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Ellenbogenschmerzen außen oder innen: welche Ursachen stecken dahinter?

20.01.2026

Ellenbogenschmerzen sind eine häufige Beschwerde und können durch Überlastung, Fehlbelastungen, Entzündung oder Erkrankung des Ellenbogengelenks entstehen. Die Schmerzen im Ellenbogen können akut auftreten oder sich chronisch entwickeln. Sie unterscheiden sich je nach Ursache in Intensität und Lokalisation (an der Außenseite des Ellenbogens oder der Innenseite des Ellenbogens).

Der folgende Artikel informiert Sie über Ursachen von Ellenbogenschmerzen, typische Symptome sowie Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.

ICD-Codes für diese Krankheit: M25.52

Kurzübersicht:

Ellenbogenschmerzen betreffen das Gelenk häufig bei alltäglichen Bewegungen, beim Sport oder bei beruflicher Belastung. Die Beschwerden reichen von leichten Einschränkungen bis hin zu starken Ellenbogenschmerzen oder stechenden Schmerzen, die die Beweglichkeit deutlich reduzieren können. Besonders Überlastung gilt als häufiste Ursache für diese Schmerzen, beispielsweise durch häufiges Aufstützen oder einseitige Tätigkeiten.

Je nach Lokalisation spricht man von Ellenbogenschmerzen außen oder innen (Außenseite des Ellenbogengelenks oder an der Innenseite des Ellenbogengelenks). Typische Formen von Beschwerden sind der Tennisarm (oder auch Tennisellenbogen genannt). oder der Golferellenbogen, bei dem die Beugesehne an der Innenseite betroffen sind und die Innenseite des Ellenbogen überlastet ist. 

Neben mechanischen Faktoren spielen Entzündungen, Arthrose im Ellenbogen, Nervenreizungen wie das Kubitaltunnelsyndrom, sowie systemische Erkrankungen z.B. rheumatoide Arthritis oder Gicht eine Rolle. Die Ursache der Ellenbogenschmerzen bestimmt, ob die Beschwerden plötzlich beginnen oder bei anhaltenden Beschwerden einen chronischen Verlauf nehmen.

Artikelübersicht

Anatomie des Ellenbogens

Die Art und Ausprägung von Ellenbogenschmerzen hängt unter anderem von den betroffenen Strukturen des Ellenbogengelenks ab.

Das Ellenbogengelenk setzt sich aus den drei Teilgelenken

  • Oberarm-Ellen-Gelenk,
  • Oberarm-Speichen-Gelenk und
  • proximales Ellen-Speichen-Gelenk

zusammen.

Diese drei Teilgelenke sind von einer gemeinsamen Gelenkkapsel umgeben. Sie verbinden den Oberarmknochen (Humerus) und die Unterarmknochen Elle (Ulna) und Speiche (Radius) miteinander.

Stabilisiert und geführt wird das Ellenbogengelenk von drei kräftigen Bändern: den beiden Seitenbändern (Kollateralbändern) und dem sogenannten Ringband.

Der Ellenbogen ermöglicht mit diesen Strukturen

  • das Beugen und Strecken des Unterarms gegenüber dem Oberarm (Kugelgelenk und Scharniergelenk) und
  • das Drehen des Unterarms und der Hand (Zapfengelenk).

Dem Ellenbogen kommt daher für die Bewegungen des Armes in Alltag, Sport und Beruf eine sehr wichtige Rolle zu.

Ellenbogengelenk-Anatomie
Die Anatomie des Ellenbogengelenks © bilderzwerg | AdobeStock

Definition

Ellenbogenschmerzen bezeichnen Schmerzen im Bereich des Ellenbogengelenks, der angrenzenden Knochen, Sehnen, Bänder, des Schleimbeutels oder der umgebenden Muskulatur.

Beschwerden können akut oder chronisch sein, dumpf oder stechend auftreten, in den Unterarm ausstrahlen oder nur beim Strecken oder Beugen spürbar sein.

Je nach betroffener Struktur unterscheidet man u.a.:

  • Sehnenreizungen, z. B beim Tennisarm oder Tennisellenbogen
  • Entzündungen im Ellenbogen
  • degenerative Prozesse wie Arthrose im Ellenbogen
  • neurologische Ursachen, z.B. Kubinataltunnelsyndrom (= Nervenengpasserkrankung des Ellenbogens)

Treten zusätzliche Zeichen wie Schwellung, Rötung, eingeschränkte Beweglichkeit oder Kribbeln auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Häufige Ursachen von Ellenbogenschmerzen, Schwellung und Entzündung im Ellenbogen

Die häufigsten Ursachen der Beschwerden sind vielfältig und betreffen unterschiedliche Strukturen des Arms.

In den meisten Fällen entstehen Ellenbogenschmerzen durch Falsch- oder Überbelastungen des Arms. Häufig treten sie

  • bei alltäglichen Tätigkeiten wie dem Tragen von Einkaufstaschen,
  • bei sportlichen Aktivitäten wie dem Tennis oder Golf spielen oder
  • beim Arbeiten in einem Beruf, in dem Arm und Ellenbogen stark beansprucht werden,

auf.

