Prostata-Spezialisten für die Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen

04.01.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist kastaniengroß und wiegt zwischen 20 und 25 Gramm. Sie produziert die Samenflüssigkeit für das Ejakulat und sorgt so für die Beweglichkeit Ihrer Samen. Als Prostataerkrankungen bezeichnen Mediziner gut- und bösartige Veränderungen dieser Drüse. Die häufigsten Prostatarkrankungen sind gutartige Prostatavergrößerungen (benigne Prostatahyperplasie), Entzündungen der Prostata (Prostatitis) und Prostatakrebs (Prostatakarzinom).

Hier finden Sie erfahrene Prostata-Ärzte für die Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen sowie weiterführende Informationen zu den einzelnen Erkrankungen der Prostata.

ICD-Codes für diese Krankheit: N42

Empfohlene Prostata-Ärzte

Prostataerkrankung Fälle in Deutschland

2.816 Fälle im Jahr 2020
2.875 Fälle im Jahr 2023 ( Prognose )

Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Was sind die häufigsten Prostataerkrankungen?

Die häufigsten Erkrankungen der Prostata sind

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Bei nahezu allen Männern vergrößert sich die Prostata im Alter und führt zu unterschiedlichen Beschwerden. Ihr Arzt spricht in diesem Fall von einer benignen Prostatahyperplasie bzw. von einem benignen Prostata-Syndrom. Von diesem sind etwa 50 Prozent der über 60-jährigen und 90 Prozent der über 90-jährigen Männer betroffen.

Prostatakarzinom

Ein Prostatakarzinom ist eine bösartige Veränderung der Zellen der Vorsteherdrüse. Prostatakrebs wächst im Vergleich zu anderen Tumorerkrankungen sehr langsam und entwickelt sich zumeist erst in den späten Lebensjahren.

Prostatitis

Die Prostata ist eine gutdurchblutete Drüse, die direkt der Harnröhre anliegt. Als solche ist sie häufig akut von bakteriellen Infektionen (akute bakterielle Prostatitis) betroffen, die bei ausbleibender Behandlung chronisch werden können (chronische bakterielle Prostatitis). Daneben steht sie nicht selten im Mittelpunkt chronischer Beckenschmerzen (abakterielle Prostatitis oder Prostataschmerzsyndrom).

Beschwerden bei Prostataerkrankungen

Wenn Sie an einer Prostatavergrößerung leiden, haben Sie typischerweise folgende Beschwerden:

  • häufiges Wasserlassen mit jeweils kleineren Urinmengen
  • nächtliches Wasserlassen
  • Startschwierigkeiten
  • abgeschwächter oder unterbrochener Harnstrahl
  • Harnnachtröpfeln oder Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung

Eine Prostataentzündung geht dagegen mit ausgeprägten Schmerzen im Anal- und Dammbereich einher. Neben Miktionsproblemen und häufigem Harndrang zeigen sich auch Schmerzen bei der Ejakulation.

Prostatakrebs verursacht im frühen Stadium zumeist keine Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium sind Miktionsprobleme, Harnstauungsnieren und Skelettbeschwerden typisch. Auch Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme (B-Symptomatik) sind für ein Prostatakarzinom im späteren Stadium charakteristisch.

Ursachen und Risikofaktoren von Prostataerkrankungen

Im Alter stimulieren die im Blut zirkulierenden Geschlechtshormone eine Zunahme des Prostatagewebes. Folgende Faktoren begünstigen zusätzlich die Prostatavergrößerung:

Eine Prostataentzündung hat verschiedene Ursachen. Eine akute bakterielle Prostatitis ist, wie die Bezeichnung bereits verrät, auf eine Infektion mit Bakterien zurückführbar. Zumeist lösen Darmbakterien wie Escherichia coli die Entzündung aus. Manipulationen an der Prostata (Probeentnahme, Harnröhrenkatheter) sowie eine Immunschwäche begünstigen eine bakterielle Einschleppung. Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis verursachen oft die gleichen Bakterien die Erkrankung, wenn auch atypische Bakterien wie Chlamydien verantwortlich sein können. Als Risikofaktor gilt insbesondere eine nicht ausreichend mit Antibiotika auskurierte akute Entzündung.

