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Erkrankung · Thoraxchirurgie

Trichterbrust, Kielbrust und Pectus excavatum – Symptom, Fehlbildung und Behandlung sowie Trichterbrust bei Kindern

Hier finden Sie ausgesuchte medizinische Experten und Spezialisten in Kliniken und Praxen für die Diagnose, Behandlung, Operation und Rehabilitation im Bereich Trichterbrust. Alle gelisteten Ärzte sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden nach strengen Richtlinien für Sie handverlesen ausgewählt.

claus_puhlmann_lmg_autor.jpgMedizinischer FachautorDr. Claus PuhlmannMedizinjournalistStand: ICD-10: Q67.6, M95.4

Kurzübersicht — das Wichtigste zuerst

Die Trichterbrust ist die häufigste angeborene Fehlbildung des Brustkorbs. Ursache der Trichterbrust sind Veränderungen der Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen. Die Korrektur der Trichterbrust erfolgt je nach Beschwerde konservativ oder operativ. Besonders bei ausgeprägter Einsenkung kann ein Eingriff mit Bügel notwendig werden.

Die Trichterbrust ist eine angeboren Fehlbildung der vordere Brustwand und wird medizinisch auch als Pectus excavatum bezeichnet. Dabei sinken Brustbein und Rippen nach innen ein, wodurch die Form eines Trichters entsteht. Die Ausprägung der Trichterbrust kann unterschiedlich stark sein und reicht von leicht bis ausgeprägt. Besonders Trichterbrust bei Kindern und Kindern und Jugendlichen fällt häufig während der Pubertät auf.

Viele Betroffene haben zunächst keine Beschwerde, doch bei ausgeprägter Trichterbrust können Atemnot, Rückenschmerzen oder eine Beeinträchtigung von Herz und Lunge auftreten. Auch die Körperhaltung, die Wirbelsäule oder eine Skoliose können durch die Fehlbildung beeinflusst werden. Zur Behandlung der Trichterbrust kommen Physiotherapie, Krankengymnastik, Saugglocke oder eine Operation nach Nuss mit Metallbügel infrage.

Ursachen der Fehlbildung

Der Auslöser für diese Fehlbildung ist noch nicht endgültig geklärt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass

  • eine Belastungsschwäche der vorderen Brustwand vorliegt oder
  • mechanische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung spielen.

Darüber hinaus liegt bei bis zu 40 Prozent der Fälle eine familiäre Häufung vor. Daher wird angenommen, dass auch genetische Gründe für die Entstehung einer Trichterbrust mitverantwortlich sind.

Trichterbrust bei einem Mann
Trichterbrust bei einem Mann © jupiter8 | AdobeStock

Daneben kommt die Thoraxdeformität vermehrt bei verschiedenen Syndromen vor, so zum Beispiel

  • beim Marfan-Syndrom,
  • beim Poland-Syndrom und
  • beim fetalen Alkoholsyndrom.

Beschwerden

Meist ist eine Trichterbrust schon direkt nach der Geburt zu erkennen. Im Laufe des weiteren Körperwachstums verstärkt sich das Phänomen. Da der Brustkorb noch elastisch ist, können sich Herz und Lunge an die anatomische Situation im Thorax anpassen. Deshalb haben Kinder und Jugendliche oft keine körperlichen Beschwerden.

Mit zunehmendem Alter und Grad der Einsenkung kann es jedoch zu körperlichen Beschwerden kommen. So kann die Fehlstellung der Rippen auf die Wirbelsäule übertragen werden und zu Fehlhaltungen führen.

Die Schultern sind dann häufig nach vorne geneigt, der Bauch tritt hervor und die Wirbelsäule ist nach hinten gekrümmt (Kyphose). Dadurch sind die Bandscheiben einer stärkeren Belastung ausgesetzt, was zu Rückenschmerzen führt.

Wenn aufgrund der Fehlhaltung ein erhöhter Druck auf den Magen besteht, kann es vermehrt zu Sodbrennen kommen. Gelegentlich treten bei einer Trichterbrust auch Symptome wie

  • Luftnot,
  • Herzrasen und
  • schnelle Ermüdbarkeit

auf. Meist zeigen sich allerdings in den Lungenfunktions- und Herzuntersuchungen nur selten krankhafte Befunde.

Da Kinder und Jugendliche häufig unter der Fehlbildung leiden, können sich psychische Auffälligkeiten entwickeln. So lehnen manche ihren Körper ab, treiben keinen Sport, meiden Schwimmbadbesuche und ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück.

