Erysipel: Informationen & empfohlene Erysipel-Ärzte

21.02.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Erkrankungen der Haut wie das Erysipel (Wundrose) können mitunter sehr unangenehm sein. Das Erysipel ist eine Hauterkrankung, die nicht nur eben jene Schmerzen verursachen kann, sondern sich auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild kennzeichnet.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Ärzte zur Diagnose und Behandlung eines Erysipels.

ICD-Codes für diese Krankheit: A46

Empfohlene Spezialisten

Erysipel Fälle in Deutschland

200.363 Fälle im Jahr 2020
205.303 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Was ist ein Erysipel?

Bei einem Erysipel handelt es sich um eine bakterielle Hautinfektion. In der Regel sind die oberen Hautschichten sowie die Lymphwege betroffen. Charakteristische Stellen, an denen ein Erysipel auftreten kann, sind das Gesicht und die Unterschenkel. Prinzipiell kann diese Hauterkrankung aber überall auftreten.

Umgangssprachlich nennt man ein Erysipel Rotlauf. Dieser Name kommt von den äußerlichen Anzeichen, die diese Erkrankung mit sich bringt: Im betroffenen Bereich kommt es zu Rötungen und mitunter auch zu starken Schwellungen.

Die Entzündung breitet sich rund um die Eintrittsstelle des entsprechenden Erregers aus. Der ebenfalls umgangssprachlich genutzte Name Wundrose bezieht sich darauf, dass diese Ausbreitung optisch der Blüte einer Rose ähneln kann.

In einigen Fällen ist das Erysipel nicht nur durch Hautrötung und Schwellung gekennzeichnet, sondern auch durch Blasen und Pusteln.

Wie wird ein Erysipel verursacht?

Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Infektion, die meist durch Streptokokken verursacht wird. Damit diese Zugang zum Körper bekommen, reichen kleinste Wunden in der Haut aus.

So kann zum Beispiel eine an sich harmlose Fußpilzerkrankung eine Pforte für diese Bakterien bieten. Sie kann sich dann in den tieferen Hautschichten und in den Lymphspalten ausbreiten. Die Entzündung der Haut ist letztlich eine Abwehrreaktion des Körpers, der die eingedrungenen Bakterien bekämpfen will.

Nicht nur kleinere Hautverletzungen stellen ein Risiko dar, um an einem Erysipel zu erkranken. Wer unter

leidet, zählt ebenfalls zur Risikogruppe. Patienten, die Probleme mit dem Immunsystem haben, sind auch gefährdet.

Welche Symptome treten bei einem Erysipel auf?

Hautrötung und Schwellungen sind charakteristische Merkmale für ein Erysipel sind. Die eigentliche Entzündung beginnt jedoch bereits früher. Der Betroffene kann sich matt und abgeschlagen fühlen. Zum allgemeinen Unwohlsein können sich auch noch Fieber und Schüttelfrost gesellen.

In der Regel treten erst einige Tage später die äußerlichen Anzeichen auf. Rund um die Eintrittsstelle der Bakterien breitet sich eine Entzündung aus. Dann kommt es zu den typischen Rötungen und Schwellungen der Haut.

Aufgrund der Entzündung kann es auch zu

  • einer deutlichen Überwärmung der Haut sowie
  • Druckschmerz im Bereich der Rötung

kommen. Ferner können durch ein Erysipel benachbarte Lymphknoten anschwellen.

Diese Hauterkrankung kann auch kleine Bläschen verursachen. Daher muss sie von einem Arzt deutlich von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden. Bei einer Gürtelrose (Herpes Zoster) kommt es ebenfalls zu Bläschen. Allerdings hat eine Gürtelrose andere Auslöser.

Erysipel (Wundrose) am Bein
Ein Erysipel am Bein © GordonGrand | AdobeStock

Wie wird ein Erysipel behandelt?

Wichtig ist der sofortige Gang zum Arzt. So können nicht zuletzt andere Erkrankungen ausgeschlossen, sondern auch die richtige Therapie eingeleitet werden. Die Krankheitserreger sind oft nicht nachweisbar, aber ein geschulter Mediziner wird ein Erysipel aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes erkennen können.

Die Gabe von Antibiotika ist bei der Behandlung einer Wundrose das Mittel der Wahl. Sollte der Patient gesundheitlich stark angeschlagen sein, können die Antibiotika auch intravenös verabreicht werden. Häufig wird zur Bekämpfung der Streptokokken Penicillin gegeben. Fällt dieses Antibiotikum etwa aufgrund einer Allergie raus, können alternativ Clindacymin oder Erytromyzin gegeben werden.

Darüber hinaus muss sich der Patient natürlich schonen. Bettruhe wird in vielen Fällen empfohlen. Darüber hinaus können noch weitere, unterstützende Maßnahmen getroffen werden.

Sollte sich das Erysipel am Unterschenkel befinden, dann kann es sich als hilfreich erweisen, das betroffene Bein hochzulegen. So wird der Lymphabfluss verbessert und Schwellungen gehen leichter zurück.

Bei Schmerzen können passende Medikamente gegeben werden, um den Krankheitsverlauf ein wenig erträglicher zu gestalten. Eine Kompressionstherapie oder Blutverdünner sind unterstützend ebenfalls angezeigt.

Wichtig: Bei einer Wundrose muss auch immer Ursachenforschung betrieben werden. Liegen zum Beispiel Hautkrankheiten oder andere chronische Beschwerden vor, dann sollte deren Behandlung parallel erfolgen, um die Gefahr eines Rezidivs (Wiederauftreten des Erysipels) zu verhindern.

Welche Komplikationen können auftreten?

Zwar kann sich ein Erysipel auch von allein zurückbilden - im schlimmsten Fall kann es jedoch zu Komplikationen kommen.

So können Lymphwege verkleben, was in der Konsequenz zu einem Lymphödem führen kann, da die Flüssigkeit nicht mehr richtig abfließt. Auch eine Elephantiasis, die zu den Begleiterscheinungen eines Lymphödem gehören kann, ist möglich.

Weitere Komplikationen bei einem unbehandelten oder unzureichend behandelten Erysipel sind

  • Venenentzündungen,
  • Nierenprobleme oder
  • eine Sepsis (Blutvergiftung).
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