Hirnaneurysma: Informationen & Hirnaneurysma-Spezialisten

22.02.2022
Dr. Claus  Puhlmann
Medizinischer Fachautor
Ein Gehirnaneurysma wird auch als Hirnaneurysma, Gefäßerweiterung im Gehirn, Arterienerweiterung im Gehirn oder arterielle Aussackung des Gehirns bezeichnet. Es handelt sich um eine Erweiterung von Blutgefäßen im Gehirn. Mehrere Faktoren können für die Entwicklung einer Hirngefäßerweiterung verantwortlich sein. So können die Veränderungen an der Gefäßwand, die zu einer Hirngefäßerweiterung führen, angeboren oder erworben sein. Auch kommt es in manchen Familien gehäuft zu einem Hirnaneurysma. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Hirnaneurysma-Spezialisten und Zentren.
ICD-Codes für diese Krankheit: I67.1

Empfohlene Hirnaneurysma-Spezialisten

Hirnaneurysma Fälle in Deutschland

12.678 Fälle im Jahr 2020
12.996 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Hirnaneurysma? Eine lokale Erweiterung von Blutgefäßen im Gehirn, häufig an den Hirnarterien der Hirnbasis. Sollte das Aneurysma reißen, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall.
  • Ursachen & Risikofaktoren: Die Ursache lässt sich nicht immer ermitteln. Sie kann angeboren oder im Lauf des Lebens erworben sein. Wichtige Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Arteriosklerose, Rauchen, Kopfverletzungen, starker Alkoholkonsum und ein höheres Lebensalter.
  • Symptome: Im frühen Stadium treten oft keine Beschwerden auf. Drückt das Aneurysma auf einen Hirnnerv, kann es zu neuronalen Störungen im Bereich des Gesichts kommen. Eine Ruptur (Riss) kann eine Hirnblutung bzw. einen Schlaganfall verursachen.
  • Diagnose: Häufig wird ein Hirnaneurysma zufällig mittels CT oder MRT gefunden. Diese bildgebenden Verfahren sind auch das Mittel der Wahl bei einer Verdachtsdiagnose. Ggf. können eine Liquoruntersuchung oder eine zerebrale Angiographie wichtige Hinweise geben.
  • Behandlung: Bestehen keine Beschwerden und ist das Gefäß stabil, muss nicht unbedingt behandelt werden. Ansonsten muss das Gefäß operativ verstärkt oder das Aneurysma neutralisiert werden (Coiling, Clipping, Wrapping).
  • Nachbehandlung: Symptome und Komplikationen nach einer OP werden meistens medikamentös therapiert, dazu gehören Schmerzmittel und Kalzium-Kanal-Blocker.
  • Vorbeugung: Die Wahrscheinlichkeit einer Ruptur kann durch Rauch- und Drogenverzicht, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie Einschränkung von Kaffeekonsum und belastender körperlicher Aktivität vermindert werden.

Artikelübersicht

Definition: Gehirnaneurysma

Ein Gehirnaneurysma wird auch als Hirngefäßerweiterung, Arterienerweiterung im Gehirn oder arterielle Aussackung des Gehirns bezeichnet. Es handelt sich um eine spindelförmige, beerenförmige oder sackförmige Erweiterung von arteriellen Hirngefäßen.

Die Hirngefäßerweiterung hat einen Durchmesser von etwa 5 mm bis 3 cm. Hat die Hirngefäßerweiterung eine Größe von 2,5 cm und mehr, handelt es sich um ein Riesenaneurysma.

Ein Aneurysma im Gehirn tritt insbesondere an den Gefäßen der Hirnbasis auf. Meistens sind aufgrund des Gefäßwand-Aufbaus die Verzweigungsstellen der Arterien betroffen.

Hirnaneurysma
Darstellung eines Hirnaneurysmas © freshidea | AdobeStock

Eine schwerwiegende Komplikation eines Hirnaneurysmas ist eine Aneurysmaruptur, d.h. das Aneurysma platzt auf bzw. reißt ein.

Da ein rupturiertes Gehirnaneurysma schnell lebensbedrohend sein kann, ist eine sofortige Behandlung erforderlich. Ein Gehirnaneurysma kann in jedem Lebensalter rupturieren. Das Risiko für die Ruptur einer Hirngefäßerweiterung ist jedoch im fünften und sechsten Lebensjahrzehnt am höchsten.