Mögliche Behandlungen

Treten mit der Zeit körperliche Beschwerden auf oder leiden die Betroffenen stark unter psychosozialen Auswirkungen, ist eine Operation möglich. Zwei Methoden haben sich bewährt. Mehr darüber und über eine alternative Behandlung mit der Saugglocke erfahren Sie unter Trichterbrust-OP.

Fazit

Die Trichterbrust ist die häufigste angeborene Fehlbildung des Brustkorbs und kann bereits bei Kindern und Jugendlichen erkannt werden. Die Ausprägung der Trichterbrust reicht von einer leichten Verformung des Brustkorbs bis zu einer stark eingesunkenen Brustwand in Form eines Trichters. Die genaue Ursache der Trichterbrust ist nicht vollständig geklärt, jedoch spielen Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen eine wichtige Rolle. Besonders die Knorpelverbindungen zwischen Brustbein sowie den rechten und linken Rippen können verändert sein, wodurch sich Brustbein und vier bis fünf Rippen nach innen ziehen. Trichterbrust ist eine Störung, die symmetrisch oder asymmetrisch auftreten kann und häufiger als Mädchen Jungen betrifft.

Bei Verdacht auf eine Trichterbrust erfolgt eine genaue Diagnostik, um Formen der Trichterbrust und mögliche körperliche Beschwerden festzustellen. Eine ausgeprägter Trichterbrust kann Organe wie Herz und Lunge beeinträchtigen und beim Sport zu Atemnot oder schneller Erschöpfung führen. Auch psychische Belastung spielt bei Kindern und Jugendlichen häufig eine große Rolle. Die Behandlung der Trichterbrust richtet sich nach dem Schweregrad und umfasst Physiotherapie, Übungen zur Stärkung des Rückens sowie gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Rückens und Verbesserung der Körperhaltung.

Ist ausgeprägter die Trichterbrust, kann eine operative Korrektur der Trichterbrust notwendig werden. Besonders bekannt ist die Trichterbrustkorrektur nach Nuss beziehungsweise die Operation nach Nuss, die von Donald Nuss entwickelt wurde. Dabei wird ein Metallbügel hinter dem Brustbein eingesetzt, um die Verformung langsam zu korrigieren. Ursachen und Risikofaktoren sollten immer individuell beurteilt werden, damit eine passende Behandlung der Trichterbrust erfolgen kann.

FAQ

Was ist eine Trichterbrust?
Die Trichterbrust ist eine angeborene Fehlbildung der Brustwand, bei der das Brustbein nach innen gezogen ist. Diese Verformung des Brustkorbs wird auch Pectus excavatum genannt und kann symmetrisch oder asymmetrisch auftreten.

Welche Symptome verursacht eine Trichterbrust?
Viele Betroffene haben nur leichte Beschwerde. Bei ausgeprägter Trichterbrust können jedoch Atemnot, Rückenschmerzen, Fehlhaltung oder körperliche Beschwerden beim Sport auftreten. Auch Organe wie Herz und Lunge können beeinträchtigt werden.

Wie wird eine Trichterbrust behandelt?
Die Behandlung der Trichterbrust hängt von der Ausprägung der Trichterbrust ab. Leichte Formen werden oft mit Krankengymnastik, Physiotherapie oder Übungen zur Stärkung des Rückens behandelt. Bei stärkerer Einsenkung kommen Saugglocke oder eine Operation nach Nuss infrage.

Wann ist eine Operation notwendig?
Eine Operation wird meist empfohlen, wenn die Trichterbrust stark ausgeprägt ist oder Beschwerden verursacht. Bei der Trichterbrustkorrektur nach Nuss wird ein Metallbügel hinter dem Brustbein eingesetzt, damit der Brustkorb angehoben wird.

Kann eine Trichterbrust psychisch belastend sein?
Ja, besonders Kindern und Jugendlichen empfinden die sichtbare Deformität häufig als psychische Belastung. Häufiger als Mädchen sind Jungen betroffen. Neben der körperlichen Beeinträchtigung kann auch die Körperhaltung unter der Trichterbrust leiden.

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Über den Fachautor

Dr. Claus Puhlmann

Medizinjournalist

Dr. Claus Puhlmann – medizinischer Fachautor: fundierte Fachbeiträge, Expertenwissen und medizinische Einblicke im Leading Medicine Guide.

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