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Erkrankung · Psychosomatik und Psychotherapie

Fibromyalgie (FMS): Symptome, Diagnose und Behandlung des Fibromyalgiesyndroms

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Fibromyalgie. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

claus_puhlmann_lmg_autor.jpgMedizinischer FachautorDr. Claus PuhlmannMedizinjournalistStand: ICD-10: M79.7, M79.9

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Fibromyalgie ist eine chronisches Schmerzsyndrom, das vor allem durch anhaltende Schmerzen in Bewegungsapparat gekennzeichnet ist. Betroffene berichten häufig über Schmerzen in den Muskeln, Gelenken und Sehnenansätzen, die über Monate oder Jahre bestehen bleiben können. Zusätzlich treten häufig Müdigkeit, Schlafprobleme und eine ausgeprägte körperlich oder geistige Erschöpfung auf. Die Ursachen der Fibromyalgie sind bislang nicht vollständig erforscht. Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren an der Entstehung beteiligt sind. Die Diagnostik erfolgt anhand typischer Beschwerden und durch den Ausschluss anderer Erkrankungen. Die Behandlung verfolgt das Ziel bei Fibromyalgie-Patienten die Schmerzen zu lindern, die Funktionsfähigkeit zu erhalten und die Lebensqualität langfristig zu verbessern.

Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die mit weit verbreiteten Schmerzen in Muskeln und Weichteilen einhergeht. Viele Betroffene leiden über Jahre unter Beschwerden, bevor die richtige Diagnose gestellt wird.

Charakteristisch sind Schmerzen in verschiedenen Körperregionen, die häufig von Müdigkeit, Erschöpfung, einer Schlafstörung sowie Konzentrationsproblemen begleitet werden.

Die Erkrankung wird auch als Fibromyalgie Syndrom, FMS oder Fibromyalgie-Syndrom bezeichnet und zählt im weiteren Sinne zu den rheumatischen Erkrankungen. 
Dennoch handelt es sich nicht um klassisches Rheuma, sondern um ein eigenständiges Krankheitsbild mit besonderen diagnostischen und therapeutischen Anforderungen.

Obwohl Fibromyalgie seit vielen Jahren bekannt ist, sind die Mechanismen der Erkrankung bis heute nicht vollständig geklärt. Die Beschwerden können die Lebensqualität erheblich einschränken und den Alltag der betroffenen deutlich belasteten. Umso wichtiger sind frühzeitige Abklärung, eine sichere Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie.

Hier erfahren Sie mehr zu Fibromyalgie und finden ausgewählte Fibromyalgie-Spezialisten für eine Behandlung.

Was ist Fibromyalgie? Definition der chronischen Erkrankung

Der Begriff Fibromyalgie bedeutet wörtlich übersetzt "Faser-Muskel-Schmerz".

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) beschreibt ein komplexes, nicht-entzündliche Schmerzerkrankung, die vor allem Muskeln, Sehnen und gelenknahe Strukturen betrifft. Die Erkrankung zählt zum rheumatologischen Formenkreis, unterscheidet sich jedoch deutlich von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis.

Typisch für die Erkrankung sind anhaltende Schmerzen in mehreren Körperregionen. Anders als bei vielen anderen Erkrankungen lassen sich die Beschwerden meist nicht durch strukturelle Veränderungen oder Entzündungen erklären. Aus diesem Grund wird angenommen, dass insbesondere Veränderungen der Schmerzwahrnehmung und der zentralen Schmerzverarbeitung eine wichtige Rolle spielen.

In westlichen Industrienationen sind etwa 3 - 4% der Bevölkerung betroffen. Besonders häufig ist Fibromyalgie bei Frauen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Grundsätzlich können jedoch Menschen jeden Alters an Fibromyalgie erkranken.

Die Ausprägung der Beschwerden ist individuell sehr unterschiedlich, während einige Betroffene nur geringe Einschränkungen erleben, leiden andere unter starken Schmerzen und einer erheblichen Beeinträchtigung ihres Alltags.