Das Prostataschmerzsyndrom ist die am häufigsten vorkommende Prostatitis. Hier liegt eine chronische Entzündung vor, die nicht auf eine bakterielle Besiedelung zurückführbar ist. Warum es zu dieser Entzündung kommt, wissen Mediziner nicht. Sie vermuten aber unter anderem infektiöse, genetische, neuromuskuläre und anatomische Faktoren.

Auch für Prostatakrebs sind die Ursachen bislang nicht bekannt. Mediziner nennen aber bestimmte Risikofaktoren, die ein Prostatakarzinom begünstigen:

  • familiäre Häufung (Das Risiko ist doppelt so hoch, wenn ein Verwandter ersten Grades erkrankt ist.)
  • Alter (90 Prozent der Betroffenen sind älter als 60 Jahre.)
  • Ernährung (Wissenschaftler diskutieren hier insbesondere den Einfluss tierischer Fette.)

Diagnose von Prostataerkrankungen

Im Anschluss an das Arztgespräch (Anamnese) begutachtet Ihr Arzt äußerlich Ihren analen und perianalen Bereich auf Veränderungen. In einem nächsten Schritt untersucht Ihr Arzt Ihren Analkanal (digital-rektale Untersuchung, Tastuntersuchung). Dabei prüft dieser Ihren Schließmuskel, Ihre Prostata sowie Ihr Rektum. Bei verdächtigen Veränderungen führt Ihr Arzt zusätzliche Untersuchungen durch:

Transrektaler Ultraschall der Prostata (TRUS): Anhand der Ultraschallbilder stellt Ihr Arzt fest, ob Ihre Prostata vergrößert ist. Auch Entzündungen und Krebsgeschwulste erkennt Ihr Arzt anhand der Bildgebung. Zudem erlaubt ein Ultraschall Rückschlüsse auf die Füllung von Harnblase und Nieren.

Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie): Daneben liefert eine Harnstrahlmessung Hinweise auf Störungen bei der Blasenentleerung und Probleme bei der Blasenspeicherung.

PSA-Test: PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff, der ausschließlich in der Prostata und bei gesunden Männern nur in geringen Mengen im Blut vorkommt. Daher ist ein erhöhter PSA-Wert ein Hinweis auf eine Erkrankung. Erhöhte Werte liegen bei einer Vergrößerung, Entzündung sowie bei einer Krebserkrankung der Prostata vor. Ein sehr hoher PSA-Wert assoziieren Ärzte hierbei mit einem Prostatakarzinom. Um die Diagnose abzusichern, entnimmt Ihr Urologe Gewebe aus Ihrer Prostata und lässt dieses auf Krebszellen prüfen (Prostatabiopsie).

Behandlung von Prostataerkrankungen

Welche Therapiemethoden zum Einsatz kommen, hängt von der jeweiligen Erkrankung der Prostata ab:

Behandlung der benignen Prostatahyperplasie

Bei einer geringen Prostatavergrößerung mit wenig Beschwerden empfiehlt Ihr Arzt häufig ein kontrolliertes Zuwarten. Auch eine Behandlung mit Phytopharmaka (u. a. Kürbiskern-Extrakt, Sägezahnpalmfrucht) oder Medikamenten (u. a. Alpha-Blocker, 5-Alphareduktasehemmer und/oder Anticholinergika) genügt bei geringeren Beschwerden.

Haben Sie ausgeprägtere Beschwerden, die auch Medikamente nicht lindern können, entfernt Ihr Urologe das einengende Gewebe. Hierzu stehen diesem verschiedene Verfahren zur Verfügung. Häufig führt Ihr Arzt eine transurethrale Elektroresektion (TUR-P) durch, bei der dieser das Prostatagewebe durch die Harnröhre schonend abträgt. Liegt eine massive Gewebevergrößerung vor (über 100 Gramm), empfehlen Urologen zumeist eine offene Schnittoperation (Prostata-Adenomektomie).

