Bestimmte Umstände können eine Schwangerschaft für Mutter und Kind riskanter machen, als eine normale Schwangerschaft. Dazu zählen etwa Vorerkrankungen der Mutter, aber auch ein höheres Alter der werdenden Mutter. Statistisch treten in solchen Fällen zum Beispiel mehr Fehlgeburten auf. Risikoschwangerschaften werden deshalb engmaschig überwacht. So können Ärztinnen und Ärzte auftretende Probleme schneller erkennen und rechtzeitig reagieren.
Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie Spezialisten und Zentren.
Definition: Wann spricht man von einer Risikoschwangerschaft?
Gemeint sind Schwangerschaften, bei denen
- aufgrund der Krankengeschichte der werdenden Mutter (sogenannte anamnestische Risiken) oder
- durch einen Untersuchungsbefund während der aktuellen Schwangerschaft (schwangerschaftsverbindende Risiken)
bestimmte Umstände vorliegen, die die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen erhöhen. Diese können die Schwangerschaft selbst oder die Geburt betreffen.
Betroffene Frauen benötigen daher eine intensivere Betreuung. Die werdende Mutter profitiert von häufigeren medizinischen Kontrollen während Schwangerschaft und Geburt.
Ein Risikoschwangerschaft bedeutet nicht, dass für Mutter oder Kind eine akute Gefahr besteht. Bei rund dreiviertel der Schwangeren liegt mindestens ein Risikomerkmal nach dem Katalog des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor. Diese Merkmale werden im Mutterpass dokumentiert. Gleichzeitig kommen etwa 97% der Kinder gesund zur Welt.
In bestimmten Situationen können Risikoschwangerschaften mit einer Risikogeburt einhergehen. Dies gilt z.B. bei folgenden Befunden:
- Frühgeburt,
- Placenta praevia (Risiko einer Blutung oder vorzeitigen Plazentaablösung),
- Sämtliche Diskrepanzen zwischen Kindsgröße oder -lage und Geburtswegen.
Einstufung als Risikoschwangerschaft - Wann gilt eine Schwangerschaft als Risiko?
Durch die ärztliche Schwangerenvorsorge sollen Mediziner Risikoschwangerschaften und Risikogeburten möglichst frühzeitig erkennen können.
Dazu dient zunächst ein Gespräch, die sogenannte Anamnese. Der Frauenarzt oder die Frauenärztin erkundigt sich nach
- zurückliegenden und aktuellen Krankheiten und Beschwerden,
- Schwangerschaften und Geburten sowie
- Medikamenteneinnahmen.
Danach folgen verschiedene Untersuchungen. Der Arzt oder die Ärztin kann anhand seiner Erkenntnisse beurteilen, ob ein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Mutter oder Kind während der Schwangerschaft oder der Geburt bestehen kann. Stellt sich heraus, dass eine Risikoschwangerschaft besteht, wird dies im Mutterpass festgehalten. Die Vorsorge lässt sich dann gezielt an die individuelle Situation anpassen.
In Deutschland existieren dazu die Mutterschafts-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dieser regelt die Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung für Versicherte der gesetztlichen Krankenkassen. Festgelegt sind dort insbesondere Umfang und Zeitpunkt der Vorsorgeleistungen sowie der diagnostischen und therapeutischen Leistungen. Auch die Kriterien für eine Risikoschwangerschaft sind darin beschrieben.
Bereits beim ersten Termin, aber auch erst im weiteren Schwangerschaftsverlauf, kann eine Einordnung in die Kategorie Risikoschwangerschaft erfolgen.
Krankengeschichte der werdenden Mutter – Die anamnestischen Risiken
In die Bewertung etwaiger anamnestischer Risiken gehen Faktoren wie
- Lebensalter,
- aktuelle und zurückliegende Erkrankungen,
- vorgenommene chirurgische Eingriffe sowie
- Komplikationen beziehungsweise bestimmte Umstände bei vorangegangenen Schwangerschaften und Geburten
ein.
Chronische Erkrankungen
ein erhöhtes Risiko für Mutter/oder Kind können zum Beispiel folgende Erkrankungen bedeuten:
- Nierenerkrankungen,
- Lebererkrankungen,
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankeit),
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen,
- Schwere Adipositas (Fettleibigkeit) und
- Bluthochdruck.