Ursachen und Risikofaktoren: Ursachen der Diagnose Fibromyalgie

Die Entstehung der Fibromyalgie ist bis heute Gegenstand intensiver Forschung. Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Kenntnisstand geht man davon aus, dass es nicht die eine Ursache gibt, sondern dass verschiedene biologische, psychische und soziale Faktoren zusammenwirken.

Für die Entstehung einer Fibromyalgie scheint unter anderem eine familiäre Veranlagung eine Rolle zu spielen. Da die Erkrankung in manchen Familien gehäuft auftritt, werden genetische Einflüsse diskutiert. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Erkrankungen die Entstehung von Fibromyalgie begünstigen können.

Hierzu zählen insbesondere Autoimmunerkrankungen, andere rheumatische Erkrankungen, Tumorerkrankungen sowie verschiedene Infekte. Auch Verletzungen, Operationen oder starke körperliche Belastungen werden als mögliche Auslöser diskutiert. Zu den Faktoren, die die Fibromyalgie zusätzlich begünstigen gehören: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und anhaltender Stress.

Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft das Nervensystem. Viele Experten gehen davon aus, dass bei Betroffenen Schmerzsignale anders verarbeitet werden als beim gesunden Menschen. Bereits geringe Reize können dadurch als deutlich schmerzhafter wahrgenommen werden. Diese veränderte Schmerzwahrnehmung gilt heute als ein zentraler Bestandteil der Erkrankung.

Manche Fachleute unterscheiden außerdem zwischen einer primären Form und einer sekundären Fibromyalgie, die in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten kann.

Symptome einer Fibromyalgie: Beschwerden am ganzen Körper

Die Symptome einer Fibromyalgie können sehr vielfältig sein und betreffen häufig den gesamten Organismus. Zu den wichtigsten Beschwerden zählen: anhaltende Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Gelenken.

Viele Betroffenen beschreiben die Schmerzen als dumpf, ziehend oder brennend. Häufig treten sie gleichzeitig in mehreren Körperregionen auf und können sich über den ganzen Körper ausbreiten.

Typische Symptome der Fibromyalgie sind verhärtete Muskulatur, Muskelschmerzen, schmerzhafte Gelenke sowie Schmerzen im Bereich von Nacken, Schultern oder Rücken.

Die Beschwerden bestehen meist über einen langen Zeitraum und gelten als chronisch, wenn sie länger als 3 Monate anhalten. Neben den Schmerzen treten zahlreiche weitere Symptome auf, besonders häufig berichten Betroffene über ausgeprägte Müdigkeit, fehlende Erholung nach dem Schlaf sowie körperliche und geistige Erschöpfung.

Eine Schlafstörung gehört zu den häufigsten Begleiterschreinungen der Erkrankung. Viele Patienten schlafen zwar ausreichend lange, fühlen sich morgens jedoch nicht erholt. Darüber hinaus können Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und eine verminderte Leistungsfähigkeit auftreten. Auch körperliche Beschwerden wie Reizdarm, Reizblase oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen werden häufig beobachtet.

Die Beschwerden einer Fibromyalgie können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Menschen mit Fibromyalgie leiden unter den chronischen Schmerzen, die ihre berufliche soziale und private Lebensführung einschränken. Die Stärke der Beschwerden kann dabei im Verlauf schwanken.

Erschöpfung als Symptom
© Andrey Popov / Fotolia

Diagnose der Fibromyalgie und Ausschluss anderer Erkrankungen

Neben der persönlichen Krankengeschichte (Anamnese) ist für die Fibromyalgie-Diagnose insbesondere die körperliche Untersuchung von Bedeutung. An Druckpunkten (Triggerpunkte oder Tender Points) prüft der Arzt, ob die Muskeln und Ansatzpunkte von Sehnen schmerzhaft sind (Druckschmerzhaftigkeit). Diese Schmerzdruckpunkte liegen an

  • Nacken,
  • Rücken,
  • Schultern,
  • Armen,
  • Beinen und
  • Hüften.

