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Arterienverschluss: Akute Behandlung bei peripherer arterieller Durchblutungsstörung

15.06.2026
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Ein Arterienverschluss ist ein akut auftretender Verschluss einer Arterie, der die Durchblutung einer Extremität erheblich beeinträchtigen kann. Die Ursache liegt häufig in einer Embolie oder einem Blutgerinnsel, das ein Gefäss verschließt. Ein akuter Arterienverschluss stellt einen medizinischen Notfall dar, da die betroffene Extremität innerhalb weniger Stunden geschädigt werden kann. Typische Beschwerden treten plötzlich auf und reichen von starken Schmerzen bis zu Blässe und Kältegefühl.

Die Lokalisation des Arterienverschlusses beeinflusst die Symptome und den weiteren Verlauf. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Arteriosklerose, Vorhofflimmern und die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Chancen auf eine Wiedereröffnung des Blutflusses und den Erhalt der betroffenen Extremität. Daher sollte ein akuter Arterienverschluss immer ärztlich abgeklärt und schnell therapiert werden.

Kurzübersicht:

Ein Arterienverschluss entsteht durch den plötzlichen Verschluss einer Arterie und führt zu einer akuten Extremitätenischämie. Ursache sind häufig Embolie, Thrombose oder arterielle Gefäßerkrankungen. Die Beschwerden treten akut auf und betreffen meist eine Extremität. Eine schnelle Behandlung kann Gewebeverlust und Amputation verhindern.

Artikelübersicht

Was ist ein Arterienverschluss?

Beim Arterienverschluss handelt es sich im Wesentlichen um eine systemische Gefäßerkrankung der Arterien. Infolge einer Arteriosklerose kommt es über die Zeit zuerst zur Arterienstenose und schließlich zum vollständigen Verschluss des Gefäßes.

Daraus entsteht eine Minderversorgung mit arteriellem, sauerstoffreichen Blut, was zu einem Sauerstoffmangel im versorgten Gewebe führt. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder die koronare Herzkrankheit sind hierfür typische Krankheitsbilder.

Hingegen ist bei einem akuten Arterienverschluss die Blutversorgung im von der jeweiligen Arterie versorgten Gewebe unterbrochen, sodass Sauerstoffmangel und Schäden drohen. Bekannt sind beispielsweise der Herzinfarkt, bei dem es zu einem Arterienverschluss im Bereich der Koronararterien des Herzens kommt, oder der Schlaganfall, bei dem ein Hirngefäß blockiert ist.

Ursache solcher akuter Ereignisse sind in der Regel Blutpfropfen (Thromben), die sich z. B. aus einer tiefen Beinvenenthrombose oder bei Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern) aus dem linken Herzen lösen und dann durch Verlegen einer Arterie z. B. einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie auslösen können. Bei diesen drei Ereignissen handelt es sich um lebensbedrohende Notfälle.

Fachartikel Besenreiser

Darstellung eines Gefäßverschlusses © pankajstock123 #63446706 | AdobeStock

Welche Formen des Arterienverschlusses gibt es?

Häufig sind die Arterien der Beine betroffen – Medizinier sprechen dann von der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz pAVK. Charakteristisch für die pAVK ist ein stechender Schmerz im betroffenen Bein nach vergleichsweise kurzer Wegstrecke (= Belastungsschmerz) und eine scheinbare Erholung nach einer gewissen Ruhezeit. Diese Symptomatik brachte der Erkrankung schließlich ihren umgangssprachlichen Namen ein – Schaufensterkrankheit –, da ganz ähnlich wie bei einem Schaufensterbummel kurze Wege von zahlreichen Gehpausen unterbrochen werden.

Darüber hinaus können die Arterien des Herzens (= Koronararterien) betroffen sein und zum Krankheitsbild der „engen Brust“ (= koronare Herzkrankheit) führen.

Daneben gibt es ebenso Arterienverschlusserkrankungen im Bereich des Gehirns, der Augen sowie der Nieren (= Nierenarterienstenose).

Welche Symptome verursacht der Arterienverschluss?

Anfangs verursachen Arterienverschlüsse nur sehr wenige Symptome, die sich meist in Belastungssituationen zeigen. Bei der pAVK kommt es beispielsweise zum Belastungsschmerz, bei der koronaren Herzkrankheit zur „Enge in der Brust“ (= Angina pectoris) mit Atemnot und Schmerzen, bei Verschlüssen in den Nierenarterien steigt meist der Blutdruck.

Diese langsam voranschreitenden Verschlusskrankheiten müssen jedoch von einem akuten Arterienverschluss unterschieden werden, bei dem es sich um eine Notfallsituation handelt. Dieser führt an den Beinen zu starken Schmerzen, Pulslosigkeit unterhalb der Verschlussstelle und zu blasser Hautfärbung.

Der Herzinfarkt indes wird durch Schmerzen, Angstgefühl und Atemnot charakterisiert. Beim Schlaganfall wiederum treten je nach betroffener Hirnregion Ausfallerscheinungen auf, wie z. B. Sprachstörungen, Gesichts- und Körperlähmungen, Schwindel und starke Kopfschmerzen.