Eine chronische Erkrankung ist in den meisten Fällen heute kein Hindernis für eine Schwangerschaft. In früheren Zeiten sollten Frauen mit Diabetes, Epilepsie oder Multipler Sklerose eine Schwangerschaft vermeiden. Bei guter Betreuung können sie heute in aller Regel schwanger werden und gesunde Kinder bekommen.
Dennoch müssen Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind bekannt sein, um eine optimale Betreuung während der Schwangerschaft zu gewährleisten. Für eine sichere Schwangerschaft sorgen dann
- eine angepasste Medikamenteneinnahme,
- zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen oder
- ergänzende Untersuchungsmethoden.
Alter der Mutter
Das Alter der Schwangeren ist einer der häufigsten Gründe für ein erhöhtes Risikoprofil. Nach dem Risikokatalog des B-GA gelten Schwangere unter 18 Jahren und ab 35 Jahren als Risikoschwangere.
Ist die Schwangere über 35, gilt die Schwangerschaft automatisch als Risikoschwangerschaft. Schwangerschaften von Frauen unter 18 Jahren gelten ebenfalls als Risikoschwangerschaft, aufgrund eines höheren Risikos für eine Frühgeburt.
Hintergrund: Die Fruchtbarkeit einer Frau nimmt ab 30 Jahre merklich ab, gleichzeitig steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenabweichung beim Kind, ab 35 Jahren deutlich. Viele Embryonen mit schweren Chromosomen-Anomalien sterben bereits früh im Mutterleib ab. Auch bei Trisomie 21 (Down-Syndrom) endet ein Teil der Schwangerschaften in einer Fehlgeburt.
So beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind mit Down-Syndrom lebend geboren wird,
- mit 25 Jahren 1:1300 (0,08%),
- mit 35 Jahren 1:365 (0,27%) und
- mit 45 Jahren 1:30 (3,3%).
Darüber haben ältere Schwangere ein höheres Risiko für eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung der Mutter. Dazu gehören beispielsweise Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck. Ein höheres Alter allein ist aber kein Grund zur Sorge: Die meisten Frauen, die ab dem 35. Lebensjahr ein Kind bekommen, erleben einen unkomplizierten Verlauf.
Alter des Vaters
Auch das Alter des Vaters kann eine Rolle spielen. Mit steigenden väterlichen Alter treten bestimmte neu entstehende Genveränderungen beim Kind etwas häufiger auf. Studien weisen außerdem auch ein leicht erhöhtes Frühgeburtsrisiko bei deutlich älteren Vätern hin. Ein hohes Alter des Vaters führt jedoch nicht dazu, dass automatisch eine Risikoschwangerschaft attestiert wird. Im Risikokatalog ist dies kein eigenes Kriterium.
Geburtshilfliche und gynäkologische Risikofaktoren
Grundsätzlich haben Vielgebärende mit mehr als vier Kindern ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko. Sie haben ein erhöhten Risikos für genetische Defekte und eine Plazentainsuffizienz. Durch eine Plazentainsuffizienz kann das ungeborene Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Aufgrund möglicher geburtsmechanischer Risiken infolge einer Überbeanspruchung des mütterlichen Organismus ergibt sich daraus ein erhöhtes Risiko für Komplikationen unter der Geburt.
Wenn es bereits bei vorangegangenen Schwangerschaften zu Komplikationen gekommen ist, gilt auch die aktuelle Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft.
Im Einzelnen betrifft dies folgende Umstände, welshalb eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird, zum Beispiel:
- Mehrfache Fehl- oder Frühgeburten
- Totgeborene oder schwer beeinträchtigte Kinder im Vorfeld
- Entbindung von Kindern mit einem Gewicht über 4000 Gramm (sogenannte Makrosomie) oder einer Unterentwicklung (sogenannte Hypotrophie oder Wachstumsretardierung) im Vorfeld
- Mehrlingsschwangerschaften oder -geburten im Vorfeld
- Komplikationen im Rahmen vorheriger Entbindungen:
- atypische Plazentalokalisation (Placenta praevia),
- vorzeitige Plazentaablösung (Abruptio placentae),
- Nachgeburtsblutungen (postpartale Blutungen),
- Gerinnungsstörungen,
- Krämpfe oder
- durch ein Blutgerinnsel verursachter Gefäßverschluss (Thromboembolie).
