Unter einer Fußdeformität verstehen Mediziner jede Abweichung von der idealen, physiologischen Fußform. Kleinere Veränderungen im Bereich der Fußknochen oder des Fußgewölbes sind heutzutage weit verbreitet. Häufig entstehen sie durch Fehlbelastung des Fußes, ungünstiges Schuhwerk oder hohe Absätze, die die Fußwurzel und den Mittelfuß dauerhaft überlasten. Bei schweren Fällen kann auch ein muskuläres Ungleichgewicht oder eine neurologische Erkrankung ursächlich sein. Führen diese Faktoren zu starken Beschwerden oder Fehlstellungen, ist manchmal eine operative Korrektur nötig.
Kurzübersicht:
Fußdeformitäten sind Abweichungen der Fußform von der gesunden Normalform und entstehen häufig durch Fehlbelastungen oder ungeeignetes Schuhwerk. Typische Symptome sind Schmerzen beim Gehen, Veränderungen im Gangbild oder Druckstellen. Die Diagnose erfolgt meist durch eine Blickuntersuchung, kann aber mit einem Röntgenbild zur Beurteilung der Fußknochen und Gelenke ergänzt werden. Leichte Deformitäten lassen sich durch Einlagen oder Gymnastik behandeln, während bei schweren Fällen eine Operation helfen kann. Für die richtige Diagnostik und Therapie sind Fachärzte für Orthopädie oder Fußchirurgie zuständig.
Artikelübersicht
Angeborene und erworbene Fußdeformitäten
Als Fußdeformitäten werden alle Veränderungen am Fuß bezeichnet, die vom idealen, gesunden Fuß abweichen. Grundlage solcher Krankheiten sind Fehlstellungen der Fußknochen, die auf Fehlbelastungen des Fußes oder falsches Schuhwerk zurückgehen.
Nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens werden primäre (angeborene) Fußfehlstellungen, die bereits bei Neugeborenen und Kindern auffallen, sowie sekundäre (erworbene) Fußdeformitäten unterschieden, die häufig durch muskuläres Ungleichgewicht oder neurologische Erkrankungen verursacht werden und die im späteren Leben auftreten können, z. B. als Fußfehlstellungen bei Diabetes (Zuckerkrankheit). Nach der Entstehungsursache (Ätiologie) grenzen sich die rheumatischen Veränderungen von den neurogenen Fußdeformitäten und anderen neurologischen Erkrankungen ab.
Schließlich unterscheiden Medizinear die Fußfehlstellungen in der täglichen Praxis anhand ihres Erscheinungsbildes bzw. der damit im Zusammenhang stehenden Symptome:
- Fersensporn
- Hohlfuß (Pes excavatus / Pes cavus)
- Kletterfuß
- Klumpfuß (Pes equinovarus / Pes equinovarus adductus)
- Knickfuß (Pes valgus)
- Plattfuß (Pes planus / pes planus congenitus)
- Senkfuß
- Sichelfuß (Pes adductus)
- Spitzfuß (Pes equinus)
- Spreizfuß (Pes transversoplanus)
- Hackenfuß (Pes calcaneus)
Hinzu kommen die Deformitäten der Zehen, wie beispielsweise:
Manche dieser Deformitäten führen langfristig zu einer Abflachung des Fußgewölbes oder zu einer Fehlstellung im Bereich des Mittelfußes.

Anatomie des Fußes © bilderzwerg #54960419 | AdobeStock
Welche Symptome treten bei einer Fußfehlstellung häufig auf?
Die Symptomatik der Fußdeformitäten richtet sich stark nach der zugrundeliegenden Fehlstellung im Bereich der Zehen oder des Fußes. In der Regel treten Belastungsschmerzen oder Schmerzen beim Gehen auf, oft begleitet von einer Fehlbelastung des Fußes. Eine anhaltende oder falsche Belastung des Fußes kann zusätzlich zu Entzündungen und Schmerzen im Bereich der Gelenke führen. Durch eine veränderte Fußstellung oder durch diverse Vermeidungsbewegungen und damit im Zusammenhang stehende Fehlbelastungen können die Gelenke im Bereich des Knöchels, Sprunggelenk oder des Knies geschädigt werden und ebenfalls weitere Schmerzen verursachen. Muskulatur und Sehnenapparat passen sich daran an und am Ende verändert sich unter Umständen der gesamte Gang eines betroffenen Menschen. Auch die Fußwurzel und der Mittelfuß können durch dauerhafte Fehlstellungen überlastet werden.
Zehenfehlstellungen wie die Hammerzehe oder auch der häufig im Bereich der Großzehe an der Außenseite des Fußes auftretende Hallux valgus schmerzen vor allem beim Gehen und bilden aufgrund der Reibung der Schuhe oft wunde Stellen. Der Hallux bewirkt zudem über die Zeit, dass sich die Großzehen und angrenzenden Zehen der betroffenen Füße mehr und mehr nach innen neigen. Diese Erkrankung tritt besonders häufig bei Frauen im höheren Lebensalter auf.
Je nach Art und Ausprägung der Fußfehlstellungen oder Zehenfehlstellungen wird das Gehen und Laufen zunehmend beschwerlicher, das Schuhetragen schmerzhafter.
Diagnose
Viele der Fußfehlstellungen imponieren nach einiger Zeit bereits durch ihr auffälliges Erscheinungsbild, sodass die Fachärzte diese anhand einer Blickdiagnose schnell benennen können. Ergänzend hilft ein Röntgenbild, um die Stellung der Fußknochen und des Fußgewölbes genauer zu beurteilen.