15 bis 20% der Aneurysma-Patienten haben mehr als eine Hirngefäßerweiterung. Bei etwa 10 bis 20% der Fälle liegen mehrere Aneurysmen an den Arterien der Hirnbasis vor. Schätzungen zufolge sind zwischen 0,2 und 9% der Mitteleuropäer Aneurysma-Träger. Das heißt, etwa 2.000 bis 90.000 pro 1 Million Menschen haben ein Hirnaneurysma. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursachen für ein Hirnaneurysma

Ein Hirnaneurysma entsteht durch Veränderungen an den Endothelzellen der Gefäßinnenwand.

Oft lässt sich die Ursache für eine Hirngefäßerweiterung nicht eindeutig ermitteln. In manchen Familien kommt ein Hirnaneurysma gehäuft vor. Daher wird angenommen, dass nicht nur erworbene, sondern auch angeborene Faktoren zu den Gefäßveränderungen führen.

Dadurch kann im Laufe der Jahre und unter Anwesenheit weiterer Faktoren, z. B.

ein Gehirnaneurysma entstehen.

Die Muskelschicht um die Hirnarterien an der Hirnbasis ist dünner als die der anderen Arterien des Körpers. Daher sind die Hirnarterien der Hirnbasis besonders anfällig für ein Gehirnaneurysma.

Ein wichtiger Risikofaktor für eine Hirngefäßerweiterung ist Bluthochdruck (Hypertonie). Dabei übt das Blut einen hohen Druck auf die Innenseite der Gefäßwände aus. Ist die Gefäßwand an einer bestimmten Stelle geschwächt, kann dieser Bereich nachgeben und die Schwachstelle wird sackartig nach außen gedrückt. So entsteht ein Hirnaneurysma.

Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) stellt einen weiteren Risikofaktor für ein Gehirnaneurysma dar. Durch die Kalkablagerungen verlieren die Hirnarterien ihre Elastizität, wodurch die Gefäße die Druckwellen des Herzschlages schlechter abfedern können.

Blutdruckmessung
Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für die Bildung eines Hirnaneurysmas © wutzkoh | AdobeStock

Weitere Risikofaktoren für ein Hirnaneurysma sind

  • Rauchen,
  • ein höheres Lebensalter,
  • starker Alkoholkonsum,
  • Kopfverletzungen und
  • einige Erbkrankheiten (z. B. Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom).

Symptome bei einem Hirnaneurysma

Ein Hirnaneurysma verursacht zu Beginn oft keine Beschwerden.

Drückt die Hirngefäßerweiterung allerdings auf einen Hirnnerv, kann es zu Beschwerden kommen. Gehirnnerven gehen nicht wie die peripheren Nerven aus dem Rückenmark, sondern direkt aus Gehirn hervor. Daher sind häufig Lähmungen und Ausfallerscheinungen im Bereich des Gesichts die Folge.

Platzt die Hirngefäßerweiterung, kommt es zu einen Hirnblutung bzw. zu einem Schlaganfall.

Beschwerden bei nicht-rupturiertem Gehirnaneurysma

Meist wird der Gesichtsnerv (Nervus oculomotorius) von der Hirngefäßerweiterung beeinträchtigt. Der Gesichtsnerv ist für die Augenbewegungen verantwortlich. Daher kann es bei Druck auf den Nerv durch das Gehirnaneurysma unter anderem zu

  • Bewegungsstörungen der Augen,
  • Augenmuskellähmungen,
  • Schmerz über und hinter einem Auge,
  • erweiterten Pupillen,
  • Sehen von Doppelbildern,
  • hängendem Augenlid bis hin zu
  • einer Lähmung einer Gesichtshälfte

kommen.

Solche Beschwerden lassen sich meist durch eine Hirnaneurysma-Operation lindern.