Zu den gynäkologischen Risikofaktoren zählen:
- die Durchführung einer Sterilitätsbehandlung,
- chirurgische Eingriffe an der Gebärmutter, unter anderem
- Kaiserschnitt,
- Entfernung von Myome beziehungsweise gutartigen Tumors der Gebärmuttermuskulatur oder aufgrund einer Fehlbildung der Gebärmutter.
Schwangerschaftsbedingte Risiken: Komplikationen während der Schwangerschaft
Bestimmte gesundheitliche Probleme können sich erst im Laufe der Schwangerschaft entwickeln oder zeigen. Sobald das Risiko durch eine Untersuchung festgestellt wurde, gilt die Schwangerschaft dann als Risikoschwangerschaft.
Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen
Schwangerschafts-Hochdruck ist entscheidend verantwortlich für
- Erkrankungen und Komplikationen sowie
- Sterblichkeit von Mutter und Kind
während einer Schwangerschaft. Schwangere mit erhöhtem Blutdruck zählen daher zu den Risikoschwangerschaften. Zu den hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen gehören unter anderem:
- Gestationshypertonie: erhöhter Blutdruck der Mutter nach der 20. Schwangerschaftswoche,
- Präeklampsie: erhöhter Blutdruck und zusätzlich Eiweiß im Urin,
- Eklampsie: im Rahmen einer Präeklampsie auftretende Krampfanfälle,
- HELLP-Syndrom: Auflösung der roten Blutkörperchen, erhöhte Leberenzyme, erniedrigte Zahl an Blutplättchen.
Frauen, die für eine solche Erkrankung besonders gefährdet sind, empfehlen die aktuellen Leitlinien eine vorbeugende Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS), beginnend vor der 16. Schwangerschaftswoche. Die Einnahme sollte nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen.
Blutgruppenunverträglichkeit
Bei manchen Schwangerschaften haben Mutter und Kind unterschiedliche Blutgruppen und Rhesusfaktoren. Die Mutter kann dann, meist kurz vor der Geburt, Antikörper gegen die roten Blutkörperchen ausbilden.
Diese führen bei einer weiteren Schwangerschaft zu einer Reaktion des mütterlichen Immunsystems auf das Baby, das dadurch geschädigt werden kann.
Vorbeugend erhalten Rhesus-negative Schwangere eine Anti-D-Prophylaxe in der Regel um die 28. Schwangerschaftswoche und nach der Geburt eines Rhesus-positiven Kindes. Der Rhesusfaktor des Kindes lässt sich inzwischen bereits vor der Geburt aus dem Blut der Mutter bestimmen. So kann die Prophylaxe gezielt nur dann erfolgen, wenn sie tatsächlich nötig ist.
Gynäkologische Faktoren
Auch in folgenden Situationen geht man von einem erhöhten Risiko für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft aus:
- Mehrlingsschwangerschaften und anormale Lage des Kindes in der Gebärmutter, z.B. Querlage,
- Blutungen aus der Gebärmutter (uterine Blutungen),
- drohende Frühgeburt bei vorzeitigen Wehen oder Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) und
- Überschreitung oder Unklarheit bezüglich des Geburtstermins.
Weitere Risikofaktoren
- Anämie: Blutarmut, verminderter Hämoglobin-Wert (Hb-Wert),
- Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes).
Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft: Was ändert sich?
Regulär findet bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen eine Vorsorgeuntersuchung statt. In den letzten 8 Wochen alle 2 Wochen. Bei erhöhtem Risiko sind je nach Befund häufigere Termine vorgesehen. In besonders kritischen Fällen kann die Schwangere in den letzten Wochen auch stationär überwacht werden. Das geschieht meist in einer Klinik mit Perinatalzentrum. Solche Häuser sind auch die Betreuung von Schwangeren sowie Kindern kurz vor und nach der Geburts spezialisiert.
