MR-Angiographie: Informationen & MR-Angiographie-Spezialisten

05.09.2022
Leading Medicine Guide Redaktion
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Die MR-Angiographie ist auch als Magnetresonanzangiographie bekannt. Es handelt sich um ein bildgebendes, diagnostisches Verfahren, das in den medizinischen Fachbereich der Radiologie fällt. Die MR-Angiographie dient zur Diagnose von Gefäßerkrankungen.

Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten und Zentren für MR-Angiographie.

Empfohlene Spezialisten für die MR-Angiographie

Artikelübersicht

Die Angiographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Blutgefäßen. Meistens wird sie verwendet, um Engstellen oder andere Erkrankungen der Gefäße zu diagnostizieren.

In der Regel injizieren die Mediziner dem Patienten vor der eigentlichen Untersuchung ein Kontrastmittel. Damit heben sich die Blutgefäße deutlicher von der Umgebung ab.

Eine Angiographie kann mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Die MR-Angiographie nutzt ein MRT. Die CT-Angiographie wird dementsprechend mittels Computertomographie und Röntgenstrahlen durchgeführt.

Die MR-Angiographie verzichtet völlig auf schädliche Röntgenstrahlen.

MR-Angiographie an verschiedenen Organen

Die MR-Angiographie kommt unter anderem an folgenden Organen zum Einsatz.

Die Angiographie am Herz

Wird die MR-Angiographie am Herzen durchgeführt, bezeichnet man das Verfahren auch als Koronar-Angiographie.

Damit können die Mediziner die Herzkranzgefäße untersuchen. Diese Gefäße versorgen den Herzmuskel und sind somit lebensnotwichtig. Die Koronar-Angiographie kann Hinweise auf eine koronare Herzerkrankung (KHK) geben, die in der Regel einem Herzinfarkt vorausgeht. Bei der KHK sind die Herzkranzgefäße von Verengungen oder gar vollständigen Verschlüssen betroffen.

Die MR-Angiograpie kann auch die Herzinnenräume darstellen. Das dient zur Beurteilung ihrer Größe und Funktionsfähigkeit.

Die Angiographie am Auge

Durch die sogenannte Fluoreszenz-Angiographie kann der Arzt feststellen, ob eine Störung in der Netzhaut vorliegt. In diesem Fall wird kein herkömmliches Kontrastmittel verwendet. Stattdessen kommt ein grüner Farbstoff zum Einsatz, der speziell zu diesem Zweck hergestellt wird.

Störungen der Netzhaut am Auge können einen Grünen Star verursachen und damit zur Erblindung führen.

Die Angiographie am Gehirn

Eine MR-Angiographie des Gehirns stellt

  • die Blutgefäße des Gehirns selbst sowie
  • die Gehirn-versorgenden Gefäße (zerebrale Angiographie)

dar.

Die Untersuchung wird bei Verdacht auf

durchgeführt.

Die Angiographie an den Beinen

Eine MR-Angiographie der Beine kann Hinweise auf

geben.

Verträgt der Patient das Kontrastmittel nicht, kann in diesem Fall auch eine CO2-Angiographie durchgeführt werden. In diesem Fall wird das Kontrastmittel durch Kohlenstoffdioxid ersetzt.

Ablauf der MR-Angiographie

Vor der Untersuchung führt der Arzt zunächst eine Anamnese durch. Dabei befragt er den Patienten nach dessen

  • Krankengeschichte,
  • Medikamenteneinnahme,
  • Beschwerden und
  • Lebensumständen.

Darüber hinaus klärt er seinen Patienten über Nutzen und Risiken dieses Eingriffs auf.

Für die spätere Kontrastmittelgabe legen die Mediziner eine Kanüle in ein Gefäß des Arms. Danach legt sich der Patient auf die Liege des MRT-Geräts. Für die MR-Angiographie wird er in die Röhre geschoben. Befindet er sich an Ort und Stelle, injiziert der Radiologe über die Kanüle das benötigte Kontrastmittel.

MRT in einer Klinik
MRT-Geräte nutzen starke Magnetfelder © digitale-fotografien | AdobeStock

Das MRT-Gerät macht die betreffenden Blutgefäß-Abschnitte nun sichtbar. Dabei treten laute, klopfende Geräusche auf. Der Patient kann, wenn gewünscht, vorher Kopfhörer erhalten, da die Geräusche unangenehm sein können.

Die MR-Angiographie kann wenige Minuten bis zu etwa einer halben Stunde dauern.

Die digitale Subtraktionsangiographie ist eine spezielle Form der MR-Angiographie. Der Radiologe erstellt dabei die Aufnahmen vor und nach der Kontrastmittelgabe.

Mittels Computer lassen sich die identischen Bereiche auf beiden Bildern herausrechnen. Dadurch werden die Veränderungen an den Gefäßen, die mit dem Kontrastmittel gefüllt wurden, besonders deutlich sichtbar.

Die Time-of-Flight MRA ist eine weitere MR-Angiographie-Technik. Hier ist kein Kontrastmittel erforderlich. Stattdessen wird frisch einströmendes Blut magnetisiert. Dieses wird im MRT-Bild dann sichtbar.

Risiken der MR-Angiographie

Die MR-Angiographie ist mit relativ wenigen Komplikationen verbunden.

Das MRT-Gerät arbeitet mit starken magnetischen Feldern. Deswegen müssen Sie unbedingt angeben, ob Sie metallhaltige Implantate im Körper tragen. Dazu gehören u.a.

  • Herzschrittmacher,
  • Insulinpumpen,
  • künstliche Herzklappen,
  • Schrauben und Platten oder
  • Gefäß-Stents.

Zu den häufigsten Begleiterscheinungen gehören ein 

  • Wärmegefühl und
  • ein unangenehmer Geschmack im Mund.

Beides kann bei der Injektion des Kontrastmittels auftreten. Sobald die Injektion erfolgt ist, sind diese Begleiterscheinungen allerdings nicht mehr bemerkbar.

Eine Kontrastmittelunverträglichkeit ist selten. Bei der Vorbereitung klärt der Arzt ab, ob beim Patienten eine Unterfunktion der Schilddrüse oder eine Niereninsuffizienz vorliegt. In diesen Fällen darf der Patient kein Kontrastmittel erhalten.

Zu den weiteren unerwünschten Nebenwirkungen gehören

  • Blutungen,
  • Thrombosen,
  • Blutergüsse,
  • Embolien,
  • Infektionen oder
  • Gefäßverletzungen.

Diese können in seltenen Fällen bei der Punktion der Gefäße entstehen.

Das sollten die Patienten nach der MR-Angiographie beachten

Nachdem die Untersuchung durchgeführt wurde, sollten sich die Patienten schonen und zudem viel Flüssigkeit trinken. Dadurch scheiden Sie das Kontrastmittel schnell aus dem Körper aus. Vermeiden Sie auch schwere körperliche Arbeit.

Patienten, die nach der Untersuchung unvermittelt

verspüren, sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.

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