Ein Hirntumor ist eine Erkrankung des Gehirn, bei der sich Tumorzelle unkontrolliert vermehren und gesundes Gewebe verdrängen. Hirntumoren können gutartig oder bösartig sein und unterschiedliche Symptome verursachen. Typisch sind neurologisch auffällige Beschwerden wie Kopfschmerz, Sehstörungen, Sprach- oder Orientierungsstörung sowie Übelkeit und Erbrechen.
Besonders bösartige Hirntumoren wie das Glioblastom wachsen schnell und können neurologischen Ausfällen führen. Die Diagnose erfolgt meist durch Untersuchung, MRT, CT und weitere bildgebende Verfahren in einer spezialisierten Klinik. Je nach Lage des Tumors kommen Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder moderne Therapiemöglichkeiten infrage. Eine Früherkennung von Hirntumoren verbessert oft die Behandlung und die Überlebenszeit der Patientinnen und Patienten.
Definition Kopftumor
Die Medizin verwendet die zusammenfassende Bezeichnung Kopf-Hals-Tumoren für unterschiedliche Krebsvarianten, die an diesen Körperstellen bestehen.
Hierzu zählen im Gesichtsbereich:
- Nasennebenhöhlen
- Nase
- Mundhöhle (Lippen, Zunge, Gaumen, Mundboden, Speicheldrüsenkrebs, Wange)
- Rachen (Rachenkrebs)
- Kehlkopf (Kehlkopfkrebs)
- Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs)
Darüber kommt eine Tumorerkrankung des Kopfes an den Augen, als Tumore der Haut (Hautkrebs) und im Gehirn vor.
Dazu gehören auch die umgebenden Strukturen:
- Hirnhaut
- Schädelbasis
- Schädelknochen
- Felsenbeine (Teil des Schläfenbeins)
Ein Kopftumor ist als gutartiger Tumor und als bösartiger Tumor möglich. Beide Varianten sind mit Beschwerden verbunden. Ob es sich um Krebs handelt, ist nicht durch Ansehen und durch eine einfache Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung festzustellen.
Eine medizinische Abklärung ist daher durch folgende Fachärzte notwendig:
- Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder
- Spezialisten der Onkologie oder
- Kopf- und Gehirn-Neurochirurgie
Zudem gibt es zertifizierte Zentren für Kopf- und Hals- Tumore mit fachübergreifend zusammenarbeitenden Spezialisten.
Symptome bei Tumoren im Kopfbereich
Die Symptome bei einem Tumor im Kopf oder dem Gesichts- und Halsbereich sind vielfältig und abhängig von der Region:
Im Bereich von Kehlkopf und Rachen sind Schluckbeschwerden, ein Fremdkörpergefühl oder auch Heiserkeit und ein Kratzen im Hals typisch.

Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in der Schleimhaut des Kehlkopfs entsteht @ magicmine /AdobeStock
Symptome der Mundhöhle zeigen sich häufig in Form von schlecht heilenden Wunden, Mundgeruch oder Schmerzen während des Sprechens.
Bei einem Tumor im Gehirn (intrakranieller Tumor) hängen die Symptome wesentlich von Größe und genauer Position des Hirntumors ab.
Bekannt sind:
- Kopfschmerzen
- Verstärkte Müdigkeit und
- Allgemeiner Leistungsabfall
Auch Epilepsie, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen sind möglich.
Die genannten Symptome sind keine eindeutigen Hinweise auf eine Krebserkrankung. Sie sind auch bei einer Vielzahl an harmlosen Erkrankungen vorhanden.
Kommen sie jedoch länger als zehn bis vierzehn Tage vor, ist es sinnvoll, dass Sie einen Facharzt aufsuchen. Wie bei allen bösartigen Erkrankungen ist eine frühestmögliche Diagnose die beste Option für eine erfolgreiche Behandlung.

Ein Hirntumor kann eine gutartige oder bösartige Geschwulst im Gehirn sein @ Sebastian Kaulitzki /AdobeStock
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren
Eindeutige Krankheitsursachen lassen sich nicht benennen. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen.
Vor allem bei Kehlkopfkrebs ist das Rauchen, vor allem langfristig und in größerem Ausmaß, das zentrale Risiko. In Kombination mit häufigem Genuss von hochprozentigem Alkohol steigt die Gefahr, Krebs im Mundhöhlen- und Rachenbereich zu bekommen. Auch umweltbedingte Schadstoffe, beispielsweise Asbest, sind ein Risiko.
Bei einem primären Tumor im Gehirn kennt die Medizin bislang keine spezifischen auslösenden Faktoren. Da es keinen Auslöser gibt, sprechen Mediziner meist von einem sporadischen Hirntumor.
Sekundäre Hirntumoren hingegen (Bildung von Metastasen) kommen vor, wenn bereits eine Krebserkrankung im Körper vorhanden ist. Diese erhöht das Risiko für ein Streuen des Tumors. Das betrifft jedoch nicht immer das Gehirn, sondern ist auch in jedem anderen Körperbereich denkbar.
Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung
Die diagnostischen Methoden haben zum Ziel, einen gutartigen oder bösartigen Befund zu ermöglichen. Hierzu stehen unterschiedliche Untersuchungsoptionen zur Verfügung.
Je nach Lage des verdächtigen Gebietes entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe und lässt sie in einem Labor untersuchen.
Darüber kommen in der Abteilung für Neuroradiologie bildgebende Verfahren, wie MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomographie) zum Einsatz. Ziel ist es, die Ausbreitung des Kopftumors und die exakte Position festzustellen. Beim Verdacht auf einen Hirntumor kommen zusätzlich neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Diese werden meist von einem Facharzt für Neurologie vorgenommen.
