Kopftumor - Medizinische Experten

25.05.2024
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Kopftumoren sind ein Oberbegriff für zahlreiche Tumorerkrankungen, die im Bereich Gehirn, Kopf allgemein sowie Hals vorkommen. Eine Vielzahl davon sind bösartiger Natur und gelten entsprechend als Krebserkrankungen. Hier erfahren Sie mehr zu Symptomen, Diagnostik, Behandlung und finden ausgewählte, erfahrene Spezialisten für Kopftumore.

Empfohlene Spezialisten

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Kopftumor? Unter diesem Begriff fasst man eine Gruppe verschiedenster bösartiger und gutartiger Tumoren im Bereich des Kopfes und Halses zusammen, etwa an/in der Nase, im Rachen, an der Schilddrüse, im Gehirn, im Schädelknochen und weitere.
  • Symptome: Die Beschwerden hängen vom genauen Typ des Tumors ab und sind daher sehr vielfältig. Eine Übersicht finden Sie unten im Text.
  • Ursachen und Risikofaktoren: Die Ursachen sind meistens ungeklärt. Zu den Risikofaktoren für verschiedene Kopf- und Hals-Krebsarten gehören u. a. das Rauchen, der häufige Genuss von hochprozentigem Alkohol und toxische Schadstoffe, bspw. Asbest.
  • Diagnose: Je nach lage des Tumors kann eine Gewebeprobe entnommen und untersucht werden. Bildgebende Verfahren (MRT, CT) bieten Aufschluss über die Größe und Ausbreitung. Bei Verdacht auf Hirntumoren kommen neurologische Untersuchungen hinzu.
  • Behandlung: Die Behandlung hängt von der Art des Tumors ab. Eine operative Entfernung des Tumors ist, wenn möglich, die beste Option. Damit kombiniert kommen häufig eine Chemotherapie, Strahlentherapie und gelegentlich eine Immuntherapie zum Einsatz.
  • Prognose: Der Krankheitsverlauf hängt von der Art des Tumors und von dessen Stadium ab. Nach einer Heilung ist eine umsichtige Nachsorge von höchster Bedeutung, um ein erneutes Auftreten des Tumors frühestmöglich zu entdecken.

Artikelübersicht

Definition Kopftumor

Die Medizin verwendet die zusammenfassende Bezeichnung Kopf-Hals-Tumoren für unterschiedliche Krebsvarianten, die an diesen Körperstellen bestehen. 

Hierzu zählen im Gesichtsbereich:

Darüber kommt eine Tumorerkrankung des Kopfes an den Augen, als Tumore der Haut (Hautkrebs) und im Gehirn vor. 

Dazu gehören auch die umgebenden Strukturen:

  • Hirnhaut
  • Schädelbasis
  • Schädelknochen
  • Felsenbeine (Teil des Schläfenbeins)

Ein Kopftumor ist als gutartiger Tumor und als bösartiger Tumor möglich. Beide Varianten sind mit Beschwerden verbunden. Ob es sich um Krebs handelt, ist nicht durch Ansehen und durch eine einfache Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung festzustellen.

Eine medizinische Abklärung ist daher durch folgende Fachärzte notwendig:

Zudem gibt es zertifizierte Zentren für Kopf- und Hals- Tumore mit fachübergreifend zusammenarbeitenden Spezialisten.

Symptome bei Tumoren im Kopfbereich

Die Symptome bei einem Tumor im Kopf oder dem Gesichts- und Halsbereich sind vielfältig und abhängig von der Region:

Im Bereich von Kehlkopf und Rachen sind Schluckbeschwerden, ein Fremdkörpergefühl oder auch Heiserkeit und ein Kratzen im Hals typisch. 

Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs ist eine bösartige Erkrankung, die in der Schleimhaut des Kehlkopfs entsteht @ magicmine /AdobeStock

Symptome der Mundhöhle zeigen sich häufig in Form von schlecht heilenden Wunden, Mundgeruch oder Schmerzen während des Sprechens.

Bei einem Tumor im Gehirn (intrakranieller Tumor) hängen die Symptome wesentlich von Größe und genauer Position des Hirntumors ab. 

Bekannt sind:

  • Kopfschmerzen
  • Verstärkte Müdigkeit und 
  • Allgemeiner Leistungsabfall

Auch Epilepsie, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen sind möglich.

Die genannten Symptome sind keine eindeutigen Hinweise auf eine Krebserkrankung. Sie sind auch bei einer Vielzahl an harmlosen Erkrankungen vorhanden. 

Kommen sie jedoch länger als zehn bis vierzehn Tage vor, ist es sinnvoll, dass Sie einen Facharzt aufsuchen. Wie bei allen bösartigen Erkrankungen ist eine frühestmögliche Diagnose die beste Option für eine erfolgreiche Behandlung.

