Laparoskopischer Magenbypass - Spezialisten für Bariatrie

Der laparoskopische Magenbypass ist eines der Standardverfahren der Adipositaschirurgie. Es handelt sich dabei um eine minimal-invasive Magenoperation zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht (Adipositas). 

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zum laparoskopischen Magenbypass sowie Spezialisten für diese Operation.

Empfohlene Spezialisten für einen laparoskopischen Magenbypass

Artikelübersicht

Laparoskopischer Magenbypass - Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zum laparoskopischen Magenbypass

Magenbypass und Schlauchmagen sind in Deutschland die beiden häufigsten in der Adipositaschirurgie eingesetzten Verfahren. Dadurch, dass der Magenbypass nicht nur die Nahrungsmenge begrenzt, die Sie zu sich nehmen können, sondern auch die Verwertung der aufgenommenen Nahrung weniger effizient macht und den Hormonhaushalt positiv beeinflusst, erzielt diese Operation besonders große Gewichtsreduktionen und wirkt sich darüber hinaus günstig auf Folgekrankheiten der Adipositas wie Diabetes Mellitus aus.

Was ist ein laparoskopischer Magenbypass?

Ein Magenbypass dient der chirurgischen Verkleinerung des Magens; gleichzeitig wird bei der Operation auch der Dünndarm effektiv verkürzt. Der im Vergleich zum Magenband und zum Schlauchmagen komplexere Eingriff begrenzt nicht nur das Fassungsvermögen des Magens erheblich, sondern schränkt auch die Verdauung der aufgenommenen Nahrung ein.

Nahezu 99 Prozent der Magenbypass-Operationen werden laparoskopisch (minimal invasiv) durchgeführt: Der Chirurg führt die notwendigen Instrumente nicht durch einen großen Schnitt in der Bauchdecke, sondern durch mehrere nur etwa knopflochgroße Schnitte ein. Entsprechend bleiben auch nur winzige Narben zurück.

Was passiert bei einem Magenbypass?

Bypass bedeutet soviel wie "Umgehung" – bei einem Magenbypass schließt der Chirurg fast den gesamten Magen, den gesamten Zwölffingerdarm und einen Teil des anschließenden Leerdarms von der Verdauung der Nahrung aus. Dafür werden der Magen kurz unterhalb des Mageneingangs und der Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms im Bereich des Leerdarms durchtrennt.  Die untere freie Schlinge des Dünndarms wird an den kleinen Restmagen angeschlossen, und das obere, mit dem stillgelegten Magen und dem Zwölffingerdarm verbundene Dünndarm-Ende etwa einen Meter unterhalb dieser Verbindungsstelle wieder mit dem Dünndarm vereinigt. An dieser Stelle entsteht eine Y-förmige Verzweigung des Dünndarms. Danach und nach seinem Erfinder, dem Schweizer Arzt César Roux, trägt das Verfahren auch den medizinischen Namen Roux-en-Y-Bypass.

Die Konsequenz dieses Eingriffs ist einerseits ein stark herabgesetztes Fassungsvermögen des kleinen Restmagens. Andererseits kann die normalerweise bereits im Magen einsetzende Verdauung nun erst dort beginnen, wo das Zwölffingerdarm-Ende in den Dünndarm mündet und die in Magen und Zwölffingerdarm produzierten Verdauungssekrete auf die Nahrung treffen. Entsprechend weniger Nährstoffe nimmt der Körper im Zuge der so verkürzten Passage der Nahrung durch den Darm auf.

Wann empfehlen Ärzte einen laparoskopischen Magenbypass?

Von krankhaftem Übergewicht sprechen Ärzte bei einem Body-Mass-Index von über 35 kg/m2, das entspricht in etwa dem verdoppelten Normalgewicht. In solchen Fällen bringen konservative Behandlungsansätze wie die Umstellung von Ernährung und Lebensstil sehr häufig nicht mehr den gewünschten Erfolg, und Ärzte empfehlen ein chirurgisches Behandlungsverfahren.