Das Prinzip der Triggerpunktbehandlung zeigt das Video:

Wenn mindestens 11 der insgesamt 18 Druckpunkte schmerzhaft auf Druck reagieren und das seit über drei Monaten, liegt eine Fibromyalgie nahe. Das gilt besonders dann, wenn die Laborwerte unauffällig sind. Bildgebende Untersuchungen (wie Röntgen) finden bei Verdacht auf eine Fibromyalgie in der Regel nicht statt, allenfalls zum Ausschluss anderer Erkrankungen.

Primärer Ansprechpartner für Patienten mit Symptomen, die auf Fibromyalgie hinweisen, ist der Hausarzt. Spätestens allerdings, wenn der Verdacht besteht, dass eine

  • internistische (z. B. entzündlich-rheumatische Erkrankung),
  • orthopädische (z. B. Gelenkverschleiß Arthrose),
  • neurologische (z.B. Muskelerkrankung) oder
  • psychische Störung

für die Symptomatik verantwortlich ist, sollte der Betroffene einen Facharzt zur genaueren Abklärung aufsuchen. Dies kann beispielsweise ein Rheumatologe, Neurologe, Orthopäde oder Internist sein.

Behandlung von Fibromyalgie: Therapie zur Linderung chronischer Schmerzen

Eine ursächliche Behandlung der Fibromyalgie steht derzeit nicht zur Verfügung. Das bedeutet jedoch nicht, dass Betroffene den Beschwerden hilflos ausgeliefert sind.

Die moderne Therapie verfolgt das Ziel Schmerzen zu reduzieren, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Lebensqualität zu erhalten.

Wichtig zu wissen ist: Fibromyalgie ist nicht heilbar. Dennoch können die Beschwerden bei vielen Patienten deutlich gelindert werden.

Eine zentrale Säule der Behandlung ist regelmäßige Bewegung. Besonders empfohlen werden Ausdauertraining, Radfahren, Schwimmen oder Walking. Auch moderates Krafttraining und Dehnungsübungen können sinnvoll sein.

Regelmäßige körperliche Aktivität trägt dazu bei, die Belastbarkeit zu verbessern und die Beschwerden langfristig zu reduzieren.

Ergänzend kommen Entspannungsverfahren wie Yoga, Tai-Chi, Qi-Gong oder Autogenes Training zum Einsatz. Diese Methoden helfen vielen Betroffenen besser mit Schmerzen und Stress umzugehen.

Bewegung und Ausdauertraining
© elnariz / Fotolia

Medikamente und weitere Therapieoptionen beim Fibromyalgiesyndrom (FMS)

Bei stärker ausgeprägten Beschwerden kann zusätzlich eine medikamentöse Behandlung erfolgen. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind bestimmte Antidepressiva sowie krampflösende Medikamente.

Ein klassisches Beispiel ist Amitriptylin, das insbesondere Schlafstörungen und Schmerzen positiv beeinflussen kann. Wie jedes Medikament können auch diese Präparate eine Nebenwirkung verursachen. Deshalb erfolgt die Anwendung stets individuell und unter ärztlicher Kontrolle.

Klassische Schmerzmittel zeigen bei FMS häufig nur begrenzte Effekte. Der Grund liegt darin, dass die Schmerzen nicht auf eine Entzündung zurückzuführen sind, sondern vielmehr auf Veränderungen der Schmerzverarbeitung.

Neben körperlichen Therapien stellt die Psychotherapie eine wichtige Rolle dar. Besonders die kognitive Verhaltenstherapie beziehungsweise kognitiv orientierte Ansätze können helfen, den Umgang mit Schmerzen zu verbessern.

Darüber hinaus profitieren viele Patienten vom Austausch in einer Selbsthilfegruppe.