Darüber hinaus können auch Verletzungen nach einem Unfall sowie Erkrankungen des Ellenbogens Schmerzen verursachen.

Verletzungs- und belastungsbedingte Ellenbogenschmerzen

Verletzungs- und belastungsbedingte Schmerzen im Ellenbogen werden beispielsweise verursacht durch:

  • eine Luxation (Gelenkausrenkung) des Ellenbogengelenks
  • einen Knochenbruch in oder am Ellenbogen
  • Verletzungen der Bänder und Sehnen des Ellenbogengelenks wie z.B. ein Bänderriss oder eine Zerrung
  • Muskelverletzungen oder Verspannungen des Muskel im Bereich des Ellenbogens
  • den sogenannten Tennisarm (Schmerzen außen am Ellenbogen beim Tennisellenbogen | Tennisarm)
  • den sogenannten Golferellenbogen
  • das RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury Syndrom) bei sich immer wiederholenden Tätigkeiten und Belastungen (z.B. der „Mausarm“ bei häufiger Arbeit am Computer)

Ellenbogenschmerzen durch entzündliche Erkrankungen

Zu den entzündlichen Erkrankungen, die Schmerzen im Ellenbogen verursachen und sich entzünden können, gehören unter anderem:

Weitere Ursachen für Ellenbogenschmerzen

Weitere Krankheiten, die Schmerzen im Ellenbogen verursachen können, sind:

  • die Arthrose, d.h. der Gelenkverschleiß, des Ellenbogens
  • die Osteoporose (Knochenschwund)
  • freie Gelenkkörper im Ellenbogengelenk
  • Reizungen des Ellennervs, beispielsweise durch das Stoßen des sogenannten Musikantenknochens an einer Kante

Symptome & Risikofaktoren bei Ellenbogenschmerzen beim Tennisarm

Ellenbogenschmerzen entstehen häufig durch wiederholte Belastung und Überbelastung, v.a. bei Tätigkeiten mit regelmäßigen Beugen oder Strecken des Arms, sowie bei Sportarten wie Tennis oder anderen Rückschlagsportarten.

Auch Fehlhaltungen, eine unzureichend gekräftigte Unterarm- und Schultermuskulatur, höheres Lebensalter und bestehende Vorerkrankungen wie Arthrose oder rheumatische Erkrankungen erhöhen das Risiko für entsprechende Beschwerden.

Die Symptome variieren je nach Ursache und reichen von lokalen Schmerzen am Ellenbogen über in den Arm ausstrahlende Beschwerden und Druckschmerz im Gelenkbereich bis hin zu eingeschränkter Beweglichkeit. Bei entzündlichen Prozessen können zusätzlich Schwellung, Rötung und Überwärmung auftreten.

Typisch sind außerdem stechende oder belastungsabhängige Schmerzen an der Außen- oder Innenseite des Gelenks sowie Beschwerden etwa beim Greifen, Tragen oder Heben.

Häufig zeigen sich die Schmerzen zunächst nur unter Belastung und persistieren im weiteren Verlauf auch in Ruhe.

Diagnose bei Ellenbogenschmerzen

Für eine wirksame Therapie müssen im Rahmen der Diagnose zunächst die Gründe für die Beschwerden ermittelt werden. Die Diagnose erfolgt dabei meist anhand

  • der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese),
  • einer körperlichen Untersuchung und
  • zusätzlichen Untersuchungen wie der Röntgenaufnahme, der Ultraschalluntersuchung oder der Kernspintomographie (MRT).

Anamnese zur Diagnose von Schmerzen im Ellenbogen

Im Rahmen eines Anamnesegesprächs wird der Arzt zunächst die Krankengeschichte des Patienten erheben. Zu den Fragen, die der Arzt dabei abklärt, gehören:

  • Wie genau äußern sich die Ellenbogenschmerzen, d.h. sind sie stechend, drückend oder ziehend?
  • Wo genau sitzen die Schmerzen, d.h. an der Innenseite, an der Außenseite, im Ellenbogenspalt, im gesamten Arm?
  • Wann treten die Schmerzen im Ellenbogen auf, z.B. bei bestimmten Bewegungen?
  • Seit wann leidet der Patient unter den Ellenbogenschmerzen?
  • Welche Vorerkrankungen und Verletzungen im Bereich des Ellenbogens sind bekannt?
  • Besteht die Möglichkeit einer Überbelastung des Ellenbogens, z.B. durch Tennis oder Golf spielen oder durch die Arbeit am Computer?

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung tastet der behandelnde Arzt zum einen das Ellenbogengelenk ab. Er überprüft dabei, ob das Gelenk geschwollen oder erwärmt ist, und beurteilt gleichzeitig dessen Beschaffenheit.