Welche Untersuchungen und Maßnahmen sie durchführen lässt, entscheidet jede schwangere Frau nach ausführlicher Ausklärung selbst. Deshalb ist ein vertrauensvolles Verhältnis zu Frauenarzt besonders wichtig. Je nach Befund und Vorgeschichte können folgende Untersuchungen hinzukommen:
Standard-Sonographie
Eine Standard-Ultraschalluntersuchung wird in folgenden Situationen empfohlen:
- Bei wiederholten Blutungen der Gebärmutter,
- bei gestörter Frühschwangerschaft,
- bei Frühschwangerschaft mit liegendem Intrauterinpessar (Spirale),
- bei Gebärmuttervergrößerung durch mehrere Myome (Uterus myomatosus) und Zysten oder solide Geschwulste der Eileiter oder Eierstöcke (Adnextumor),
- zur Muttermundmessung bei Verdacht auf Muttermundschwäche,
- bei vorzeitigem Blasensprung und/oder Wehentätigkeit,
- zur Verlaufskontrolle bei bestehender fetaler Anomalie oder Erkrankung,
- bei Verdacht auf vorzeitige Plazentaablösung sowie
- zur Kontrolle bei gestörtem Geburtsverlauf.
Erweiterte Ultraschalluntersuchung
Mithilfe eines hochauflösenden Ultraschallgeräts lassen sich die Organe noch genauer ansehen. Diese Untersuchung wird daher Feindiagnostik-Sonographie genannt. Sie kann in folgenden Situationen zum Einsatz kommen:
- Zur Kontrolle des fetalen Wachstums bei Verdacht auf Entwicklungsstörungen des Kindes,
- zur Überwachung einer Mehrlingsschwangerschaft,
- zur Kontrolle des Plazentasitzes bei nachgewiesener Placenta praevia (Lage des Mutterkuchens vor dem inneren Muttermund),
- zur Kontrolle bei erstmaligen Blutungen innerhalb der Gebärmutter sowie
- bei Verdacht auf Lageanomalien ab der 36. Schwangerschaftswoche.
Dopplersonographie
Eine Untersuchung der Gefäße und des Blutflusses mittels eines speziellen Ultraschallgeräts erfolgt beispielsweise in folgenden Situationen:
- Bei Verdacht auf fetale Wachstumsstörungen, Erkrankungen oder Fehlbildungen,
- bei hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen,
- zur Kontrolle des Zustands nach Fruchttod oder nach Präeklampsie/Eklampsie,
- bei Auffälligkeiten der fetalen Herzfrequenz,
- bei unterschiedlichem Wachstum bei Mehrlingen,
- bei Verdacht auf Herzfehler/Herzerkrankungen.
Kardiotokographische Untersuchungen (Herzton-Wehen-Schreiber)
Die Kardiotokographie (CTG) ist die gleichzeitige Aufzeichnung der kindlichen Herztöne sowie der Wehentätigkeit. Sie dient der Früherkennung kindlicher Probleme.
Gemäß Mutterschafts-Richtlinien sollte eine CTG
- vor der 28. Schwangerschaftswoche bei bestehendem Verdacht auf eine vorzeitige Wehentätigkeit und bei Wehenhemmung durch Medikamente oder
- ab der 28. Schwangerschaftswoche bei festgestellten Herztonveränderungen
durchgeführt werden.
Weitere Untersuchungen
Im Rahmen einer Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) wird über eine Kanüle Fruchtwasser entnommen. Der Arzt schiebt sie durch die Haut bis in Fruchtblase vor.
Das Fruchtwasser wird dann beispielsweise auf
- manche Chromosomenanomalien,
- Erbkrankheiten und einige weitere Erkrankungen,
- Infektionen,
- Blutgruppenunverträglichkeit und
- Lungenreife bei drohender Frühgeburt
untersucht. Eine Amniozentese sollte idealerweise zwischen der 14. und 19. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.
Dagegen ist die Chorionzottenbiopsie (Mutterkuchenpunktion) bereits in der 10. bis 12. Schwangerschaftswoche möglich. Auch bei der Chorionzottenbiopsie wird eine Kanüle über die Bauchdecke eingeführt. Der Arzt durchsticht allerdings nicht die Fruchtblase. Er entnimmt lediglich eine Gewebeprobe von den Chorionzotten .
