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Lungenembolie: Wenn ein Blutgerinnsel zur Gefahr wird

04.08.2026

Plötzlich auftretende Atemnot, stechende Brustschmerzen oder ein schneller Herzschlag können Anzeichen einer Lungenembolie sein. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Ursache ist meist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß in der Lunge verschließt und dadurch die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt.

Je nachdem, wie groß das verschlossene Gefäß ist, können die Beschwerden unterschiedlich stark ausfallen. Während kleine Lungenembolien manchmal nur leichte Symptome verursachen, können größere Gefäßverschlüsse innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Umso wichtiger ist es, Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall keine Zeit zu verlieren. 

Lungenembolie

Wie ein Blutgerinnsel in die Lunge gelangt

In den meisten Fällen entsteht das Blutgerinnsel zunächst in einer tiefen Bein- oder Beckenvene. Löst sich ein Teil dieses Gerinnsels, wird es mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge transportiert. Dort bleibt es in einem Lungengefäß stecken und blockiert den Blutfluss.

Dadurch kann das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert werden. Gleichzeitig muss das Herz deutlich mehr leisten, um das Blut durch die verengten Gefäße zu pumpen. Je größer das Gerinnsel ist, desto stärker wird der Körper belastet. 

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko

Eine Lungenembolie entsteht meist nicht ohne Ursache. Verschiedene Risikofaktoren begünstigen die Bildung von Blutgerinnseln.

Dazu gehören unter anderem:

  • längere Bettlägerigkeit
  • Operationen
  • Knochenbrüche
  • lange Flug- oder Autoreisen
  • Krebserkrankungen
  • Schwangerschaft und Wochenbett
  • Rauchen
  • hormonelle Verhütungsmittel
  • angeborene Gerinnungsstörungen

Auch Menschen, die bereits eine Thrombose oder Lungenembolie hatten, besitzen ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung. 

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein

Nicht jede Lungenembolie verläuft gleich. Manche Betroffene entwickeln innerhalb weniger Minuten schwere Beschwerden, andere bemerken zunächst nur leichte Symptome.

Typische Anzeichen sind:

  • plötzlich auftretende Atemnot
  • stechende Brustschmerzen
  • schneller Herzschlag
  • Husten
  • blutiger Auswurf
  • Schwindel
  • starke Schwäche
  • Ohnmacht

Die Beschwerden verschlimmern sich häufig bei körperlicher Belastung oder tiefem Einatmen. Tritt eines oder mehrere dieser Symptome plötzlich auf, sollte umgehend der Notruf verständigt werden. 

Oft geht der Lungenembolie eine Thrombose voraus

Viele Lungenembolien entstehen als Folge einer tiefen Venenthrombose. Dabei bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene des Beins oder Beckens.

Mögliche Warnzeichen einer Thrombose sind:

  • Schwellung eines Beines
  • Spannungsgefühl
  • Schmerzen in der Wade
  • Überwärmung
  • gerötete oder bläuliche Haut

Wer solche Beschwerden bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitig erkannte Thrombose kann behandelt werden, bevor sich das Gerinnsel löst und in die Lunge gelangt. 

So wird die Diagnose gestellt

Bei Verdacht auf eine Lungenembolie muss rasch gehandelt werden. Zunächst werden Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Atmung kontrolliert.

Zusätzlich können Blutuntersuchungen Hinweise auf eine Embolie liefern. Entscheidend für die Diagnose sind jedoch bildgebende Verfahren. Häufig wird eine Computertomographie mit Kontrastmittel durchgeführt, um verschlossene Lungengefäße sichtbar zu machen. Ergänzend können Ultraschalluntersuchungen der Beinvenen oder ein Herzultraschall notwendig sein. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt

Die Behandlung beginnt meist bereits dann, wenn der Verdacht auf eine Lungenembolie besteht. Blutverdünnende Medikamente verhindern, dass das Gerinnsel weiter wächst und neue Blutgerinnsel entstehen. Bei größeren Embolien können Medikamente eingesetzt werden, die das Blutgerinnsel auflösen. In besonders schweren Fällen wird das Gerinnsel mithilfe eines Katheters entfernt oder operativ beseitigt.

Nach der Akutbehandlung müssen viele Betroffene blutverdünnende Medikamente noch über mehrere Monate einnehmen, um erneuten Embolien vorzubeugen. 

So lässt sich das Risiko senken

Nicht jede Lungenembolie lässt sich verhindern. Das persönliche Risiko kann jedoch durch einige Maßnahmen deutlich reduziert werden.

Dazu gehören:

  • regelmäßige Bewegung
  • langes Sitzen möglichst vermeiden
  • ausreichend trinken
  • Kompressionsstrümpfe bei erhöhtem Risiko tragen
  • nach Operationen früh mobilisieren
  • verordnete Blutverdünner konsequent einnehmen
  • auf das Rauchen verzichten

Vor allem nach Operationen oder längeren Reisen lohnt es sich, auf erste Anzeichen einer Thrombose zu achten. 

Fazit: Schnelles Handeln kann Leben retten.

Eine Lungenembolie zählt zu den medizinischen Notfällen und sollte niemals unterschätzt werden. Plötzlich auftretende Atemnot oder Brustschmerzen erfordern eine sofortige ärztliche Abklärung. Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten kann die Erkrankung heute in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden – vorausgesetzt, sie wird rechtzeitig erkannt.