Behandlung der Prostatitis

Hat eine bakterielle Infektion Ihre Prostataentzündung hervorgerufen, benötigen Sie eine Antibiotika-Therapie. Diese dauert mindestens drei Wochen. Nicht bakteriell verursachte Prostatitiden behandelt Ihr Arzt mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten. Zur zusätzlichen Linderung der Beschwerden verschreibt Ihr Arzt eine Beckenbodenphysiotherapie sowie Medikamente, die das Wasserlassen erleichtern.

Behandlung des Prostatakarzinoms

Leiden Sie an einem Prostatakarzinom, stehen Ihnen abhängig vom Tumorstadium verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Entscheidend ist hier insbesondere, ob der Tumor auf die Prostata beschränkt ist (Frühstadium) oder bereits angrenzendes Gewebe befallen und/oder Tochtergeschwulste in Lymphknoten oder anderen Organen (fortgeschrittenes Stadium) gebildet hat.

Krebserkrankungen im Frühstadium behandelt Ihr Urologe bzw. Onkologe durch eine operative Entfernung der Prostata (Radikale Prostatektomie) oder eine Strahlentherapie. Bei Fernmetastasen wird Ihr Arzt eine Hormon- mit oder ohne Chemotherapie sowie eine gezielte Schmerzbehandlung empfehlen.

Verlauf und Prognose bei Prostataerkrankungen

Die Prognose ist bei einer benignen Prostatahyperplasie sehr günstig. Die Erkrankung schreitet sehr langsam voran und kann sehr gut behandelt werden. Sollten Sie allerdings auf eine Behandlung verzichten, kann dies zu verschiedenen Komplikationen wie Blasendivertikel, Balkenblase (Verdickung der Blasenwand), wiederkehrenden Zysten, Entzündungen sowie Nierenfunktionsstörungen führen.

Bei einer akuten Prostataentzündung klingen die Beschwerden unter Antibiotika-Therapie bereits nach zwei Tagen ab. Anders sieht es bei einer chronischen Entzündung aus. Hier ist die Behandlung langwierig und kann mehr als sechs Monate dauern. Lassen Sie eine akute Entzündung daher frühzeitig von Ihrem Urologen behandeln, damit diese nicht chronifiziert.

Auch ein Prostatakarzinom weist im Frühstadium gute Heilungschancen auf. Über 90 Prozent der Betroffenen leben nach 5 Jahren noch. Bei fortgeschrittenem Krebs stoppen die Behandlungsmaßnahmen die Ausbreitung des Tumors und tragen zu einer Beschwerdelinderung bei.

Fazit

Häufige Erkrankungen der Prostata sind gutartige Prostatavergrößerungen, Prostataentzündungen sowie das Prostatakarzinom. Jede dieser Erkrankungen kann Ihr Arzt mit guten Heilungschancen behandeln, wenn die Behandlung frühzeitig beginnt.

Quellen

Arastéh, K. et al. (2018): Duale Reihe Innere Medizin. Stuttgart: Thieme.
Bedke, J. et al. (2021): Prostatakrebs – Therapie. (URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/therapie.html).
Bedke, J. et al. (2021): Prostatakrebs – Symptome. (URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs/symptome.html).
Hegele, A. et al. (2021): Ultraschall in der Urologie. Berlin: Springer.
Höfner, K. et al. (2014): Leitlinie zur Therapie des benignen Prostatasyndroms der Qualität S2e. (URL: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-035l_S2e_Therapie_benignes_Prostatatasyndrom_2014_11-abgelaufen.pdf).
Kretschmer, C. (2019): Benigne Prostatahyperplasie (BPH). (URL: https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/benigne-prostatahyperplasie-bph)
Rohde, V. et al. (): Prostataerkrankungen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Heft 36. (URL: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3188/20Vo4CXYDBpeQ_34.pdf?sequence=1&isAllowed=y).
Weisenburger, L. (2019): Die Entzündung der Prostata (Prostatitis). (URL https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/erkrankungen-der-maennlichen-geschlechtsorgane/die-entzuendung-der-prostata-prostatitis-734241.html).
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