Diagnostik bei Arterienverschluss

Erste Hinweise auf einen Arterienverschluss erhalten Ärzte aus der Anamnese und der körperlichen Untersuchung der Patienten, insofern diese bereits Symptome zeigen, wie Kurzatmigkeit, Belastungsschmerzen oder Brustenge. Der nächste Schritt ist anschließend die Bildgebung, für die in erster Linie Ultraschall und Dopplerultraschall angewendet werden, um die Strömungsverhältnisse in den Arterien sichtbar machen zu können.

Bei Verdacht auf eine Beteiligung der Herzkranzgefäße oder bei Herzrhythmusstörungen wird ein Elektrokardiogramm (kurz: EKG) durchgeführt. Die Angiografie, die Kernspintomographie (MRT) und die Computertomographie (CT) ermöglichen zudem eine umfassende Bildgebung, z. B. im Gehirn oder Herz.

Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit

Während die noch in der Entwicklung befindliche Verschlusskrankheit in der Regel über mehr Bewegung und eine bewusstere Ernährung sowie den Verzicht auf Nikotin und Alkohol verlangsamt werden kann, muss der drohende vollständige oder bereits akute Arterienverschluss stationär in einem Krankenhaus versorgt werden.

Dabei geht es vor allem darum, den Verschluss der Arterie so schnell wie möglich aufzulösen, um die Blutversorgung im Gewebe oder im Organ wieder herzustellen. Medikamentös erfolgt in der Regel eine Heparinisierung, d. h. mithilfe von Gerinnungshemmern wird versucht, die Gefäße zu eröffnen.

Bei einem hohen Herzinfarktrisiko, wie z. B. bei der koronaren Herzerkrankung, versuchen die Mediziner, Stents zu legen, um die Arterien zu weiten und offenzuhalten, bzw. es erfolgt eine sogenannte Bypass-Operation.

Gefäßbehandlung mit Stent

Links ein drohender Gefäßverschluss, rechts die Weitung mittels Stent © crevis #89836026 | AdobeStock

Bei letztgenannter OP wird der verschlossene Arterienabschnitt mithilfe einiger „Umgehungskreisläufe“ stillgelegt und so der Blutfluss am Herzmuskel in neue Bahnen gelenkt. Ohne eine daran anschließende Ernährungsumstellung und mehr Bewegung im Alltag wird die arterielle Verschlusskrankheit jedoch auch diese Bypässe nach einiger Zeit blockieren.

Welche Ärzte behandeln einen Arterienverschluss?

Gefäßerkrankungen wie die arterielle Verschlusskrankheit werden von Fachärzten für Innere Medizin, Kardiologie und/oder Angiologie (Gefäßmedizin) behandelt. 

FAQ

Was ist ein Arterienverschluss?

Ein Arterienverschluss ist der vollständige oder teilweise Verschluss einer Arterie, wodurch der Blutstrom unterbrochen wird. Beim akuten Arterienverschluss kommt es plötzlich zu einer Minderversorgung der betroffenen Extremität. Das Krankheitsbild zählt zu den schwerwiegenden Durchblutungsstörungen und erfordert eine rasche Behandlung.

Welche Ursachen hat ein akuter Arterienverschluss?

Die häufigste Ursache eines akuten Arterienverschlusses ist eine Embolie durch ein Blutgerinnsel. Weitere wichtige Ursachen sind Thrombose, Arteriosklerose und die periphere arterielle Verschlusskrankheit. Vorhofflimmern begünstigt die Bildung von Thromben, die über den Blutfluss in ein Gefäss gelangen und einen plötzlichen Verschluss verursachen können.

Welche Symptome treten bei einem Arterienverschluss auf?

Typische Beschwerden treten akut auf und umfassen starke Schmerzen, Blässe, Kältegefühl und eine verminderte Durchblutung der betroffenen Extremität. Je nach Lokalisation des Verschlusses können weitere Symptome wie Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen auftreten. Die Lokalisation des Arterienverschlusses entscheidet darüber, wie ausgeprägt die Beschwerden oft sind.

Wie wird ein Arterienverschluss behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, der Lokalisation des Verschlusses und dem Zustand der betroffenen Extremität. Neben medikamentösen Maßnahmen kommen Katheterverfahren, Aspirationsthrombektomie, Fogarty-Thrombektomie oder eine Bypass-Operation zum Einsatz. Ziel ist die schnelle Entfernung des Gerinnsels und die Wiedereröffnung der verschlossenen Arterie. Besonders innerhalb der ersten sechs Stunden bis spätestens 12 Stunden bestehen die besten Chancen auf eine erfolgreiche Therapie.

Welche Folgen kann ein unbehandelter Arterienverschluss haben?

Bleibt ein akuter peripherer Arterienverschluss unbehandelt, kann das betroffene Gewebe aufgrund der fehlenden Durchblutung absterben. In schweren Fällen drohen Schädigung, Schockzustand oder sogar eine Amputation der betroffenen Extremität. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend, um Gefässverschlüsse zu vermeiden und die Funktion der Extremität zu erhalten.

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