Da ein Magenbypass nicht nur zu einer starken und dauerhaften Gewichtsreduktion führt, sondern auch infolge der Adipositas auftretende Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus sehr günstig beeinflusst, gehört das Verfahren insbesondere bei Diabetikern zu den am häufigsten empfohlenen adipositaschirurgischen Operationen. Der Eingriff ist allerdings umfangreicher als etwa eine Schlauchmagen- oder Magenband-OP, daher ist ein zufriedenstellender körperlicher Allgemeinzustand Voraussetzung. Entsprechend empfehlen Ärzte den Magenbypass seltener bei extremem Übergewicht, also ab einem BMI von etwa 50 kg/m2.

Wie läuft die Operation bei einem laparoskopischen Magenbypass ab?

Die in einem adipositaschirurgischen Zentrum unter Vollnarkose durchgeführte laparoskopische Magenbypass-OP dauert etwa 60 bis 90 Minuten und umfasst folgende Schritte:

  1. Der Chirurg setzt mehrere etwa zwei Zentimeter lange Schnitte in die Bauchdecke, durch die eine Kamera mit Lichtquelle sowie die benötigten Instrumente eingeführt werden. Durch Einleiten eines Gases (meist CO2) in die Bauchhöhle hebt sich die Bauchwand etwas ab. So hat der Chirurg gute Sicht und einen besseren Zugang zu den Organen.
  2. Mit Hilfe eines Klammernahtgeräts trennt der Chirurg den Magen in einen kleinen und einen großen, stillzulegenden Teil.
  3. Der folgende Schnitt durch den Dünndarm schafft zwei freie Dünndarm-Enden.
  4. Die untere freie Dünndarmschlinge wird nach oben gezogen und mit dem Ausgang des kleinen Restmagens vernäht.
  5. Das mit dem stillgelegten Magenanteil verbundene obere Dünndarm-Ende leitet der Chirurg durch eine künstlich angelegte Öffnung typischerweise etwa 100 Zentimeter weiter unten in den Dünndarm ein.

Die verschiedenen Operationsverfahren

Je nachdem, wie lang der zwischen der Einmündung des Zwölffingerdarm-Endes und dem Übergang in den Dickdarm verbleibende Dünndarmabschnitt ist, sprechen Mediziner von einem proximalen oder distalen Bypass. Standardverfahren ist der proximale Magenbypass, bei dem ein etwa 2,5 Meter langer Dünndarmabschnitt für Verdauungsprozesse zur Verfügung steht. Der extremere distale Magenbypass mit nur noch etwa einem Meter verdauungsrelevantem Dünndarm wird seltener angewandt.

Ein Sonderfall ist der auch Mini-Bypass genannte Omega-Loop-Magenbypass. Hier wird der in diesem Fall etwas längere Restmagen an den unteren Bereich des Dünndarms angeschlossen, ohne den Dünndarm zu durchtrennen. Anstelle von zwei künstlich angelegten Verbindungen (Anastomosen) schafft der Chirurg hier also nur eine.

Postoperative Nachsorge nach der laparoskopischen Magenbypass-OP

Nach der Operation bleiben Sie für fünf bis sieben Tage im Krankenhaus und sind etwa drei Wochen lang nicht arbeitsfähig. In den ersten drei Tagen dürfen Sie nur kleine Schlucke Tee und Wasser zu sich nehmen, danach erhalten Sie täglich drei flüssige Mahlzeiten.

Auch nach der Entlassung müssen Sie noch für einige Zeit pürierte Kost zu sich nehmen. Im Rahmen der nun notwendigen Ernährungsumstellung essen Sie nun öfter kleine Mahlzeiten, um dem stark verkleinerten Magen Rechnung zu tragen. Oft werden bestimmte Lebensmittel (darunter Süßspeisen oder Milch) nach dem Eingriff nicht mehr gut vertragen – probieren Sie aus, was Ihnen schmeckt und bekommt!

Die ersten Nachsorgetermine in der Ernährungsambulanz werden in der Regel nach einem, drei und sechs Monaten angesetzt. Im Folgenden sollten Sie diese Termine jährlich wahrnehmen. Neben der Beratung zu Ernährung und Bewegung, der Kontrolle von Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck und Körperfettanteil gehören zur Nachsorge auch regelmäßige Laboranalysen, um Vitamin- und Mineralstoffmangel rechtzeitig zu entdecken, sowie gegebenenfalls Injektionen von Vitamin B12.

