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Schluckauf (Singultus) – Hicksen, ständiger Hicks und was hilft gegen Schluckauf

18.03.2026
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Schluckauf ist ein plötzlich auftretender Reflex, der medizinisch als Singultus bezeichnet wird und umgangssprachlich auch Hicksen oder Hicks heißt. Schluckauf entsteht durch eine unwillkürliche Kontraktion des Zwerchfell, wodurch sich die Stimmritze im Kehlkopf ruckartig schließt. Dieses typische Hicksgeräusch entsteht durch den plötzlichen Verschluss der Stimmritze im Kehlkopf. Meist ist Schluckauf harmlos und vergeht von selbst, etwa nach hastigem Essen oder hastigem Trinken.

In seltenen Fällen kann chronisch anhaltender Schluckauf jedoch auf eine Erkrankung von Magen, Lunge oder Nervus hinweisen. Auch Refluxkrankheit, Sodbrennen oder eine Entzündung können Schluckauf auslösen. Hält der Schluckauf länger an, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt.

ICD-Codes für diese Krankheit: R06.6

Kurzübersicht:

Schluckauf entsteht durch eine unwillkürliche Verkrampfung des Zwerchfell und eine plötzliche Unterbrechung der Atmung. Singultus tritt häufig nach hastigem Essen oder durch Reizung von Magen oder Speiseröhre auf. Chronisch anhaltender Schluckauf kann mit einer neurologischen Erkrankung, etwa nach Schlaganfall, zusammenhängen. Hausmittel helfen oft gegen akute Beschwerden, bei länger als 48 Stunden anhaltendem Schluckauf ist eine ärztliche Untersuchung sinnvoll.

Artikelübersicht

Definition: Was ist Schluckauf?

Schluckauf wird medizinisch als Singultus bezeichnet (lateinisch: Schluchzen, Röcheln).

Schluckauf entsteht durch unwillkürliche Betätigung des Zwerchfells und der Stimmritze. Das Zwerchfell ist die muskulöse Trennwand zwischen Brust- und Bauchraum. Die Stimmritze ist eine Öffnung zwischen den Stimmbändern und kontrolliert den Luftstrom in die Lunge.

Beim Schluckauf führt das Zwechfell wiederholt unwillkürliche Einatmungsbewegungen aus, gefolgt von einem schnellen und geräuschvollen Verschluss der Stimmritze.

Aufgrund des plötzlichen Verschlusses der Stimmritze wird die Einatmung unterbrochen. So kann die Luft nicht mehr ungehindert einströmen. Dadurch entstehen die für den Schluckauf charakteristischen Einatmungsgeräusche, die „Hickser“.

Formen von Schluckauf

Man unterscheidet zwei Formen von Schluckauf: Den akuten und den chronischen Schluckauf.

Der akute Schluckauf tritt plötzlich auf. Er ist zwar lästig, aber meist auch harmlos. In der Regel hört er nach kurzer Zeit, meist nach wenigen Minuten, von selbst wieder auf.

Der chronische Schluckauf dauert länger als zwei Tage an oder kehrt häufig wieder. Er kann die Lebensqualität eines Menschen erheblich einschränken. Daher bedarf er in jedem Fall einer ärztlichen Untersuchung und Behandlung.

Anatomie des Kehlkopfes
Die Stimmritze befindet sich im Kehlkopf zwischen den Stimmbändern und kann geschlossen oder offen sein © bilderzwerg | AdobeStock

Ursachen für einen Schluckauf

Schluckauf kann verschiedene Ursachen haben. Meist liegt ihm eine vorübergehende Reizung des Zwerchfellnervs (Nervus phrenicus) zugrunde. Eine solche Reizung kann unter anderem durch

  • den Genuss von zu kalten bzw. zu warmen Speisen und Getränken,
  • den Verzehr von scharf gewürztem Essen,
  • zu große Mahlzeiten,
  • hastiges Essen oder Trinken,
  • Alkoholkonsum,
  • geschluckte Luft im Magen,
  • starke Nervosität oder
  • Stress

ausgelöst werden.

Auch

können in seltenen Fällen für den Zwerchfellnerv reizen.

Darüber hinaus tritt ein Schluckauf auch gehäuft dann auf, wenn die Kohlendioxidkonzentration im Blut abnimmt, beispielsweise durch Hyperventilation. Manchmal ist auch gar keine Ursache für einen Schluckauf feststellbar.

Symptome von Schluckauf

Bei einem Schluckauf verhält sich der Körper für den Bruchteil einer Sekunde so, als ob er einatmen würde. Durch das plötzlich auftretende Zusammenziehen des Zwerchfells wird der Brustraum erweitert und ruckartig Luft in die Lunge gesaugt.

Bei diesem ruckartigen Einatmen von Luft verschließt sich unwillkürlich die Stimmritze, so dass die Einatmung unterbrochen wird. Die eingesogene Atemluft kann daraufhin nicht mehr ungehindert einströmen. Sie prallt mit dem für einen Schluckauf charakteristischen „Hickser“ auf die geschlossene Stimmritze. Das passiert mehrere Male nacheinander.