So zeigt sich etwa beim barfuß stehenden Patienten bei einem Hohlfuß, dass der seitliche Fuß innen bis zu zwei Zentimeter abgehoben ist, also keinen Bodenkontakt mehr erhält. Beim Senk- und Plattfuß hingegen liegt das gesamte ehemalige Fußgewölbe nun flach dem Boden an. Der Spreizfuß fällt wiederum durch weiter auseinanderstehende Mittelfußknochen auf.
Bei Neugeboren und Kindern oder auch bei unklarer Symptomatik wird ein bildgebendes Verfahren hinzugezogen, in der Regel ist die eine Röntgenaufnahme. Darin lassen sich die von außen nicht sichtbaren Deformitäten der Knochen im Bereich des Fußskeletts oder auch Knochenzapfen, wie beim Fersensporn oder beim Hallux valgus, sehr leicht abbilden.
Die Bildgebung hat darüber hinaus den großen Vorteil, dass sich damit die weitere Behandlung, z. B. eine Operation, besser planen lässt.
Wie werden Fußdeformitäten behandelt?
Die Therapie der Fuß- und Zehenfehlstellungen richtet sich zum einen nach der Art und Schwere der Fehlstellung, zum anderen aber auch nach den jeweiligen Symptomen. Ärzte unterscheiden nach konservativen und operativen Therapieansätzen.
In der Mehrzahl der Fälle werden die Fachärze zuerst versuchen, konservativ eine Linderung zu erreichen. Dabei gilt jedoch, dass je nach dem Lebensalter und der damit vergangenen Erkrankungsdauer die Möglichkeiten eingeschränkt sein können.
Konservativ bedeutet vor allem, spezielle Einlagen zu verwenden, Druckschutzorthesen, weites Schuhwerk oder sogar individuelle orthopädisch angefertigte Schuhe zu tragen. Fußgymnastik ist eine weitere Möglichkeit, eine Linderung insbesondere in einem noch frühen Erkrankungsstadium zu erreichen. Ärzte empfehlen häufig auch, einfach barfuß zu gehen, gerade im Sommer, denn dies lässt die Füße ihr natürliches Umfeld erleben und gleichzeitig schult es die Sinne.
In einigen Fällen reicht die konservative Therapie nicht mehr aus – besonders dann, wenn die Beschwerden zu groß werden, oder das Laufen nur noch eingeschränkt möglich ist oder weitere Gelenkschäden hinzukommen. Oft entscheiden die Ärzte in dieser Situation, eine operative Behandlung durchzuführen. In ausgeprägten Fällen kann die Fehlstellung nur noch durch eine operative Korrektur der Fußknochen behoben werden.
Dabei geht es darum, die Fehlstellung zu korrigieren, bzw. schmerzende Knochenvorsprünge (z. B. bei Hallux valgus, Fersensporn, Hammerzehe) zu verkleinern.
Die Möglichkeiten der modernen Fußchirurgie erstrecken sich dabei von kleinen Korrekturen der Deformitäten bis hin zu Knochenabtragungen und Knochenumstellungen. Letzteres wird notwendig, wenn beispielsweise ein Hallux valgus begradigt werden muss. Hierbei versuchen die Fachärzte, mehrere fehlstehende Zehen wieder in die richtige Stellung zum Fußskelett zu bringen.
Mit einer anschließenden Rehabilitation können zudem die Heilungschancen steigen. Wichtig ist danach der schrittweise Wiederaufbau der Wadenmuskulatur, um erneute Fehlbelastungen des Fußes zu vermeiden.
Welche Ärzte behandeln Fußdeformitäten?
Fußfehlstellungen gehören zum Aufgabengebiet der Fachärzte für Orthopädie mit einer Spezialisierung auf Hand- und Fußchirurgie. Diese Fachärzte sind auch Ansprechpartner für Patienten mit muskulären Ungleichgewichten oder neurologischen Erkrankungen, die zu Fußfehlstellungen führen. Diese sind in der Regel innerhalb spezieller Schwerpunktzentren zu finden. Sie erkennen die Experten vor einer Konsultaion vor allem an deren ausgewiesener Erfahrung und anhand regelmäßiger Weiterbildungen auf ihrem jeweiligen Fachgebiet.
FAQ
1. Was ist eine Fußdeformität?
Eine Fußdeformität beschreibt eine Abweichung der Fußform von der gesunden Normalform. Sie kann angeboren oder im Laufe des Lebens durch Fehlbelastung des Fußes, falsches Schuhwerk oder muskuläre Ungleichgewichte entstehen.
2. Welche Symptome treten bei einer Fußfehlstellung auf?
Typische Anzeichen sind Schmerzen beim Gehen, Druckstellen, eine veränderte Gangart oder Schwellungen. Bei starker Fehlstellung kann sich auch die Belastung des Fußes und der Gelenke verändern.
3. Wie werden Fußdeformitäten diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt meist durch eine Blickuntersuchung. Ein Röntgenbild hilft zusätzlich, die Stellung der Fußknochen und des Fußgewölbes zu beurteilen und die Therapie zu planen.
4. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Leichte Fehlstellungen werden oft mit Einlagen, Fußgymnastik oder orthopädischem Schuhwerk behandelt. In schweren Fällen kann eine operative Korrektur der Fußknochen notwendig sein, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Quellen
- https://www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de/fuer-patienten/fuss-info/kleinzehenfehlstellung.html
- https://www.gesundheitsinformation.de/fehlstellungen-der-fuesse.3200.de.html
- https://flexikon.doccheck.com/de/Fu%C3%9Fdeformit%C3%A4t
- https://flexikon.doccheck.com/de/Hohlfu%C3%9F
- https://flexikon.doccheck.com/de/Zehendeformit%C3%A4t
- https://www.rosenfluh.ch/media/paediatrie/2012/02/Fussdeformitaeten_im_Kindesalter.pdf





