Auch mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich Chromosomenanomalien und manche Erbkrankheiten abklären.
Risikoschwangerschaften im Beruf - Darf ich weiterarbeiten?
Ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko allein bedeutet kein Arbeitsverbot. Ärztinnen und Ärzte können jedoch ein individuelles Beschäftigungsverbot aussprechen, wenn bei Fortsetzung der Arbeit eine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind besteht. (§16 Mutterschutzgesetz). Es kann ganz oder teilweise gelten, etwa nur für bestimmte Tätigkeiten oder Arbeitszeiten. In dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber den Lohn als Mutterschutzlohn weiter. Unabhängig davon beginnt die reguläre Mutterschutzfrist 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin.
Geburtsplanung: Welche Klinik ist die Richtige?
Liegen Risikofaktoren vor, sollte die Geburt in einer Klinik geplant werden, deren Versorgungsstufe zu den Befunden passt. Bei einer sehr frühen Geburt oder schweren Erkrankung von Mutter oder Kind ist ein Perinatal-Zentrum mit Kinderintensivstation sinnvoll. Ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt kommen bei den meisten Risikofaktoren nicht in Frage.
Ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko bedeutet nicht automatisch, dass das Kind per Kaiserschnitt geboren werden muss. Viele Frauen bringen ihr Kind zur Welt, ohne dass ein Eingriff nötig ist. Mögliche Risiken und das geplante Vorgehen besprechen Sie am besten frühzeitig mit ihrem Arzt oder die Ärztin und der Geburtsklinik.
Häufige Fragen zum Thema: Risikoschwanger
Bin ich ab 35 automatisch risikoschwanger?
Ja. Wer über 35 Jahre alt ist, wird nach dem Risikokatalog entsprechend eingeordnet. Das sagt aber wenig über das persönliche Risiko aus. Entscheidend sind Gesundheitszustand, Vorgeschichte und der bisherige Verlauf.
Was passiert, wenn ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko festgestellt wird?
Sie werden häufiger und je nach Befund gezielter untersucht. Medizinisch notwendige Zusatzuntersuchungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Für Sie bedeutet das vor allem mehr Sicherheit, nicht automatisch ein schwieriger Verlauf.
Welche Rolle spielen Alkohol, Nikotin und Drogen während der Schwangerschaft?
Der Konsum von Alkohol, Nikotin oder Drogen ist ein eigenständiger Risikofaktor und wird ärztlich dokumentiert. Er erhöht unter anderem das Risiko für Fehlbildungen, Wachstumsstörungen und eine Geburt vor dem Termin. Wer schwanger ist und Schwierigkeiten hat, darauf zu verzichten, findet in der Frauenarztpraxis und bei Beratungsstellen vertrauliche Unterstützung.
Kann ich Komplikationen in der Schwangerschaft selbst vorbeugen?
Nicht alle, aber einige Risiken lassen sich verringern. Wichtig sind die regelmäßige Wahrnehmung aller Termine und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Bewegung und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Gesundheit der Frau während der Schwangerschaft. Blutungen, starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Fruchtwasserabgang oder regelmäßige Wehen vor dem Termin sollten Sie sofort ärztlich abklären lassen.
Quellen
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- Gemeinsamer Bundesausschuss (2019) Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“) in der Fassung vom 10. Dezember 1985, zuletzt geändert am 22. März 2019. (PDF)
- Kersten I et al. (2014) Chronic diseases in pregnant women: prevalence and birth outcomes based on the SNiP-study. BMC Pregnancy Childbirth 14: 75.
- Newberger D (2000) Down Syndrome: Prenatal Risk Assessment and Diagnosis. Am Fam Physician. 62(4): 825-832
- Steiner B et al. (2015) An unexpected finding: younger fathers have a higher risk for offspring with chromosomal aneuploidies. European Journal of Human Genetics 23: 466-472
- Zhu JL et al. (2005) Paternal age and preterm birth. Epidemiology 2005 16(2): 259-262