Beschwerden bei rupturiertem Gehirnaneurysma

Sehr gefährlich ist ein Hirnaneurysma an den Hirnbasis. Platzt eine Gefäßerweiterung eines großen Hirngefäßes der Hirnbasis, kann es zu einer Blutung in den Subarachnoidalraum kommen. Man spricht dann von einer aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (SAB). Der Subarachnoidalraum ist der Raum zwischen Gehirn und Hirnhaut, die als Spinnenhaut (Arachnoidea) bezeichnet wird.

Zu einer Subarachnoidalblutung kommt es jedes Jahr bei etwa 100 Personen pro 1 Million Einwohner. 

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Da die Hirnblutung aufgrund des knöchernen Schädels nicht nach außen ablaufen kann, erhöht sich der Druck auf das Gehirn. Dadurch kann es zu gravierenden Schäden am Gehirn kommen. Bis zu 60 bis 70% (manche Quellen berichten sogar von bis zu 90%) der Patienten überlebt die Hirnblutung nicht.

Nur bei etwa 10% der Patienten mit einem geplatzten Gehirnaneurysma bleiben keine neurologischen Ausfälle zurück. Bei den übrigen Betroffenen kommt es zu neurologischen Ausfällen, z. B.

  • Sprachverlust,
  • vollständige oder partielle Lähmung (Parese) oder
  • Halbseitenlähmung (Hemiparese).

Symptome, die auf den erhöhten Hirndruck zurückzuführen sind, können

  • plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Nackensteifigkeit,
  • Benommenheit,
  • Lichtempfindlichkeit,
  • Schläfrigkeit,
  • Bewusstlosigkeit und
  • Koma

sein. Bei einem rupturiertem Hirnaneurysma ist eine umgehende Hirnaneurysma-Operation notwendig.

Aneurysma im Gehirn: Diagnose

Ein Hirnaneurysma verursacht nicht zwangsläufig Beschwerden. Häufig wird es daher zufällig als Nebenbefund während einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfs entdeckt.

Ist das Gehirnaneurysma geplatzt, kann durch die Symptomatik (z. B. plötzlich einsetzende Kopfschmerzen) häufig schon eine Verdachtsdiagnose gestellt werden.

Bei Verdacht auf eine Hirngefäßerweiterung helfen bildgebende Verfahren weiter. Sie können das rupturierte Gehirnaneurysma und eine Hirnblutung gut dargestellen. Weitere diagnostische Tests sind eine Liquoruntersuchung sowie eine zerebrale Angiographie.

Meist erfolgt als erste diagnostische Maßnahme eine Computertomographie (CT). Ggf. kommt dabei ein Kontrastmittel zum Einsatz. Mit dieser Röntgenuntersuchung lässt sich der Blutfluss im Gehirn gut beobachten. Hirnblutungen und ein geplatztes Gehirnaneurysma sind dabei ebenfalls gut zu erkennen.

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) liefert meist detailliertere Erkenntnisse der Blutung und der Hirngefäßerweiterung als das CT. Dabei werden auch keine Röntgenstrahlen eingesetzt.

Bei einer Subarachnoidalblutung lassen sich die roten Blutkörperchen mithilfe einer Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) nachweisen. Die Liquoruntersuchung wird in der Regel dann durchgeführt, wenn ein CT keinen Hinweis auf eine Blutung gibt, die Symptome aber darauf hindeuten. Dabei wird im Rahmen einer Lumbalpunktion mit einer Nadel etwas Liquor aus dem Rückenmarkkanal entnommen.

Liefern diese Untersuchungen keine definitiven Erkenntnisse, kann noch eine zerebrale Angiographie durchgeführt werden. Hierfür wird ein dünner und flexibler Katheter in einer großen Arterie meist von der Leiste bis in das Gehirn vorgeschoben. Mithilfe eines Farbstoffs werden die Hirnarterien angefärbt. Im CT lässt sich dann ein geplatztes Aneurysma gut darstellen.

Eine Vorsorgeuntersuchung auf ein nicht-rupturiertes Gehirnaneurysma (Screening) wird insbesondere empfohlen, wenn

  • ein Elternteil oder ein Geschwister an einem rupturierten Gehirnaneurysma erkrankt ist oder
  • wenn eine angeborene Erkrankung vorliegt, die das Risiko für eine Hirngefäßerweiterung erhöht.

