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Warum ein Meniskusriss nicht immer sofort erkannt wird

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Melanie Al Tikriti, BSc · 30. September 2026

Ein falscher Schritt, eine schnelle Drehbewegung oder das Aufstehen aus der Hocke – plötzlich schießt ein stechender Schmerz durch das Knie. Manche Betroffene können das Gelenk kaum noch beugen oder strecken, andere berichten davon, dass sich das Knie wie blockiert anfühlt. Nicht selten verschwinden die Beschwerden zunächst wieder, sodass die Verletzung unterschätzt wird. Hinter diesen Symptomen kann ein Meniskusriss stecken. Er zählt zu den häufigsten Knieverletzungen und betrifft sowohl sportlich aktive Menschen als auch Personen, deren Meniskus im Laufe der Jahre verschleißt.

Ein Meniskusriss kann in jedem Lebensalter auftreten. Während bei jüngeren Menschen meist Sport- oder Unfallverletzungen die Ursache sind, entstehen Risse im höheren Lebensalter häufig durch den natürlichen Verschleiß des Knorpelgewebes. Moderne Diagnoseverfahren und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten ermöglichen heute in vielen Fällen eine erfolgreiche Therapie. Entscheidend ist jedoch, die Beschwerden richtig einzuordnen und das Knie frühzeitig untersuchen zu lassen. Denn nicht jeder Meniskusriss muss operiert werden. 

Meniskusrisse

Der Meniskus – wichtiger Stoßdämpfer des Kniegelenks

Jedes Knie besitzt einen Innen- und einen Außenmeniskus. Dabei handelt es sich um halbmondförmige Knorpelscheiben, die zwischen Ober- und Unterschenkel liegen. Sie wirken wie Stoßdämpfer, verteilen den Druck gleichmäßig auf das Kniegelenk und tragen wesentlich zur Stabilität bei. Gleichzeitig schützen sie den Gelenkknorpel vor übermäßiger Belastung und sorgen für einen möglichst reibungslosen Bewegungsablauf.

Wird einer der Menisken verletzt, können diese Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllt werden. Dadurch entstehen Schmerzen, und ein Risiko für Knorpelschäden und Arthrose. 

Wie entsteht ein Meniskusriss?

Bei jüngeren Menschen entsteht ein Meniskusriss häufig durch Sportverletzungen. Vor allem Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder Drehbewegungen wie Fußball, Tennis, Handball oder Skifahren erhöhen das Risiko. Dabei wirkt eine hohe Belastung auf das gebeugte und gleichzeitig gedrehte Knie, wodurch der Meniskus einreißen kann.

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Knorpelgewebe. Der Meniskus verliert an Elastizität und wird anfälliger für Risse. Dann genügt manchmal bereits eine alltägliche Bewegung wie das Hinknien, das Aufstehen aus der Hocke oder eine leichte Drehung des Knies, um eine Verletzung auszulösen.

Welche Beschwerden sind typisch?

Nicht jeder Meniskusriss verursacht sofort starke Schmerzen. Die Beschwerden hängen davon ab, wo sich der Riss befindet und wie groß die Verletzung ist.

Typische Anzeichen sind:

  • stechende Schmerzen im Knie
  • Schmerzen bei Drehbewegungen
  • Schwellung des Gelenks
  • Blockierungsgefühl
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Knacken oder Schnappen im Knie
  • Schmerzen beim Treppensteigen oder Hocken 

Wie wird ein Meniskusriss diagnostiziert?

Am Anfang steht eine ausführliche Befragung zum Unfallhergang oder zu den Beschwerden. Anschließend untersucht die Ärztin oder der Arzt das Knie mit verschiedenen Funktionstests, um den Meniskus gezielt zu überprüfen.

Zur Bestätigung der Diagnose wird meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Sie ermöglicht eine genaue Darstellung der Menisken sowie der Kreuzbänder, Seitenbänder und des Gelenkknorpels. 

Muss ein Meniskusriss operiert werden?

Nicht jeder Meniskusriss erfordert eine Operation. Kleine, stabile Risse oder verschleißbedingte Veränderungen können häufig konservativ behandelt werden. Dabei stehen Schmerztherapie, Physiotherapie und gezielter Muskelaufbau im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Beweglichkeit wiederherzustellen und das Knie dauerhaft zu stabilisieren.

Eine Operation wird vor allem dann empfohlen, wenn sich Meniskusteile einklemmen, das Knie blockiert oder größere Risse die Stabilität des Gelenks beeinträchtigen. Heute versuchen Orthopädinnen und Orthopäden möglichst viel gesundes Meniskusgewebe zu erhalten. Je nach Art der Verletzung wird der Meniskus genäht oder nur der beschädigte Anteil entfernt. 

Warum ist eine frühzeitige Behandlung wichtig?

Ein unbehandelter Meniskusriss kann langfristig Folgen haben, denn wenn die stoßdämpfende Funktion des Meniskus eingeschränkt ist, wird der Gelenkknorpel stärker belastet. Dadurch steigt das Risiko für Knorpelschäden und eine frühzeitige Kniearthrose.

Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht es außerdem, die individuell passende Therapie einzuleiten und Folgeschäden möglichst zu vermeiden. Gleichzeitig verbessert sie die Chancen, das Knie wieder vollständig zu belasten und die gewohnte Beweglichkeit zurückzugewinnen.

Ein blockiertes oder schmerzendes Knie sollte deshalb nicht als harmlose Überlastung abgetan werden. Hinter den Beschwerden kann sich ein Meniskusriss verbergen der eine gezielte medizinische Abklärung erfordert. Dank moderner Diagnostik und individuell abgestimmter Behandlungsmöglichkeiten lassen sich heute viele Meniskusverletzungen erfolgreich behandeln. Eine frühzeitige Therapie trägt entscheidend dazu bei, die Funktion des Kniegelenks langfristig zu erhalten und Beschwerden dauerhaft zu reduzieren. 

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Über den Fachautor

Melanie Al Tikriti, BSc

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