Zum anderen führt er einige Bewegungstests durch, um die Beweglichkeit und Schmerzhaftigkeit des Ellenbogengelenks zu überprüfen. Auch die anderen Gelenke und die Körperstatik werden im Rahmen der körperlichen Untersuchung beurteilt.

Weiterführende Untersuchungen

Meistens kann der Arzt nach der Anamnese und der körperlichen Untersuchung eine Verdachtsdiagnose stellen. Danach können zusätzliche Untersuchungen zum Einsatz kommen, um diesen Verdacht zu bestätigen.

Hierzu gehören unter anderem die folgenden Untersuchungen:

Was tun bei Ellenbogenschmerzen? Behandlungsmöglichkeiten bei starken Schmerzen im Ellenbogen

Die Behandlung von Ellenbogenschmerzen richtet sich nach der Ursache, dem Ausmaß der Beschwerden sowie danach, ob die Schmerzen akut oder chronisch verlaufen. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend, um die Funktion des Gelenks zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren.

Zunächst steht die Entlastung des Arms im Vordergrund. Eine vorübergehende Reduktion der körperlichen Belastung, insbesondere beim Sport oder bei beruflicher Beanspruchung, hilft dabei, Schmerzen zu lindern. Bei Überbeanspruchung sollten wiederholte Bewegungen, starkes Aufstützen sowie häufiges Strecken und Beugen vermieden werden.

Bei entzündlichen Veränderungen kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz, die Schwellung, Rötung und starke Schmerzen verringern können. Ergänzend werden je nach Befund Kälte- oder Wärmeanwendungen genutzt.

Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist die Physiotherapie. Sie verbessert die Beweglichkeit und führt gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Sehen durch oder Stoßwellentherapie, um erneute Überbelastung vorzubeugen. Unterstützend kann das Tragen einer Bandage sinnvoll sein, um das Gelenk zu stabilisieren.

Bei degenerativen Veränderungen wie Arthrose im Ellenbogen können zusätzlich Infektionen in das Gelenk erfolgen, um Reibung und Schmerzen im Bereich des Gelenks zu reduzieren. Operative Eingriffe sind nur selten nötig, etwa bei fortgeschrittener Arthrose oder Kubinataltunnelsyndrom. 

Ellenbogenbandage
Manchmal können bei Ellenbogenschmerzen Bandagen helfen © Robert Kneschke | AdobeStock

Operative Behandlung von Ellenbogenschmerzen

Nicht immer lassen sich Ellenbogenschmerzen mit konservativen Therapiemaßnahmen ausreichend beseitigen. Dann können operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Hierbei stehen unter anderem die folgenden operativen Behandlungsmethoden zur Verfügung:

  • Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Ellenbogengelenks
  • Osteotomie: Durchtrennung von Knochen oder Entfernung von Knochenteilen, z.B. bei Ellenbogenschmerzen, die durch eine Arthrose verursacht wurden
  • Implantation einer Ellenbogenprothese (künstliches Ellenbogengelenk)

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt stark von der Ursache ab. In vielen Fällen lassen sich die Ellenbogenschmerzen innerhalb weniger Wochen deutlich verbessern.

Akute Beschwerden heilen oft folgenlos aus. Bleiben Fehlbelastungen bestehen oder liegt eine chronische Entzündung oder Arthrose vor, kann es zu dauerhaften Einschränkungen kommen. 

Wichtig ist daher eine frühe Diagnose und konsequente Therapie.

Fazit

Ellenbogenschmerzen gibt es in vielen Formen. Von leichten Reizzuständen bis zu schweren degenerativen Erkrankungen. Entscheidend für eine gute Prognose ist eine rechtzeitige Diagnose und gezielte Behandlung. Werden mögliche Ursachen früh erkannt, lassen sich Schmerzen wirksam lindern und chronische Verläufe vermeiden.

Häufige Fragen zu Ursachen und Symptome sowie Behandlung von Ellenbogenschmerzen außen oder innen beim Strecken und Beugen

Was sind die häufigsten Ursachen für Ellenbogenschmerzen?

Häufige Ursachen sind Überlastungen wie Tennisarm (außen) oder Golferellenbogen (innen), entzündliche Erkrankungen, Arthrose sowie Nervenreizungen. Auch Fehlbelastungen im Alltag oder Beruf spielen eine große Rolle.

Welche Symptome sind typisch bei Ellenbogenschmerzen?

Typisch sind stechende oder ziehende Schmerzen an der Außen- oder Innenseite des Ellenbogens, Druckschmerz, Kraftverlust beim Greifen sowie eingeschränkte Beweglichkeit. Bei Entzündungen treten oft Schwellung und Überwärmung auf.

Wie werden Ellenbogenschmerzen diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, körperliche Untersuchung und ggf. bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT. So lässt sich die genaue Ursache gezielt bestimmen.

Wie lassen sich Ellenbogenschmerzen behandeln?

In den meisten Fällen helfen Schonung, entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie. Bandagen und physikalische Maßnahmen können ergänzen. Operative Eingriffe sind nur selten erforderlich.

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