrankung kann in ein Leberversagen führen. Die frühzeitige Diagnose von Leberversagen und eine sofortige Behandlung auf der Intensivstation sind entscheidend für die Prognose.

ICD-Codes für diese Krankheit: K72

Kurzübersicht:

Leberversagen bezeichnet den akuten oder chronisch fortschreitenden Verlust der Leberfunktion. Häufige Ursachen eines akuten Leberversagens sind Hepatitis A, Hepatitis B, virale Infektion oder eine Überdosis Paracetamol. Typische Symptome von Leberversagen sind Gelbsucht, Enzephalopathie, Blutung und Aszites. In schweren Fällen ist eine Lebertransplantation notwendig, da das akute Leberversagen lebensbedrohlich ist.

Artikelübersicht

Definition: Leberinsuffizienz

Als eine Leberinsuffizienz wird der Abbau der Leberfunktion bis hin zum Leberversagen bezeichnet. In ihrem Verlauf versagen zunächst einige Teilfunktionen der Leber, während andere noch funktionsfähig sind.

Im Endstadium einer Leberinsuffizienz sind alle Funktionen der Leber betroffen.

Lage und Funktion der Leber

Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Körpers und liegt über dem rechten Rippenbogen.

Die Hauptfunktionen der Leber sind

  • die Bildung von Galle,
  • Entgiftung,
  • Energiespeicherung und -bereitstellung,
  • Stoffwechsel und
  • die Bereitstellung von Kreatin.

Die Leber ist resistent gegenüber Umweltgiften und besitzt eine hohe Selbstheilungskraft. Dennoch können

  • die heutigen Lebensbedingungen,
  • stark wirkende Medikamente,
  • Adipositas durch falsche Ernährung und
  • der weltweite Austausch von Krankheitserregern

zu Erkrankungen der Leber führen.

Die Lage der Leber im menschlichen Körper
Die Lage der Leber im menschlichen Körper © nerthuz | AdobeStock

Verlauf einer Leberinsuffizienz

Die Leberinsuffizienz ist durch

  • eine mangelhafte Bildung von Eiweißen,
  • eine unzureichende Entgiftungsfunktion und
  • eine reduzierte Gallenbildung

gekennzeichnet und ist in jedem Fall lebensbedrohlich. Der Verlauf einer Leberinsuffizienz ist meist chronisch und führt zu einer Narbenleber (Leberzirrhose).

Ein Verfahren, das die Leber bei der Entgiftung des Blutes unterstützt, ist beispielsweise die Leberdialyse.

Ursachen einer Leberinsuffizienz

Häufig entwickelt sich eine Leberinsuffizienz durch

  • unerwünschte Arzneimittelwirkung,
  • Alkoholmissbrauch,
  • Diabetes oder
  • Adipositas.

Weitere Ursachen sind Entzündungen der Gallenwege (Cholangitis) oder eine Entzündung des Lebergewebes durch die Hepatitisviren B, C und D.

Auch angeborene Lebererkrankungen, wie

  • die Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose,
  • ein Alpha-1-Antitrypsinmangel,
  • eine Mukoviszidose oder
  • Formen einer Porphyrie

sind verantwortlich für den Abbau von Leberfunktionen.

Symptome einer Leberinsuffizienz

Eine Leberinsuffizienz ist durch

  • Ikterus (Gelbsucht),
  • hepatische Enzephalopathie,
  • hepatorenales Syndrom (Nierenversagen infolge eines Leberversagens),
  • Störungen der Blutgerinnung,
  • Hypalbuminämie und
  • Störungen des Hormonsystems

gekennzeichnet.

Die Funktionen der Leber können in unterschiedlichem Ausmaß von Abbauprozessen betroffen sein. Die Einteilung der Leberinsuffizienz in Stadien berücksichtigt die metabolische Leistung der Leber, ihre Ausscheidungsfunktion und die Auswirkungen auf den Kreislauf.

Stadien der Leberinsuffizienz

Bei einer leichten Leberinsuffizienz sind nur einige Teilbereiche der Leber betroffen. Diese Funktionseinschränkung der Leber kann sich durch eine leichte Gelbsucht oder einen Aszites bemerkbar machen.

Bei einer mittelschweren Leberinsuffizienz ist die gesamte Leber betroffen. Die Entgiftungsfunktion, Energiespeicherung, Bildung von Galle und die Stoffwechselfunktionen sind eingeschränkt. Eine schwere Leberinsuffizienz kennzeichnet das Endstadium einer akuten oder chronischen Lebererkrankung.

Diagnose einer Leberinsuffizienz

Um eine Leberinsuffizienz adäquat zu behandeln zu können, muss die primäre Ursache diagnostiziert werden. Bestätigt wird eine Leberinsuffizienz durch

Therapie einer Leberinsuffizienz

Die Behandlung der Leberinsuffizienz ist an die Grunderkrankung geknüpft. Eine Leberdialyse entgiftet das Blut und kann kurzfristig zu einer Verbesserung der Leberleistung führen. In besonders schwerwiegenden Fällen kommt eine Lebertransplantation in Betracht.

FAQ

Was ist ein Leberversagen?

Leberversagen bezeichnet den Verlust der Leberfunktion bis hin zum Leberversagen mit schwerer Einschränkung lebenswichtiger Leberfunktionen. Man unterscheidet zwischen akutem, subakutem Leberversagen und chronischem Leberversagen. Besonders das akuten Leberversagens stellt ein lebensbedrohliches Krankheitsbild dar und wird auch als ALV oder acute liver failure bezeichnet.

Was sind Ursachen für akutes Leberversagen?

Zu den Ursachen für akutes Leberversagen zählen virale Hepatitis, insbesondere Hepatitis A oder Hepatitis B, eine Überdosis Paracetamol sowie giftige Substanzen wie Amanita phalloides. Auch Sepsis, bakterielle Infektion oder andere mögliche Ursachen können ein akutes Leberversagen entwickeln lassen. Ursachen und Risikofaktoren sollten immer sorgfältig abgeklärt werden.

Welche Symptome treten bei Leberversagen auf?

Typische Symptome von Leberversagen sind Ikterus, Gelbsucht, Koagulopathie und hepatische Enzephalopathie. Bei Menschen mit akutem Leberversagen können zusätzlich Nierenversagen, Blutung oder Aszites auftreten. Klinisch zeigen sich erhöhte Transaminasen und ein Verlust der Leberfunktion.

Wie erfolgt die Diagnose von Leberversagen?

Die Diagnose von Leberversagen basiert auf Laborwerten wie Bilirubin und Transaminasen, der körperlichen Untersuchung sowie gegebenenfalls einer Leberbiopsie. Entscheidend ist der Nachweis eines akuten Leberversagens ohne vorbestehende Leberzirrhose. Patienten mit Leberversagen werden häufig in ein Transplantationszentrum überwiesen.

Wie wird Leberversagen behandelt?

Die Behandlung von Leberversagen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Paracetamol-Intoxikation wird N-Acetylcystein verabreicht. Weitere Maßnahmen umfassen eine supportiven Therapie, antibiotische Therapie bei Infektion oder antivirale Therapie bei Hepatitis. Bei schwerem Verlauf bleibt oft nur die Lebertransplantation als definitive Behandlung von Leberversagen.

Empfohlene Spezialisten