Bleiben die Beschwerden trotz verschiedener Maßnahmen bestehen, kann eine multimodale Therapie sinnvoll sein. Dabei werden körperbezogene psychotherapeutische und medikamentöse Verfahren miteinander kombiniert.

Verlauf der chronischen Erkrankung Fibromyalgie

Der Verlauf der Erkrankung ist individuell unterschiedlich. Fibromyalgie tritt häufig schleichend auf und entwickelt sich über Monate oder Jahre. Bei manchen Patienten wird berichtet, dass Fibromyalgie nach besonderen Belastungssituationen, Infekten oder Operationen beginnt.

Die Erkrankung kann dauerhaft bestehen bleiben und verläuft meist chronisch. Dennoch bedeutet dies nicht zwangsläufig eine kontinuierliche Verschlechterung. Viele Betroffene lernen mit der Zeit ihre Beschwerden besser einzuordnen und aktiv zu beeinflussen.

Als mögliche Folge der Fibromyalgie können Einschränkungen im Berufsleben oder im sozialen Umfeld auftreten. Die Lebenserwartung wird durch die Erkrankung jedoch nicht verkürzt.

Fibromyalgie-Spezialisten – Ausbildung und Qualifikation

Das Fibromyalgiesyndrom ist ein komplexes Krankheitsbild. An der Diagnose und Behandlung sind häufig mehrere Spezialisten beteiligt.

Ein guter Ansprechpartner bei Verdacht auf Fibromyalgie ist der Rheumatologe. Rheumatologen befassen sich mit der Diagnose und Therapie von Erkrankungen, die dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet werden. Dazu gehört neben der Polyarthritis auch die Fibromyalgie. Ein Rheumatologe kann ein Internist mit der Zusatzbezeichnung Rheumatologie oder aber ein Orthopäde mit Zusatzausbildung in der Rheumatologie sein.

Insbesondere in der Behandlung der Fibromyalgie spielen Schmerztherapeuten eine wichtige Rolle. Lange Zeit gab es in Deutschland keine offizielle Ausbildung zum Schmerztherapeuten. Seit Ende der 90er Jahre können Ärzte jedoch eine Weiterbildung absolvieren und dann die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie" führen. Schmerztherapeuten sind in den Bereichen der Schmerzanamnese, der Schmerzanalyse sowie im Einsatz schmerztherapeutischer Verfahren besonders geschult.

FAQ zur Fibromyalgie

Ist Fibromyalgie eine rheumatische Erkrankung?

Fibromyalgie wird dem rheumatologischen Formenkreis zugeordnet. Anders als viele andere rheumatische Erkrankungen ist sie jedoch nicht entzündlich bedingt.

Kann Fibromyalgie geheilt werden?

Derzeit gilt: Fibromyalgie ist nicht heilbar. Durch eine geeignete Therapie lassen sich die Beschwerden jedoch häufig deutlich verbessern.

Welche Symptome treten bei Fibromyalgie besonders häufig auf?

Typische Symptome sind Muskelschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen sowie Schmerzen in mehreren Körperregionen.

Welche Behandlung hilft bei Fibromyalgie?

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören Bewegung, Ausdauertraining, Entspannungsverfahren, psychotherapeutische Unterstützung und bei Bedarf Medikamente.

Kann Fibromyalgie die Lebensqualität beeinflussen?

Ja, unbehandelt können die Beschwerden die Lebensqualität deutlich einschränken. Eine frühzeitige Diagnose und individuell angepasste Therapie können helfen den Alltag besser zu bewältigen.

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Über den Fachautor

Dr. Claus Puhlmann

Medizinjournalist

Dr. Claus Puhlmann – medizinischer Fachautor: fundierte Fachbeiträge, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.

Vollständiges Expertenprofil ansehen
Quellen
https://www.fibromyalgie-fms.de/
https://www.dgss.org

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