In der Regel beginnt ein Schluckauf plötzlich und hört nach wenigen Sekunden oder Minuten von alleine wieder auf. Es handelt sich dann um einen harmlosen akuten Schluckauf, der keiner ärztlichen Untersuchung oder Behandlung bedarf.

Diagnose eines Schluckauf

Länger anhaltender oder wiederholt auftretender Schluckauf sollte von einem Arzt untersucht werden. Er kann die genaue Ursache feststellen.

Die Diagnose beginnt mit einem Anamnesegespräch. Dabei befragt der Arzt den Patienten zunächst ausführlich, um herauszufinden, ob harmlose Faktoren den Schluckauf verursachen. Übliche Fragen sind etwa,

  • wann und in welcher Situation der Schluckauf erstmals auftrat,
  • wie lange er bereits andauert und
  • ob er zwischenzeitlich auch aufgehört hat.

Lassen sich durch diese Befragung harmlose Ursachen für den Schluckauf ausschließen, sind weitere Untersuchungen notwendig. Hierzu gehören insbesondere bildgebende Verfahren wie

Behandlung von akutem Schluckauf

Wie ein Schluckauf behandelt wird, hängt davon ab, wie lange er andauert und wodurch er verursacht wird. Akuter Schluckauf lässt sich in der Regel leicht durch eine Reihe bekannter Tricks und Hausmittel bekämpfen, zumindest aber verkürzen. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen wie:

  • bis zu 60 Sekunden lang die Luft anhalten
  • in eine Papiertüte atmen
  • im Sitzen nach vorne beugen oder die Knie anziehen
  • kalte Flüssigkeit trinken
  • trockenes Brot schlucken
  • sich ablenken bzw. ablenken lassen
  • die Arme kreisen

Die meisten dieser Hausmittel zielen darauf ab, die Atmung und das Zwerchfell zu beruhigen und den Kohlendioxidgehalt im Blut zu erhöhen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist zwar medizinisch nicht belegt, einen Versuch wert sind sie aber in jedem Fall.

Behandlung von chronischem Schluckauf

Sollte der Schluckauf nicht von alleine verschwinden oder immer wiederkehren, sollten Sie zum Arzt gehen.

Ein besonders lang anhaltender, quälender Schluckauf kann beispielsweise mit krampflösenden oder beruhigenden Medikamenten behandelt werden.

Liegen dem Schluckauf Erkrankungen wie Entzündungen oder Tumoren zugrunde, legt sich der chronische Schluckauf mit deren erfolgreicher Behandlung.

In sehr seltenen Fällen kommt auch eine operative Therapie, etwa eine Blockade des Zwerchfellnervs, zum Einsatz.

FAQ

Was ist die Ursache für den Schluckauf?

Die Ursache für den Schluckauf liegt meist in einer Reizung des Zwerchfell oder des Nervus phrenicus beziehungsweise Nervus vagus. Schluckauf entsteht durch unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells und einen plötzlichen Verschluss der Stimmritze. Häufige Auslöser sind hastiges Essen, Luft aus dem Magen, Refluxkrankheit oder eine plötzliche Temperaturänderung beim Trinken.

Wann spricht man von chronischem Schluckauf?

Von chronischem Schluckauf spricht man, wenn Schluckauf länger als zwei Tage oder länger als 48 Stunden anhält. Chronischem Schluckauf kann eine zugrunde liegende Erkrankung wie Schlaganfall, Entzündung oder eine Störung der Atemmuskulatur zugrunde liegen. Idiopathischen chronischen Schluckauf bezeichnet man, wenn trotz Diagnostik keine klare Ursache gefunden wird.

Was hilft gegen Schluckauf?

Was hilft gegen Schluckauf, sind häufig einfache Hausmittel wie bewusstes Luftanhalten, langsames Trinken oder das Erhöhen der Kohlendioxidkonzentration im Blut. Beim Schluckauf kann das bewusste Kontrollieren der Atmung helfen, den Reflex zu unterbrechen. In belastenden Fällen kommen verschiedene Medikamente wie Baclofen oder Protonenpumpenhemmer zur Behandlung von Schluckauf infrage.

Ist Schluckauf bei Babys normal?

Schluckauf bei Babys ist häufig und meist harmlos. Schon im Mutterleib kann beim Ungeboren Schluckauf auftreten, da das Zwerchfell trainiert wird. Schluckauf beim Trinken entsteht oft durch Luft im Magen und ist in der Regel kein Hinweis auf eine Erkrankung.

Wann sollte man bei Schluckauf zum Arzt gehen?

Wenn Schluckauf länger anhält, starke weitere Symptome wie Schwindel, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen auftreten oder Schluckauf sehr belastend ist, sollte man ärztlich untersuchen lassen. Anhaltendem Schluckauf kann in seltenen Fällen eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegen. Dann ist eine gezielte Diagnostik, gegebenenfalls auch mittels Computertomografie, erforderlich.

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