Therapie eines Hirnaneurysmas

Nicht jedes zufällig entdeckte Hirnaneurysma stellt ein Risiko da. Verursacht das Gehirnaneurysma keine Symptome und sind die Gefäßwände stabil, muss oft nicht behandelt werden. Dann reichen regelmäßige Kontrolluntersuchungen aus.

Besteht allerdings ein Risiko auf eine Aneurysmaruptur, muss das Gefäß vorbeugend behandelt werden. Es wird an der geschwächten Stelle verstärkt oder das Gehirnaneurysma wird abgeklemmt (Clipping). Ein Risiko liegt z. B. bei erblicher Vorbelastung und bestimmten Risikofaktoren vor.

Der beim Clipping eingesetzte Clip ist eine Metallklammer, die der Chirurg an der Basis der Hirngefäßerweiterung aufsetzt. Das Lumen des Gefäßes wird dabei nicht eingeengt.

Alternativ können auch mittels eines minimal-invasiven, endovaskulären Eingriffs kleine Platinspiralen eingebracht werden (Coiling).

Weitere neurochirurgische Formen der Hirnaneurysma-Operation sind:

  • das Wrapping: Die geschwächten Gefäßstellen werden zur Verstärkung mit Eigengewebe oder Fremdmaterial umwickelt
  • das Trapping: Kleine Ballons werden vor und nach dem Hirnaneurysma eingebracht.

Eine akute Nachblutung aus einem rupturierten Gehirnaneurysma ist die Ursache für die hohe Sterblichkeit innerhalb der ersten Tage nach der Ruptur. Wichtigstes Ziel bei allen aneurysmatischen Hirnblutungen ist daher die schnellstmögliche Stillung der Blutung und der Verschluss der Blutungsquelle.

Eine frühe Operation (0 bis 3 Tage nach der Subarachnoidalblutung) zeigt meistens bessere Langzeitergebnisse als eine späte Operation (11 bis 14 Tage nach der Subarachnoidalblutung). Die ungünstigsten Ergebnisse sind bei einer OP zwischen dem 7. und 10. Tag nach der Subarachnoidalblutung zu erwarten.

Auch heute werden Patienten mit schwerer Symptomatik oder anhaltender Bewusstlosigkeit häufig erst nach der Stabilisierung ihres Zustandes operiert.

Abhängig von

  • Alter,
  • Allgemeinzustand und
  • Lage, Größe und Form der Hirngefäßerweiterung

erfolgt die Therapie grundsätzlich entweder endovaskulär oder neurochirurgisch.

Endovaskuläre Hirnaneurysma-Operation (endovaskuläres Coiling, endovaskuläre Aneurysma-Okklusion)

Bei der endovaskulären Gehirnaneurysma-OP wird ein hohler Mikrokatheter von der Leiste bis in die defekte Hirnarterie vorgeschoben. Operateur setzt hier nun einen Stent ein. Ein Stent ist ein feines Drahtgeflecht, das die Gefäßwand von innen verstärkt.

Mithilfe eines Führungsdrahts werden nun Mikrospiralen aus einer Platinlegierung (Coils) in den Aneurysmasack eingebracht. Zwar füllen diese Mikrospiralen das Gehirnaneurysma nur zu einem Teil aus, aber sie bewirken die Bildung eines Thrombus. So verhindern sie eine weitere Blutzirkulation im Gehirnaneurysma und eine mögliche Ruptur.

Bei dieser Hirnaneurysma-Operation ist weder eine neurochirurgische Öffnung des Schädels noch eine Operation am Gehirn erforderlich. Daher ist diese minimal-invasive Hirnaneurysma-Operation die bevorzugte Technik.

Das Coilmaterial verbleibt bei komplikationslosem Verlauf dauerhaft im Gehirn und muss nicht entfernt werden.

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Winzige Spiralen füllen das Hirnaneurysma teilweise aus (Coiling) © Naeblys | AdobeStock

Ist Coiling nicht möglich oder liegt ein geplatztes Gehirnaneurysma vor (Notfallbehandlung), ist eine andere Methode notwendig. Ein Neurochirurg öffnet dann den Schädel. Drei Techniken sind nun denkbar:

  • Clipping
  • Wrapping
  • Trapping

Neurochirurgische Hirnaneurysma-Operation: Clipping

Beim Clipping wird der Hals der Gefäßaussackung mit einem Clip (Klammer, meist aus Titan) vollständig abgeklemmt. Dadurch kommt es zur Trennung des Aneurysmasacks vom Blutkreislauf. Das Hirngefäß, an dem das Gehirnaneurysma sitzt, bleibt erhalten.

