Der Begriff Rachenkrebs beschreibt eine bösartige Tumorerkrankung im Rachen, die aus Veränderungen der Schleimhaut entsteht. Dabei entsteht Rachenkrebs, wenn einzelne Zellen genetische Veränderungen entwickeln und sich unkontrolliert vermehren. Aus diesen veränderten Zellen bildet sich ein Tumor, der in umliegendes Gewebe einwachsen kann.
Grundsätzlich gibt es mehrere Varianten von Rachenkrebs. Das Nasopharynxkarzinom entsteht im oberen Rachen hinter der Nase. Das Oropharynxkarzinom betrifft den Bereich hinter der Mundhöhle, während das Hypopharynxkarzinom im unteren Rachen, nahe dem Kehlkopf, die Speiseröhre oder die Lymphknoten im Halsbereich betrifft. Aufgrund dieser Ausbreitung ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig.
Die genauen Ursachen für Rachenkrebs sind in der Fachwelt noch nicht ausreichend geklärt, dennoch sin mehrere Ursachen für Rachenkrebs bekannt, die als bedeutende Risikofaktoren gelten. Bei der Entstehung spielen hauptsächlich äußere Einflüsse eine Rolle.
Zu den wichtigsten zählt das Rauchen. Tabakrauch enthält zahlreiche, krebserregende Substanzen, die die Schleimhaut im Rachen schädigen. Regelmäßiges Rauchen kann daher das Risiko für Rachenkrebs deutlich erhöhen. Besonders problematisch ist die Kombination aus Alkohol und Rauchen, da Alkohol die Schutzfunktion der Schleimhaut zusätzlich schwächt.
Auch humane Papillomviren (HPV) werden verdächtigt, Karzinome im Hals-Kopf-Bereich zu begünstigen. HP-Viren sind meistens eher für die von ihnen im Genitalbereich ausgelösten Erkrankungen bekannt. So ist etwa nachgewiesen, dass manche HP-Viren die Hauptursache für die Entstehung von Gerbärmutterhalskarzinomen sind.
Der Anteil der Tumore, die durch HPV-Viren im Rachenraum ausgelöst werden, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Neben Infektinen gelten auch chronische Reizungen der Schleimhaut als möglicher Risikofaktor. Häufiges Sodbrennen kann beispielsweise dazu führen, dass Magensäure wiederholt in den Rachen gelangt. Dadurch kann sich die Schleimhaut verändern, was die Entstehung von Rachenkrebs begünstigen kann.
Darüber hinaus können berufliche Belastungen eine Rolle spielen. Menschen die regelmäßig mit chemischen Substanzen wie Formaldehyd arbeiten, haben eine erhöhtes Risiko. Insgesamt zeigt sich, dass Rachenkrebs meist durch ein Zusammenspiel mehrere Einflüsse entsteht.
Nicht zuletzt können auch erbliche Faktoren beim Rachenkrebs eine Rolle spielen.

Rachenkarzinome können in verschiedenen Bereichen des Rachens auftreten © RFBSIP | AdobeStock
Pharynxkarzinome können sich aus verschiedenen Krebsvorstufen entwickeln (den sogenannten Präkanzerosen). Diese gehen häufig in Tumorerkrankungen über.
Folgende Vorstufenformen können der Entstehung von Rachenkrebs vorausgehen:
- Leukoplakie (Weißschwielenkrankheit, Leukokeratose): Weißes, nicht abwischbares Areal der Schleimhäute im Mund. Wird begünstigt durch Tabak- und Alkoholkonsum, Viruserkrankungen, mechanische Reize, Eisenmangel, Mangel an Vitamin A und B, mangelhafte Mundhygiene.
- Hyperplasie: übermäßige Erhöhung der Anzahl der Schleimhautzellen.
- Dysplasie: übermäßige Bildung von Schleimhautzellen mit gleichzeitiger Veränderung des Erscheinungsbilds der Zellen.
Präkanzerosen werden häufig nur zufällig entdeckt. Nach der Diagnosestellung sollten sie entweder vom Arzt behandelt oder einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden. Das kann einer späteren bösartigen Tumorerkrankung vorbeugen.
Symptome treten beim Rachenkrebs häufig erst spät auf. Daher wird Rachenkrebs erst spät festgestellt, wenn der Tumor bereits größer geworden ist oder sich Metastasen gebildet haben.
Zu den ersten Anzeichen gehört häufig eine schmerzlose Schwellung der Halslymphknoten. Vergrößerte Lymphknoten können ein Hinweis auf die Ausbreitung der Erkrankung sein.
Weitere Symptome hängen davon ab, in welchem Bereich des Rachen sich der Tumor befindet.
Folgende Symptome können Hinweise darauf sein, dass es sich um Mundhöhlenkrebs und Rachenkrebs handelt:
Beim Nasenrachenkrebs:
- häufiges Nasenbluten
- Dauerschnupfen
- behinderte Nasenatmung
- chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen
- Schwerhörigkeit (eine Folge der Minderbelüftung im Mittelohr)
- Tinnitus (Ohrgeräusche)
- bei großen Tumoren: Nervenausfälle im Hirnbereich, Folge: Sehstörungen (Doppelbilder), Schmerzen im Gesicht.