Der Arzt prüft Ihre Muskelkraft, die Reflexe und ebenso die Koordinationsfähigkeit. Auch eine Untersuchung des Gesichtsfelds und des Augenhintergrunds kommt vor.
Befundbilder einer MRT-Untersuchung des Kopfes @ Руслан Галиуллин /AdobeStock
Therapeutische Möglichkeiten
Auf Basis Ihrer individuellen Diagnose erstellt Ihr Arzt einen Behandlungsplan. Ziel der operativen Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Tumors.
Je nach Art des Kopftumors gibt es spezielle Operationsmethoden:
- Hirntumor-OP
- Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) oder andere Methoden der Kehlkopfchirurgie
- Hautkrebs-OP bei Hautkrebserkrankungen im Kopfbereich
Das entsprechende Operationsverfahren basiert auf Ihrem Krankheitsbild. Meist sind im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie sowie eine Bestrahlung erforderlich.
Operationen bei Hirntumoren führen Ärzte aus dem Bereich der Neurochirurgie durch, da das Zentrale Nervensystem (ZNS) betroffen ist.
In der Neuroonkologie behandelt der Arzt den bösartigen Kopftumor häufig auch mit immun-therapeutischen Wirkstoffen (Immuntherapie). Diese reaktivieren Ihr Immunsystem und stärken es für den Kampf gegen den Tumor. Immunzellen werden dabei durch verschiedene Wirkstoffe befähigt, die vorhandenen Krebszellen zu erkennen und gegen sie anzugehen.
Krankheitsverlauf und Prognose
Der Verlauf eines Kopftumors ist nicht definierbar. Hier kommt es in erster Linie auf die genaue Art der Erkrankung an. Auch auf das Stadium, in dem die Behandlung beginnt.
Die jeweiligen therapeutischen Methoden wirken umso besser, je früher die Maßnahmen gegen den Tumor beginnen. Im Fall einer Krebserkrankung ist die Krebsform entscheidend für den Behandlungserfolg.
Für eine gute Prognose sind eine umsichtige Nachsorge und auch rehabilitative Behandlung hilfreich. Es gilt mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen und behandeln. Sie sollten auf einen gesunden Lebensstil achten und die Nachsorgetermine wahrnehmen.
Fazit
Kopftumoren sind ein komplexes Krankheitsgeschehen mit gutartiger und auch bösartiger Ausprägung. Sie umfassen den gesamten Bereich von Gehirn, Kopf und Hals sowie die zugehörigen Strukturen.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind umso besser, je früher Ärzte den Tumor erkennen. Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie ermöglichen hier die bestmögliche Expertise für Ihre Behandlung.
FAQ
Welche Symptome verursacht ein Hirntumor?
Ein Hirntumor kann unterschiedliche Symptome verursachen. Typisch sind neu auftretende Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen oder epileptisch bedingte Krampfanfälle. Je nach Lage des Tumors treten außerdem neurologischen Ausfällen, Lähmungserscheinungen oder Veränderungen der Persönlichkeitsmerkmale auf.
Sind Hirntumoren immer bösartig?
Nein, Hirntumoren können gutartig oder bösartig sein. Gutartig wachsende Tumorarten wie ein Hypophysenadenom wachsen oft langsamer, während ein Glioblastom zu den aggressiven bösartigen Hirntumoren zählt. Entscheidend sind Wachstum, Lokalisation und Verhalten der Tumorzelle im Gehirngewebe.
Wie erfolgt die Diagnose bei einem Hirntumor?
Die Diagnose eines Hirntumor erfolgt durch neurologisch orientierte Untersuchung beim Arzt oder Spezialist. MRT, CT und Magnetresonanztomografie helfen dabei, den Befund und die Lage des Tumors sichtbar zu machen. Zusätzlich können Gewebeproben notwendig sein, um primär oder sekundär entstandene Hirntumoren zu unterscheiden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hirntumoren?
Die Behandlung hängt von Tumorart, Größe und Lokalisation ab. Häufig werden Operation, Chirurgie, Chemotherapie und Bestrahlung kombiniert, um Tumorzelle zu bekämpfen. Moderne Therapiemöglichkeiten verbessern bei vielen Patientinnen und Patienten die Überlebenszeit und Lebensqualität.
Warum ist die Früherkennung von Hirntumoren wichtig?
Eine Früherkennung von Hirntumoren ermöglicht oft eine schnellere Diagnose und frühere Behandlung. Werden Symptome wie Kopfschmerz, neurologische Störung oder Sehprobleme früh erkannt, kann ein behandelndes Team gezielter eingreifen. Besonders bei einem bösartig wachsenden Glioblastom ist eine frühe Therapie entscheidend.
Beitrag teilen
Über den Fachautor
Sabine Schneider
Chefredakteurin
Sabine Schneider – medizinische Fachautorin: Entdecken Sie fundierte Fachbeiträge und medizinische Expertise im Leading Medicine Guide.
Vollständiges Expertenprofil ansehen →Quellen
- Krebsgesellschaft: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/definition-und-haeufigkeit.html
- S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms“ (AWMF-Register-Nr. 017-076OL), Stand 11.03.2019: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/017-076OL
- S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Mundhöhlenkarzinoms“ (AWMF-Register-Nr. 007-100OL), Stand 26.03.2021: register.awmf.org/de/leitlinien/detail/007-100OL
- Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.: https://www.hno.org/
