Der Flachrücken ist eine Fehlstellung der Wirbelsäule, bei der die natürliche Lordose der Lendenwirbelsäule abgeflacht oder nahezu aufgehoben ist. Dadurch verliert die Wirbelsäule ihre typische S-Form, was zu einer veränderten Körperhaltung, muskulären Dysbalancen und Rückenschmerzen führen kann.
Häufig betrifft der Flachrücken sowohl die LWS als auch angrenzende Abschnitte der Brustwirbelsäule und kann mit Rundrücken, Skoliose oder Kyphose kombiniert auftreten. Die Therapie richtet sich nach Ursache, Ausmaß und den Beschwerden des Patienten.
Kurzübersicht:
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Flachrücken als Folge einer Operation
Die Wirbelsäule des Menschen erscheint in ihrer natürlichen Form wie ein „S". Im Halsbereich ist sie leicht nach vorn gebogen, im Brustwirbelbereich nach hinten (Kyphose). Im Lendenwirbelbereich wieder nach vorn (Lordose).
Diese S-Form der Wirbelsäule wirkt bei Belastung wie eine Feder und federt die Kräfte ab. Diese Form verhindert, dass sich die Bandscheiben beim Heben schwerer Lasten schädigen. Dem Flachrücken fehlen diese natürlichen Krümmungen entlang der Wirbelsäule und somit auch deren abfedernde Wirkung.
Welche Ursachen hat ein Flachrücken?
Die Ursache für den Flachrücken kann sehr unterschiedlich sein. Häufig stehen am Anfang Haltungsschäden. Daraus kann sich ein Rundrücken oder Buckel bilden.

Bei einem Rundrücken ist der obere Rücken nach hinten gekrümmt @ Henrie /AdobeStock
Passiert dies bereits in jungen Jahren, dann verläuft der weitere Wachstumsprozess der Wirbelsäule nicht korrekt. Die natürliche S-Form der Wirbelsäule kann sich dann nicht ausbilden. Neben fehlerhafter Belastung können auch Erkrankungen, wie der Morbus Scheuermann, solche Veränderungen auslösen. Ebenfalls scheint ein Vitamin-D-Mangel die Wirbelknochen aufzuweichen (Rachitis), sodass diese den täglichen Belastungen nachgeben.
Seltener, aber dennoch nicht unmöglich, können auch Operationsfehler zu einem Flachrücken führen. Hier sei unter anderem an Fehler beim Anbringen von Implantaten im Bereich der Wirbelsäule gedacht. Solche Implantate sind z. B. bei Wirbelbrüchen oder auch zur Korrektur komplizierter Bandscheibenvorfälle notwendig.
Woran ist ein Flachrücken zu erkennen?
Eigentlich vermittelt der Flachrücken rein äußerlich das Bild eines gesunden Rückens. Betroffene gehen besonders aufrecht. Allerdings fehlt der Wirbelsäule bei diesen Menschen die natürliche Krümmung. Diese federt die Kräfte nicht ausreichend ab. So können schneller Schäden an den Wirbelkörpern sowie den Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) auftreten.
Der Flachrücken verursacht daher sehr häufig Schmerzen, besonders beim Heben von Lasten. Außerdem steigt das Risiko für Bewegungseinschränkungen, wenn eine Schädigung von Bandscheiben oder Wirbelknochen vorliegt.
Die Diagnose eines Flachrücken?
Ziel der Diagnose ist, Hinweise aus der Anamnese (z. B. Schmerzen beim Heben) in der Bildgebung zu überprüfen. Dafür reicht in der Regel eine Röntgenaufnahme aus.
Im nächsten Schritt geht es darum, die Ursache des Flachrückens zu diagnostizieren. Es kann sich dabei um eine Rachitis, einen Morbus Scheuermann oder auch um die Folgen einer Wirbelsäulen-OP handeln.
Bei Verdacht auf einen akuten Bandscheibenvorfall setzen Experten eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie; MRT) an.
Ist ein Flachrücken behandelbar?
Das wichtigste Symptom des Flachrückens sind die Schmerzen. Diese können im Verlauf der Erkrankung durch weitere Schäden an Wirbelkörpern oder Bandscheiben an Stärke zunehmen.
Treten auch Bewegungseinschränkungen hinzu, leidet die Lebensqualität der Betroffenen sehr. Die Stimmung verschlechtert sich, es kommt zu Reizbarkeit, Aggressivität, Schlaflosigkeit und in einigen Fällen auch zur Depression.