- Kopfschmerzen
Beim Mundhöhlenrachenkrebs:
- Beschwerden beim Schlucken
- Halsschmerzen
- Ohrenschmerzen
- eingeschränkte Zungentätigkeit (Sprachprobleme)
- Kaumuskelkrampf, dadurch Probleme beim Öffnen des Mundes
- Blutungen im Rachenbereich oder Mundraum
- Mundgeruch
Beim Schlundrachenkrebs:
- Schluckbeschwerden
- Halsschmerzen
- übermäßiger Speichelfluss
- blutiger Auswurf (Sputum)
- Fremdkörpergefühl im Hals
- Befall des Kehlkopfs: Beeinträchtigung der Stimmbandfunktion mit Heiserkeit
- Atemnot
- auffällige Gewichtsabnahme (nach Befall der Speiseröhre)
Da die Beschwerden zunächst harmlos erscheinen, wird ein Verdacht auf Rachenkrebs häufig erst spät gestellt.
Besteht ein Verdacht auf Rachenkrebs, erfolgt zunächst eine ausführliche ärztliche Untersuchung. Der behandelnde Arzt fragt nach Beschwerden, möglichen Risikofaktoren und der Krankengeschichte.
Anschließend wird der Mund- und Rachenraum sorgfältig untersucht. Mit speziellen Instrumenten kann der Arzt Veränderugnen an der Schleimhaut erkennen. Häufig wird zusätzlich eine endoskopische Untersuchung durchgeführt, bei der der Rachen und der Kehlkopf genauer betrachtet werden.
Besteht weiterhin der Verdacht auf einen Tumor, wird eine Biopsie durchgeführt. Dabei wird eine kleine Gewebeprobe entnommen, die anschließend im Labor untersucht wird. Diese Gewebeprobe ermöglicht eine sichere Diagnosestellung.
Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT helfen dabei, die Größe des Tumors, das genaue Stadium und die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen. Diese Informationen sind entscheidend für den Zeitpunkt der Diagnose und die weitere Planung der Therapie.
Die Therapie des Pharynxkarzinoms richtet sich nach der Art und Lage des Tumors. Bei vielen Tumorarten ist es möglich, das bösartige Gewebe operativ zu entfernen.
Ein wichtiges Ziel der Behandlung ist, die Lebensqualität des Patienten zu erhalten, ihm also das
- Essen,
- Trinken,
- Sprechen und
- Atmen
zu ermöglichen.
Eine allgemeine Prognose zur Rachenkrebs-Lebenserwartung gibt es nicht, da diese vom jeweiligen Einzelfall abhängig ist. Grundsätzlich unterscheidet sich die Therapie der Nasopharynxkarzinome von der der Oropharynx- und Hypopharynxkarzinome.
Die Behandlung von Nasopharynxkarzinomen
Die Behandlung von Rachenkrebs richtet sich nach mehreren Faktoren. Entscheidend sind untere anderem die Größe des Tumors, das Stadium sowie die genaue Lokalisation im Rachen.
In vielen Fällen wird zunächst eine Operation durchgeführt, um den Tumor vollständig entfernen zu können. Ein solcher Eingriff kann über verschiedene Zugangswege erfolgen, beispielsweise über den Mund-, Hals- oder Unterkieferbereich.
Neben der Operation spielt die Strahlentherapie eine wichtige Rolle. Die Bestrahlung kann entweder nach der Operation eingesetzt werden oder als alleinige Therapie, wenn ein chirurgischer Eingriff nicht möglich ist.
In bestimmten Fällen wird zusätzlich Chemotherapie durchgeführt. Die Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie wird häufig bei fortgeschrittenen Erkrankungen eingesetzt.
Die Behandlung hängt letztlich vom individuellen Krankheitsverlauf ab. Moderne Konzepte der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren verfolgen das Ziel, den Tumor wirksam zu bekämpfen und gleichzeitig möglichst viel von gesundem Gewebe zu erhalten.
Bei jeder Therapie können auch Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen beispielsweise Schluckbeschwerden, Veränderungen der Stimme oder Schleimhautreizungen. Deshalb werden mögliche Spätfolgen der Behandlung bereits im Vorfeld mit dem Patienten besprochen.
Die Prognose bei Rachenkrebs hängt stark vom Zeitpunkt der Diagnose, vom Stadium und von der Ausbreitung der Erkrankung ab. Wird der Tumor früh erkannt, sind die Heilungschancen deutlich besser.
Viele Patienten fragen sich, ob Rachenkrebs heilbar ist. Tatsächlich kann die Ekrankung heilbar sein, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt und konsequent behandelt wird.
In fortgeschrittenen Stadien kann die Therapie komplexer sein. Dennoch ermöglichen moderne Behandlungsverfahren eine gute Kontrolle der Erkrankung und können die Lebenserwartung verbessern.
Unterstützung sowie weiterführende Informationen bieten Organisationen wie die Deutsche Krebshilfe, die Patienten und Angehörige umfassend beraten.
Woran erkennt man Rachenkrebs?
Viele Menschen fragen sich: Erkennt man Rachenkrebs frühzeitig? Erste Hinweise können Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder eine schmerzlose Schwellung der Lymphknoten sein. Eine frühzeitige Untersuchung beim Arzt ist daher wichtig, wenn die Beschwerden länger anhalten.
Welche Anzeichen von Rachenkrebs gibt es?
Die Anzeichen können unterschiedlich sein. Häufige Symptome sind Schmerzen im Hals, Schwierigkeiten beim Schlucken, Heiserkeit oder Blutungen im Mund- und Rachenbereich.
Ist Mund- und Rachenkrebs heilbar?
Es ist abhängig vom Stadium und vom Zeitpunkt der Diagnosestellung. Wird die Erkrankung früh bekannt, bestehen gute Heilungschancen.
Wie läuft die Behandlung von Rachenkrebs ab?
Die Behandlung von Rachenkrebs erfolgt meist durch eine Kombination aus Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Welche Methode eingesetzt wird, hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet und wie er sich ausgebreitet hat.