Mit diesen Nebenwirkungen sollten Sie nach einem Magenbypass rechnen

Der Magenbypass ist ein erheblicher Eingriff in das Verdauungssystem. Zu den gewollten Konsequenzen gehört, dass nun weniger Darmlänge für die Aufnahme der Nahrungsbestandteile durch den Körper zur Verfügung steht. Das führt zwangsläufig zu einer Mangelversorgung mit Vitamin B12, Eisen und anderen essentiellen Mikronährstoffen. Diese Vitamine und Spurenelemente müssen Sie lebenslang in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zusätzlich einnehmen. Trotzdem leiden Magenbypass-Patienten relativ häufig an Eisenmangel-Anämie (Blutarmut).

Relativ viele Magenbypass-Patienten neigen zum sogenannten Dumping-Syndrom: Wenn Sie zu große Mahlzeiten zu sich nehmen – kritisch sind insbesondere süße Speisen, Weißmehlprodukte und Milch – entleert sich der Restmagen sturzartig in den Dünndarm, der dadurch und durch die im folgenden stimulierte Wasseraufnahme aus dem Blut stark gedehnt wird. Dieser Dehnungsreiz löst bald nach der Mahlzeit Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Blähungen und oft auch Durchfall aus. Der durch die Flüssigkeitsabgabe ausgelöste Blutdruckabfall kann außerdem zu Schwindel, Herzrasen, Kopfschmerzen und Müdigkeit führen.

Mögliche Komplikationen nach einem Magenbypass

Zu den üblichen, auch nach einem Magenbypass zu berücksichtigenden Risiken größerer chirurgischer Eingriffe gehören Blutungen, Wundinfektionen und Thrombosen. Die Mortalität durch den Eingriff ist gering; sie beträgt weniger als 0,05 Prozent (ein Sterbefall auf 2000 Operationen).

Mittelfristig kann die Klammernaht zwischen den beiden voneinander abgetrennten Teilen des Magens durchlässig werden, was bewirkt, dass wieder Nahrung in den gesamten Magen gelangt.

Weiterhin können die Nahtstellen der miteinander vernähten Darmabschnitte undicht werden, oder es kann zu einer Verengung der Anastomose zwischen Restmagen und Dünndarm kommen. Solche Komplikationen lassen sich durch eine zweite Operation korrigieren.

Zu den Spätfolgen eines Magenbypass' gehört auch eine erhöhte Neigung zur Ausbildung von Nierensteinen.

Laparoskopischer Magenbypass: Prognose

Der proximale Magenbypass führt sehr zuverlässig zu einer langfristig stabilen Gewichtsreduktion und in der Mehrzahl der Fälle zur Remission (d.h. zur langfristigen erheblichen Besserung) eines bestehenden Diabetes Mellitus.

Studien zufolge verlieren Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Eingriff im Schnitt etwa 60 bis 90 Prozent ihres Übergewichts. Auch nach fünf Jahren bleibt das Gewicht im Mittel um etwa 60 Prozent des ursprünglichen Übergewichts reduziert.

Zahlen zur Diabetes-Remission zeigen ähnlich positive langfristige Ergebnisse: Auch nach fünf und mehr Jahren ist in etwa 75 Prozent der Fälle die stabile Remission des Diabetes Mellitus zu beobachten.

Quellen

https://www.aerzteblatt.de/archiv/179375/Bariatrische-Chirurgie-Magenbypass-bevorzugte-Operation
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/712380/umfrage/anzahl-stationaerer-adipositas-chirurgischer-eingriffe-in-deutschland/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20die%20Anzahl,deutschen%20Krankenh%C3%A4usern%204.083%20Magenbyp%C3%A4sse%20gelegt.
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/088-001l_S3_Chirurgie-Adipositas-metabolische-Erkrankugen_2018-02.pdf
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Magenbypass-Operation-hilft-auch-gegen-Diabetes,adipositas160.html
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Adipositas-Chirurgie-Wenn-die-Nachbetreuung-fehlt,magenbypass110.html
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65314/Magenbypass-Haeufige-Komplikationen-bei-zufriedenen-Patienten#:~:text=Infolge%20des%20verkleinerten%20Magens%20kommt,40%20Prozent%20der%20Patienten%20berichteten.
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