Sitzt der Clip nicht optimal, besteht die Gefahr, dass

  • sich ein neues Gehirnaneurysma ausbildet oder
  • es zu einer Stenose (Verschluss) des Trägergefäßes kommt.

In manchen Fällen wird deshalb postoperativ eine Kontrollangiographie durchgeführt. Das Clipmaterial verbleibt bei komplikationslosem Verlauf dauerhaft im Gehirn und muss nicht entfernt werden.

Clipping bei einem Hirnaneurysma
Beim Clipping wird das Aneurysma abgeklemmt © ilusmedical | AdobeStock

Neurochirurgische Hirnaneurysma-Operation: Wrapping

Beim Wrapping umwickelt (wrappt) der Operateur die Arterienwand der Hirngefäßerweiterung. Das Wrapping kann mit körpereigenem Gewebe (z. B. Muskel oder Faszie) oder mit Fremdmaterial (z. B. Gaze, Leinen oder Kunststoff) erfolgen. Die anschließende bindegewebige Wandverstärkung soll eine Ruptur verhindern.

Das Gehirnaneurysma bleibt beim Wrapping aber erhalten. Es kann auch an Größe zunehmen, weshalb der schützende Effekt dieser Hirnaneurysma-Operation umstritten ist.

Neurochirurgische Hirnaneurysma-Operation: Trapping

Man spricht von Trapping, wenn der Chirurg ein Blutgefäß oberhalb und unterhalb der Hirngefäßerweiterung mittels

  • Clips oder
  • mit endovaskulär abgesetzten Ballons

verschließt.

Dieses Verfahren kann nur dann angewandt werden, wenn das von der betroffenen Hirnarterie abhängige Hirngebiet anderweitig versorgt wird. Deshalb sind im Vorfeld der Hirnaneurysma-Operation umfangreiche Hirndurchblutungstests und Funktionstests erforderlich.

Nachbehandlung nach einer Hirnaneurysma-Operation

Nach einer neurochirurgischen oder endovaskulären Hirnaneurysma-Operation muss der Patient genau überwacht werden. So können etwaige Komplikationen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Behandlung der Symptome und Komplikationen

Neben der direkten operativen Therapie der Hirngefäßerweiterung werden die Symptome und die Komplikationen meist medikamentös therapiert. So erhält der Patient beispielsweise

  • Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen und
  • Kalzium-Kanal-Blocker zur Vorbeugung eines Vasospasmus. Unter Vasospasmus versteht man eine Verengung der intrakraniellen Hirnarterien, die ausgeprägte Hirninfarkte mit tödlichem Ausgang zur Folge haben können.

gegeben. Die Liquorzirkulationsstörung, die bereits wenige Stunden nach der Blutung im CT nachweisbar ist, wird mit einer lumbalen Drainage bzw. Ventrikeldrainage behandelt.

Aneurysma im Gehirn: Vorbeugung

Patienten mit einem nicht-rupturierten Gehirnaneurysma können das Risiko einer Ruptur der Hirngefäßerweiterung senken. Der wichtigste Punkt ist ein gesunder Lebenswandel:

  • Verzichten Sie auf Rauchen und Drogen.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und auf ausreichend Bewegung. Durch eine Umstellung der Ernährung und durch körperliche Aktivität kann der Blutdruck gesenkt werden.
  • Schränken Sie Ihren Koffeinkonsum ein. Koffein kann zu einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks führen.
  • Vermeiden Sie Überlastung. Plötzliche und intensive körperliche Anstrengung (z. B. Gewichtheben) kann zu einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks führen.
  • Seien Sie vorsichtig bei der Einnahme von Acetylsalicylsäure (Aspirin) und anderen Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen. Besprechen Sie dies mit ihrem Arzt, da diese Arzneimittel das Blutungsrisiko bei einem Gehirnaneurysma erhöhen.
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