Hirntumor

Ein Hirntumor kann eine gutartige oder bösartige Geschwulst im Gehirn sein @ Sebastian Kaulitzki /AdobeStock

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Eindeutige Krankheitsursachen lassen sich nicht benennen. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen. 

Vor allem bei Kehlkopfkrebs ist das Rauchen, vor allem langfristig und in größerem Ausmaß, das zentrale Risiko. In Kombination mit häufigem Genuss von hochprozentigem Alkohol steigt die Gefahr, Krebs im Mundhöhlen- und Rachenbereich zu bekommen. Auch umweltbedingte Schadstoffe, beispielsweise Asbest, sind ein Risiko.

Bei einem primären Tumor im Gehirn kennt die Medizin bislang keine spezifischen auslösenden Faktoren. Da es keinen Auslöser gibt, sprechen Mediziner meist von einem sporadischen Hirntumor. 

Sekundäre Hirntumoren hingegen (Bildung von Metastasen) kommen vor, wenn bereits eine Krebserkrankung im Körper vorhanden ist. Diese erhöht das Risiko für ein Streuen des Tumors. Das betrifft jedoch nicht immer das Gehirn, sondern ist auch in jedem anderen Körperbereich denkbar.

Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung

Die diagnostischen Methoden haben zum Ziel, einen gutartigen oder bösartigen Befund zu ermöglichen. Hierzu stehen unterschiedliche Untersuchungsoptionen zur Verfügung. 

Je nach Lage des verdächtigen Gebietes entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe und lässt sie in einem Labor untersuchen. 

Darüber kommen in der Abteilung für Neuroradiologie bildgebende Verfahren, wie MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomographie) zum Einsatz. Ziel ist es, die Ausbreitung des Kopftumors und die exakte Position festzustellen.

Beim Verdacht auf einen Hirntumor kommen zusätzlich neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Diese werden meist von einem Facharzt für Neurologie vorgenommen. 

Der Arzt prüft Ihre Muskelkraft, die Reflexe und ebenso die Koordinationsfähigkeit. Auch eine Untersuchung des Gesichtsfelds und des Augenhintergrunds kommt vor.

Gelegentlich ist auch eine Nervenwasseruntersuchung erforderlich, bei der veränderte Zellen nachweisbar siBefundbilder nach Hirn-MRTBefundbilder einer MRT-Untersuchung des Kopfes @ Руслан Галиуллин /AdobeStock

Therapeutische Möglichkeiten

Auf Basis Ihrer individuellen Diagnose erstellt Ihr Arzt einen Behandlungsplan. Ziel der operativen Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Tumors. 

Je nach Art des Kopftumors gibt es spezielle Operationsmethoden:

Das entsprechende Operationsverfahren basiert auf Ihrem Krankheitsbild. Meist sind im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie sowie eine Bestrahlung erforderlich.

Operationen bei Hirntumoren führen Ärzte aus dem Bereich der Neurochirurgie durch, da das Zentrale Nervensystem (ZNS) betroffen ist.

In der Neuroonkologie behandelt der Arzt den bösartigen Kopftumor häufig auch mit immun-therapeutischen Wirkstoffen (Immuntherapie). Diese reaktivieren Ihr Immunsystem und stärken es für den Kampf gegen den Tumor. Immunzellen werden dabei durch verschiedene Wirkstoffe befähigt, die vorhandenen Krebszellen zu erkennen und gegen sie anzugehen.

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf eines Kopftumors ist nicht definierbar. Hier kommt es in erster Linie auf die genaue Art der Erkrankung an. Auch auf das Stadium, in dem die Behandlung beginnt. 

Die jeweiligen therapeutischen Methoden wirken umso besser, je früher die Maßnahmen gegen den Tumor beginnen. Im Fall einer Krebserkrankung ist die Krebsform entscheidend für den Behandlungserfolg.

Für eine gute Prognose sind eine umsichtige Nachsorge und auch rehabilitative Behandlung hilfreich. Es gilt mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen und behandeln. 

Sie sollten auf einen gesunden Lebensstil achten und die Nachsorgetermine wahrnehmen.

Fazit

Kopftumoren sind ein komplexes Krankheitsgeschehen mit gutartiger und auch bösartiger Ausprägung. Sie umfassen den gesamten Bereich von Gehirn, Kopf und Hals sowie die zugehörigen Strukturen

Die Behandlungsmöglichkeiten sind umso besser, je früher Ärzte den Tumor erkennen. Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie ermöglichen hier die bestmögliche Expertise für Ihre Behandlung.

Quellen

  • Krebsgesellschaft: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/definition-und-haeufigkeit.html
  • S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-076OLl_S3_Larynxkarzinom_2019-11.pdf
  • S3-Leitlinie Mundhöhlenkarzinom: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-100OLl_S3_Mundh%C3%B6hlenkarzinom_122012-122015-abgelaufen.pdf
  • Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.: https://www.hno.org/
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