Während der Aufzeichnungsphase der Kapselendoskopie gibt es bis auf die leicht reduzierte Ernährung keine speziellen Regeln zu beachten. Der Patient kann sich ganz natürlich verhalten und bewegen.
Nachdem die Kamera-Kapsel den Magen-Darm-Trakt durchquert hat, wird sie ganz natürlich auf der Toilette ausgeschieden. Das ist in der Regel nach rund 9-14 Stunden der Fall, kann im Einzelfall aber auch mal mehrere Tage dauern.
In der Praxis oder Klinik wird am Computer aus den tausenden Einzelfotos ein Video erstellt. Dieses Video wertet der Facharzt dann aus. Liegen Blutungen vor, kann die Aufnahme die Lage der Blutung zeigen. Zur Diagnose von Morbus Crohn oder auch Tumoren und Polypen kann die Kapselendoskopie ein wertvolles Instrument sein.
Die Kapselendoskopie ist ein Diagnoseverfahren, das für den Patienten mit vielen Vorteilen verbunden ist. Einzige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Untersuchung sind
- ein funktionierender Schluckreflex und
- durchgängig passierbare Darmabschnitte ohne Engstellen, in denen die Kapsel stecken bleiben könnte.
Diese Bedingungen werden aber vor der Kapselendoskopie gründlich abgeklärt.
Zu den Risikofaktoren, die eine Kapselendoskopie ausschließen, zählen demnach
- ausgeprägte Schluckstörungen,
- starke Darmträgheit (zum Beispiel durch bestimmte Medikamente oder bei Diabetes),
- Darmverschluss (mechanischer Ileus),
- Verwachsungen (Briden) des Darms, die den Darm vereengen,
- tiefe Divertikel im Dünndarm.
Die Kapselendoskopie ist ein sehr schonendes Verfahren. Es kommt Patienten zugute, die unklare Bauchbeschwerden haben oder eine herkömmliche Darmspiegelung scheuen.
Als präzises Diagnoseinstrument liefert die Kapselendoskopie sehr gute Hinweise auf das individuelle Krankheitsgeschehen. Die Vorteile der Kapselendoskopie auf einen Blick:
- nicht-invasiver, schmerzfreier und schonender Ablauf der Untersuchung,
- keine Strahlenbelastung,
- kein Klinikaufenthalt notwendig,
- keine Beruhigungs- oder Sedierungsmittel,
- keine Kontrastmittel,
- die Untersuchung des gesamten Dünndarms ist nur mit der Kapselendoskopie möglich,
- Krebsvorsorge mit niedriger Hemmschwelle.
Die Kapselendoskopie ist ein innovatives, aber mittlerweile solide erprobtes Diagnoseinstrument des Verdauungstrakts. Sie kann den Dünndarm einzigartig darstellen und ist bei der Dickdarmuntersuchung vergleichbar mit der Darmspiegelung.
Ein Nachteil der Kapselendoskopie ist ihre reine Diagnosefunktion. Die Ärzte können also im Gegendsatz zur Darmspiegelung während der Untersuchung keine Eingriffe an verdächtigen Gewebeveränderungen durchführen.
Während einer Darmspiegelung dagegen können die Ärzte noch während der Untersuchung beispielsweise Darmpolypen entfernen und Gewebeproben entnehmen. Die Kapselendoskopie kann verdächtige Stellen entdecken, für einen Eingriff ist dann aber wiederum eine herkömmliche Koloskopie, also Darmspiegelung, notwendig.
Die Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist noch nicht eindeutig abgschlossen.
Im Fall einer ungeklärten Blutung im Darm (“unklare mittlere intestinale Blutung”) ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen möglich. Dafür müssen einige Kriterien erfüllt sein, wenn die Kapselendoskopie ambulant durchgeführt wird.
Patienten sollten daher vor einer Kapselendoskopie am besten mit ihrem Arzt über die Kostenerstattung sprechen. Im Einzelfall kann nach vorherigem Antrag eine Kostenerstattung beim Versicherungsträger erreicht werden. Kapselendoskopien im Rahmen eines Klinikaufenthalts werden vom Krankenhaus über Fallpauschalen abgerechnet.
Zusammenfassend ist die Kapselendoskopie eine hervorragende Möglichkeit, den gesamten Darm-Trakt, insbesondere den Dünndarm, gründlich zu untersuchen. Entzündliche Darmerkrankungen oder Blutungsursachen im Dünndarm können so fast unmerklich abgeklärt werden.
Auch für die Darmkrebsvorsorge ist die Kapselendoskopie als medizintechnischer Meilenstein zu werten.