Anfangs schmerzt die Schulter nur bei bestimmten Bewegungen, später wird selbst das Anziehen, Haarekämmen oder Greifen nach einem Gegenstand über Kopf zur Herausforderung. Hinter diesen Beschwerden kann eine sogenannte Frozen Shoulder stecken. Die Erkrankung, medizinisch als adhäsive Kapsulitis bezeichnet, führt dazu, dass die Schulter zunehmend an Beweglichkeit verliert.
Viele Betroffene vermuten zunächst eine Muskelverspannung oder eine Überlastung. Tatsächlich entwickelt sich eine Frozen Shoulder aber meist langsam und kann den Alltag über viele Monate erheblich einschränken. Obwohl die Erkrankung oft Geduld erfordert, bestehen gute Chancen, dass sich die Beweglichkeit mit der Zeit wieder verbessert.

Was hinter einer Frozen Shoulder steckt
Das Schultergelenk wird von einer Gelenkkapsel umgeben, die für Stabilität sorgt und gleichzeitig eine große Beweglichkeit ermöglicht. Bei einer Frozen Shoulder entzündet sich diese Gelenkkapsel und verdickt sich. Dadurch können im weiteren Verlauf Vernarbungen entstehen, wodurch die Kapsel an Elastizität verliert und die Beweglichkeit immer stärker eingeschränkt wird.
Die Erkrankung verläuft meist in mehreren Phasen. Anfangs stehen starke Schmerzen im Vordergrund, später nimmt die Beweglichkeit deutlich ab. Die Beschwerden lassen erst nach einiger Zeit wieder nach.
Warum die Erkrankung entsteht
Die genauen Ursachen sind derzeit nicht vollständig geklärt. Wichtig ist zu wissen, dass man zwischen einer primären und einer sekundären Frozen Shoulder unterscheidet:
Die primäre Form entsteht ohne erkennbare Ursache.
Die sekundäre Form entwickelt sich als Folge anderer Erkrankungen oder nach Verletzungen.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
- Diabetes mellitus
- Schilddrüsenerkrankungen
- Schulterverletzungen
- Operationen an der Schulter
- längere Ruhigstellung des Arms
- rheumatische Erkrankungen
Besonders häufig tritt eine Frozen Shoulder zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Die Beschwerden nehmen meist langsam zu
Charakteristisch ist, dass die Schmerzen zunächst im Vordergrund stehen. Viele Betroffene können nicht mehr auf der betroffenen Schulter liegen und wachen nachts aufgrund der Schmerzen auf. Auch wird die Schulter mit der Zeit zunehmend steif. Dadurch fallen selbst alltägliche Bewegungen immer schwerer. Die Beschwerden entwickeln sich meist über Wochen oder Monate und können den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Typische Beschwerden sind:
- Schulterschmerzen
- nächtliche Schmerzen
- zunehmende Bewegungseinschränkung
- Schwierigkeiten beim Anheben des Arms
- Schmerzen beim Anziehen oder Haarekämmen
- eingeschränkte Beweglichkeit in alle Richtungen
Nicht jede Schultersteife hat dieselbe Ursache
Schulterschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Neben einer Frozen Shoulder kommen beispielsweise Sehnenverletzungen, Arthrose oder ein Impingement-Syndrom infrage. Deshalb ist eine sorgfältige ärztliche Untersuchung wichtig. Nur so lässt sich feststellen, welche Erkrankung tatsächlich hinter den Beschwerden steckt und welche Behandlung sinnvoll ist.
So wird die Diagnose gestellt
Bei der Untersuchung prüft die Ärztin oder der Arzt, wie stark die Beweglichkeit der Schulter eingeschränkt ist. Röntgenaufnahmen dienen vor allem dazu, andere Ursachen wie Arthrose auszuschließen. Ergänzend können Ultraschall oder eine Magnetresonanztomographie eingesetzt werden, um Sehnen oder andere Strukturen genauer zu beurteilen. Eine Frozen Shoulder wird häufig anhand der typischen Beschwerden und der deutlich eingeschränkten Beweglichkeit diagnostiziert.
Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit möglichst gut zu erhalten. Häufig kommen entzündungshemmende Schmerzmittel und Physiotherapie zum Einsatz. Spezielle Übungen helfen dabei, die Schulter beweglich zu halten, ohne sie zusätzlich zu reizen.
In einigen Fällen können Kortison-Injektionen die Entzündung lindern. Nur wenn konservative Maßnahmen keinen Erfolg zeigen kann eine Operation notwendig werden, um Verklebungen der Gelenkkapsel zu lösen.
Geduld spielt eine wichtige Rolle
Eine Frozen Shoulder heilt leider meist nicht innerhalb weniger Wochen aus. Der gesamte Krankheitsverlauf kann ein bis drei Jahre dauern. Angepasste Bewegungsübungen können helfen, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten und den Heilungsverlauf zu unterstützen. Gleichzeitig sollten starke Überlastungen vermieden werden. Mit Geduld und einer konsequenten Therapie bessern sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen deutlich.
Fazit: Auch wenn die Schulter vorübergehend steif wird, bestehen gute Chancen auf eine deutliche Besserung.
Eine Frozen Shoulder kann den Alltag erheblich erschweren und selbst einfache Bewegungen schmerzhaft machen. Mit einer individuell abgestimmten Behandlung, regelmäßiger Physiotherapie und etwas Geduld, lassen sich Schmerzen meist lindern und die Beweglichkeit Schritt für Schritt wieder verbessern. Wichtig ist, die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und die Therapie konsequent durchzuführen.