Daher besteht die Therapie des Flachrückens aus einer kurzzeitigen Schmerzbehandlung in Kombination mit rückenstärkende physiotherapeutischen Übungen. Diese stärken Gleichgewicht und Muskulatur. Weitere Komplikationen sind somit weitestgehend ausgeschlossen.

Ständiges Training ist bei einem Flachrücken wichtig @ Beaunitta V W/peopleimages.com /AdobeStock
In besonders schweren Fällen des Flachrückens ist eine Operation sinnvoll, die geschädigte Bandscheiben ersetzt bzw. saniert. Ärzte können die Wirbelsäule in betroffenen Abschnitten mittels Metallplatten und Schrauben dauerhaft versteifen.
Prognose bei Flachrücken
Die Prognose richtet sich beim Flachrücken nach der Ursache und ob bereits Folgeschäden – z. B. an den Bandscheiben – bestehen.
Ohne Folgeschäden und auch ohne Bewegungseinschränkungen haben Patienten sehr gute Aussichten auf ein weitgehend ungestörtes Leben. Physiotherapie und der gezielte Aufbau der Rückenmuskulatur unterstützen dies zusätzlich.
Liegt die Ursache in vorausgegangenen Operationsfehlern, so sind die Folgen dessen in der Regel ebenso gut wieder auszugleichen. Dafür gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die dabei helfen sollen, die Symptome sowie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Welche Fachärzte behandeln den Flachrücken?
Erste Ansprechpartner für Betroffene sind Hausärzte sowie Orthopäden. Je nach Therapie kommen weitere Fachdisziplinen hinzu, beispielsweise Chirurgen oder Neurologen.
Fazit
Die Definition des Flachrückens beschreibt eine Abflachung der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule, bei der Haltung und Statik des gesamten Rumpfes verändert sind. Besonders im lumbalen und thorakalen Bereich ist die Wirbelsäule häufig abgeflacht, was sich auf Wirbel, Wirbelgelenke und jedes beteiligte Gelenk auswirkt. Oft zeigt sich eine veränderte Beckenkippung, wodurch Becken, Brustwirbel, Halswirbel und auch die Bandscheibe unphysiologisch belastet werden und Verspannung, eingeschränkte Beweglichkeit oder starke Schmerzen entstehen können.
Im Unterschied zum Rundrückens oder zur Hyperkyphose mit ausgeprägter Wölbung oder sichtbarem Buckel fehlt beim Flachrücken die physiologisch notwendige Krümmung, was langfristig Verschleiß begünstigt und bei Kindern sogar auf eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule oder einen Keilwirbel hinweisen kann. Die Diagnose berücksichtigt, ob die Wirbelsäule im lumbaler Abschnitt betroffen ist oder weist die Brustwirbelsäule entsprechende Veränderungen auf und ob bereits eine funktionelle Versteifung vorliegt.
Die Behandlung des Flachrückens zielt auf Entlastung, Verbesserung der Statik und eine gezielte Korrektur ab, wobei Physiotherapie eine zentrale Rolle spielt. Entscheidend ist es, Fehlmuster wie ein Hohlkreuz oder sekundäre Fehlhaltungen frühzeitig zu erkennen, um die Belastung der Wirbelsäule während des Wachstum nachhaltig zu reduzieren.
FAQ zum Flachrücken
Was ist ein Flachrücken?
Ein Flachrücken bezeichnet eine Abflachung der natürlichen Lordose der Wirbelsäule, meist im Bereich der Lendenwirbelsäule, wodurch die S-Form verloren geht.
Welche Ursachen hat ein Flachrücken?
Häufige Ursachen sind muskuläre Fehlhaltungen, Fehlbelastung, Wachstumsstörungen, Bandscheibenverschleiß oder frühere Operationen an der Wirbelsäule.
Welche Beschwerden treten beim Flachrücken auf?
Typisch sind Rückenschmerzen, muskuläre Verspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit und eine erhöhte Belastung der Wirbelkörper und Bandscheiben.
Wie wird ein Flachrücken behandelt?
Die Therapie ist meist konservativ und umfasst Physiotherapie, Training zur Verbesserung der Körperhaltung, muskulären Ausgleich und Entlastung der Wirbelsäule.
Ist eine Operation beim Flachrücken notwendig?
Eine Operation ist nur selten erforderlich und kommt vor allem bei schweren Beschwerden, struktureller Instabilität oder ausgeprägten Fehlstellungen in Betracht.
Quellen
medlexi.de/Flachrücken
verywellhealth.com/flat-low-back-posture-296885
Wiggins GC et al., Management of iatrogenic flat-back syndrome. Neurosurg Focus 2003; 15(3): Article 8
































