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Hydrozephalus bei Erwachsenen – Symptome vom Wasserkopf und Neurochirurgie bei Hydrocephalus

02.06.2026
Dr. med. Cornelia Bußmann
Medizinische Fachautorin

Hydrozephalus, auch als Wasserkopf oder Hydrocephalus bezeichnet, ist eine Erkrankung des Gehirn mit gestörter Zirkulation von Liquor cerebrospinalis. Dabei sammelt sich Hirnwasser in den Ventrikeln und Liquorräumen an, wodurch der Hirndruck steigt. Ein Hydrozephalus kann angeboren oder erworben sein und betrifft Säugling, Kinder und Erwachsene. Häufige Ursachen sind Tumor, Blutung, Infektion oder Fehlbildungen innerhalb des Ventrikelsystems. Typische Symptome reichen von Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen bis zu Gangstörung oder Harninkontinenz beim Normaldruckhydrozephalus.

Zur Diagnostik werden MRT oder CT eingesetzt, um Veränderungen im Schädel und den Liquorräumen zu erkennen. Die Behandlung des Hydrozephalus erfolgt meist operativ mithilfe von Shunt-Systemen oder endoskopische Verfahren zur Liquorableitung. Besonders in der Neurochirurgie spielen moderne operative Behandlung und schnelle Diagnostik eine wichtige Rolle.

ICD-Codes für diese Krankheit: G91, G94, Q03

Kurzübersicht:

Hydrozephalus entsteht durch eine Störung von Liquorproduktion, Abfluss oder Resorption im Gehirn. Der erhöhte Hirndruck führt zu unterschiedlichen Symptome wie Schwindel und Übelkeit oder Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Hydrozephalus bei Erwachsenen tritt häufig als erworbenen Hydrozephalus oder Normaldruckhydrozephalus auf. MRT, CT und Lumbalpunktion helfen bei der Diagnostik und Planung der operativen Behandlung.

Artikelübersicht

Was ist ein Hydrozephalus?

Der Hydrozephalus kommt bei Säuglingen und Erwachsenen vor. Er ist meist angeboren, kann aber auch im Laufe des Lebens durch bestimmte Umstände (z.B. Infektionen, Hirntumore) entstehen.

Der Hydrozephalus kommt durch einen gestörten Flüssigkeitshaushalt im Kopf zustande: Die Hohlräume im Gehirn (Ventrikel) füllen sich mit übermäßig viel Hirnwasser, vergrößern sich und verdrängen so die feste Gehirnsubstanz. Dadurch kommt es zu einem starken Anstieg des Drucks im Gehirn.

Säuglinge reagieren auf den Druckanstieg anders als Erwachsene, da ihr Schädel noch nicht fertig ausgebildet ist. Die Schädelknochen sind bei ihnen noch nicht zusammengewachsen. Durch den größeren Druck im Gehirn kann sich ihr Schädel vergrößern und so den Druck teilweise ausgleichen.

Vergleich normaler Schädel und Hydrozephalus
Bei einem Hydrozephalus erhöht eine gestörte Hirnwasserzirkulation einen höheren Gehirndruck © pikovit | AdobeStock

Ein Hydrozephalus lässt sich bereits im Rahmen der pränatalen (vorgeburtlichen) Diagnostik feststellen: Auf den Bildern des Ungeborenen sind die erweiterten Ventrikel deutlich zu erkennen.

Formen und Ursachen des Hydrozephalus

Ein Hydrozephalus kommt in verschiedenen Formen vor – je nachdem, wie er beim Patienten entstanden ist.

Erblich bedingte Ursachen des Hydrozephalus sind beispielsweise

  • eine Missbildung des Gehirns,
  • Schädelknochenfehlbildungen und
  • eine gestörte Gehirn-Entwicklung.

Erworbene Formen des Hydrozephalus entstehen meist durch

Der Hydrozephalus occlusus ist mit etwa 60 Prozent der Fälle die am häufigsten vorkommende Form des Wasserkopfes. Er entsteht durch

  • Hirntumoren,
  • Gehirnmissbildungen,
  • Entzündungen des Gehirns und
  • Blutgerinnsel.

Der Liquor staut sich an einer Engstelle im Gehirn und kann nicht abfließen, sodass der Gehirndruck ansteigt. Eine typische Engstelle ist der Aquädukt. Er verbindet den dritten und vierten Ventrikel und ist mitunter von Geburt an verengt oder sogar vollständig geschlossen. Der Hydrozephalus nonresorptivus kommt nicht so häufig vor (30 Prozent). In diesem Fall kommt es, meist in Folge einer Hirnhautentzündung, zu einer verringerten Resorption. Das bedeutet, dass zu wenig Hirnwasser abfließt.

Ein Hydrozephalus hypersecretorius (Häufigkeit: zirka 10 Prozent) kann die Folge einer Kohlenmonoxid- oder Quecksilber-Vergiftung sein. Auch Gehirnentzündungen gelten als Verursacher dieser Form des Wasserkopfes. Eine angeborene schwere Hirnfehlbildung (zu wenig Gehirnmasse) führt zu einem Hydrozephalus e vacuo. Sowohl die äußeren als auch die inneren Liquorräume sind von Geburt an erweitert. Dementsprechend füllen sie sich auch mit mehr Gehirnflüssigkeit.

Symptome und Diagnose des Hydrozephalus

Bei den Symptomen eines Hydrozephalus unterscheidet man Säuglinge beziehungsweise Kinder und Erwachsene.

Hydrozephalus-Symptome bei Säuglingen und Kleinkindern

  • gesteigertes Kopfwachstum (perzentilenschneidend)
  • ungewöhnlich großer Kopf (Makrozephalus)
  • vorgewölbte Fontanelle (noch nicht verschlossener Raum zwischen den Schädelknochen)
  • prominente (gestaute) Schädelvenen
  • eine veränderte Augapfel-Stellung, bei der ein weißer Streifen der Sklera über der Hornhaut sichtbar wird (Sonnenuntergangszeichen)
  • Nüchternerbrechen
  • Balkonstirn (großer Kopf mit prominenter Stirn)

Hydrozephalus-Symptome bei Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen

  • starke Kopfschmerzen
  • Nüchternerbrechen
  • Sehstörungen (Doppelbilder)
  • Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma
  • Gangstörungen
  • eine verschlechterte Gedächtnisfunktion
  • eine verringerte Konzentrationsfähigkeit

Zusätzliche Hydrozephalus-Symptome bei älteren Erwachsenen

Die Diagnose des Hydrozephalus erfolgt mithilfe bildgebender Verfahren wie

Welches Verfahren sich am besten eignet, hängt vom Alter des Patienten und den Untersuchungsumständen ab.

Bei Säuglingen wendet man meist initial das Ultraschall-Verfahren an. Bei ihnen sind die Knochen der Schädeldecke noch nicht fest miteinander verwachsen. Das ermöglicht eine zufriedenstellende Bildqualität des Ultraschalls.

In Einzelfällen erfolgt in der Neurochirurgie, Neurologie oder Neuropädiatrie der Klinik noch zusätzlich eine Messung des Hirndrucks.

Wie wird ein Hydrozephalus behandelt?

Die Behandlung eines Hydrozephalus erfolgt operativ in der Neurochirurgie einer Klinik. Eine bewährte Methode ist das Anlegen eines Shunts. Man bohrt ein winziges Loch in die Schädeldecke des Patienten und führt dort einen sehr dünnen Katheter mit Silikonschlauch ein. Er verläuft von dort aus unter der Haut des Patienten und leitet die überschüssige Gehirnflüssigkeit beispielsweise in den Bauchraum. Dort baut der Körper sie ab (Ventrikulo-peritonealer Shunt/VP-Shunt). Ein hinter dem Ohr befindliches Ventil passt sich der jeweiligen Druckstufe im Ventrikel an. Auf diese Weise reduziert man den starken Gehirndruck.

VP-Shunt bei Hydrozephalus
Mittels VP-Shunt kann überschüssiges Hirnwasser über einen Katheter in den Bauchraum geleitet werden © rumruay | AdobeStock

Der Shunt ist von außen kaum sichtbar und kommt auch bei Säuglingen zum Einsatz. Säuglinge und Kinder, die schon frühzeitig einen Shunt eingesetzt bekommen, können sich - abhängig von der Grunderkrankung- in der Folgezeit ganz normal entwickeln. Eine noch bessere Prognose haben sie jedoch, wenn der Mediziner imstande ist, die Ursache ihres Hydrozephalus zu beseitigen.

Ist der dritte Gehirnventrikel betroffen (z.B. Aquäduktstenose), kann eine endoskopische Ventrikulostomie (ETV) angewendet werden. Dazu bohrt man ein winziges Loch in die Wand der Hirnkammer. Eine medikamentöse (symptomatische) Behandlung kommt beim Hydrozephalus höchstens kurzzeitig zur Anwendung.

Für alle Patienten mit einem Hydrozephalus sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. So können Ärzte neue Engestellen oder eine Dysfunktion des Shuntsystems frühzeitig entdecken und behandeln.

FAQ

Was ist ein Hydrozephalus?

Ein Hydrozephalus ist eine Erkrankung, bei der sich Liquor cerebrospinalis in den Ventrikeln und Liquorräumen ansammelt. Durch die gestörte Liquorzirkulation entsteht ein erhöhter Druck im Schädel. Der sogenannte Wasserkopf kann angeboren oder erworben auftreten.

Welche Symptome verursacht ein Hydrozephalus?

Typische Symptome sind Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Gangstörung und Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Beim Normaldruckhydrozephalus treten häufig Harninkontinenz und kognitiv Einschränkungen auf. Bei Säugling können eine vergrößerte Fontanelle oder eine Größenzunahme des Schädels Hinweise auf Hydrocephalus sein.

Welche Formen des Hydrozephalus gibt es?

Zu den Formen des Hydrozephalus zählen Verschlusshydrozephalus, malresorptivus Hydrozephalus und kommunizierenden Hydrozephalus. Beim kommunizierenden Hydrozephalus ist die Resorption des Liquors gestört, während beim Verschlusshydrozephalus der Abfluss aus den Ventrikeln blockiert ist. Auch Hydrozephalus bei Erwachsenen und erworbenen Hydrozephalus werden unterschieden.

Wie wird Hydrozephalus diagnostiziert?

Die Diagnostik erfolgt meist durch MRT oder CT des Gehirn. Zusätzlich können Lumbalpunktion, neurologische Untersuchungen und die Beurteilung der inneren und äußeren Liquorräumen notwendig sein. Ärztinnen und Ärzte beurteilen dabei auch Liquorproduktion, Hirndruck und die Größe der Ventrikel.

Wie erfolgt die Behandlung des Hydrozephalus?

Die Behandlung des Hydrozephalus erfolgt häufig operativ. Dabei werden Shunts oder eine externe Ventrikeldrainage eingesetzt, damit der Liquor in den Bauchraum oder den rechten Vorhof des Herzens abgeleitet werden kann. Alternativ kommen endoskopische Verfahren wie die Ventrikulozisternostomie in der Neurochirurgie zum Einsatz.

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