Sprunggelenk-Schmerzen: Informationen & Sprunggelenk-Spezialisten

18.04.2022
Dr. med. Wolfram Wenz
Medizinischer Fachautor

Das Sprunggelenk ist im Gegensatz zu anderen Gelenken anfälliger für Verletzungen. Häufig treten Sprunggelenkschmerzen als Folge von Verletzungen und Verstauchungen auf. Aufgrund der enormen Belastung im Alltag und bei sportlichen Aktivitäten sind Schmerzen im Sprunggelenk ein sehr häufiges Beschwerdebild. Hier finden Sie weiterführende Informationen sowie ausgewählte Spezialisten und Zentren für Sprunggelenk-Schmerzen.

ICD-Codes für diese Krankheit: M25.57

Empfohlene Spezialisten für Sprunggelenkschmerzen

Sprunggelenk-Schmerzen Fälle in Deutschland

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Das prognostizierte Fallzahlwachstum basiert auf Angaben zur Bevölkerungsentwicklung der statistischen Bundes- & Landesämter. Die Berechnung erfolgt je Altersklasse, sodass demographische Effekte berücksichtigt werden. Die Fallzahlen basieren aus einer Vernetzung von unterschiedlichen öffentlich zugänglichen Quellen. Mittels Datenanalyseverfahren werden diese Zahlen aufbereitet und unseren Usern zugänglich gemacht.

Artikelübersicht

Definition von Sprunggelenk-Schmerzen

Das Sprunggelenk wird täglich stark belastet. Bei jedem Schritt, den wir machen, tragen unsere Sprunggelenke etwa das fünf- bis siebenfache Gewicht unseres Körpers pro Quadratzentimeter. Damit ist die Belastung des Sprunggelenks erheblich größer als bei allen anderen Gelenken des Körpers.

Vor allem bei bestimmten sportlichen Aktivitäten unterliegt das Sprunggelenk einem sehr großen Druck.

Obwohl das Sprunggelenk sein Leben lang gefordert und stets belastet wurde, ist es ein recht ausdauerndes Gelenk. Beim Sprunggelenk tritt beispielsweise seltener Arthrose auf als bei anderen Gelenken, wie beispielsweise im Knie oder der Hüfte.

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnen wir mit „Knöchelschmerzen“ sämtliche Schmerzen im Bereich zwischen Unterschenkel und Fuß. Korrekterweise sind Knöchelschmerzen aber lediglich Schmerzen im oberen Sprunggelenk. Dieses Gelenk ist der eigentliche Knöchel.

Schmerzen im Sprunggelenk beschränken sich aus medizinisch-anatomischer Sicht aber nicht auf Schmerzen im Knöchel. Auch das untere Sprunggelenk kann Schmerzen verursachen. Schmerzen, die in Folge von Schädigungen an Bändern und Muskeln auftreten, zählen ebenfalls zu den Sprunggelenk-Schmerzen.

Schmerzen im Knöchel
Schmerzen im Sprunggelenk müssen nicht immer nur den Knöchel (das obere Sprunggelenk) betreffen © cirquedesprit | AdobeStock

Anatomie und Funktion des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk ist das Verbindungsgelenk zwischen Fuß und Unterschenkel und ermöglicht uns einen normalen, aufrechten Gang. Es setzt sich aus dem oberen und unteren Sprunggelenk zusammen.

Zum oberen Sprunggelenk (kurz OSG) gehören drei verschiedene Knochen. Diese sind

  • das Sprungbein (Talus),
  • das Wadenbein (Fibula), von dem der Außenknöchel gebildet wird, und
  • ein Teil des Schienbeins (Tibia).

Von wesentlicher Bedeutung für Federung, Halt und Stabilität sind straffe Bänder, die sich in der Umgebung des Gelenks befinden. Sie stabiliseren das Gelenk. Beim oberen Sprunggelenk unterscheidet man zwischen Innenbändern und die Außenbändern.

Das Sprunggelenk ist von einer Kapsel umgeben. Das obere Sprunggelenk und seine Bänder ermöglichen die Bewegung zwischen Fuß und Unterschenkel. Dadurch können wir den Fuß heben und senken, ihn beim Gehen abrollen und uns beim Springen Abstoßen.

Das untere Sprunggelenk (kurz USG) ist aufgrund seiner Komplexität noch verletzungsanfälliger als das obere Sprunggelenk. Daher ist es auch häufiger für Sprunggelenk-Schmerzen verantwortlich. Das untere Sprunggelenk besteht ebenfalls aus mehreren Knochen. Es wird von multiplen Bändern gehalten.

Beim Stehen auf einer schiefen Ebene und beim Laufen auf sehr unebenem Untergrund stabilisiert das untere Sprunggelenk den Gang. Da die Stabilität sich beim Senken des Fußes automatisch vermindert, kommt es in der Folge recht häufig

  • zum Umknicken,
  • zu Zerrungen und Rissen in Bändern sowie
  • zu Brüchen der unteren Sprunggelenksknochen oder
  • zu Schädigungen am Knorpel.

Dadurch können erhebliche Sprunggelenk-Schmerzen entstehen. Knorpelschäden können zudem weitere Verletzungen am Sprunggelenk hervorrufen.

Sprunggelenk
Anatomie des Sprunggelenks © bilderzwerg | AdobeStock

Ursachen von Sprunggelenk-Schmerzen

Aufgrund des komplexen anatomischen Aufbaus des Sprunggelenks gibt es eine Vielzahl verschiedener Ursachen für Schmerzen im Sprunggelenk.

Sprunggelenk-Schmerzen sind meist eine Folge von

  • Unfällen,
  • zu starker Belastung oder
  • alter Verletzungen an Bändern und Knochen.

Auch angeborene Bänderschwächen oder Fehlstellungen können eine Ursache von Schmerzen im Sprunggelenk sein.

Sprunggelenk-Schmerzen durch Schädigung der Bänder

Werden die Innen- oder Außenbänder chronisch überlastet oder durch einen Riss oder eine Zerrung verletzt, verursachen sie Schmerzen.

Menschen, die an einer angeborenen Schwächung der Bänder leiden, knicken leichter und häufiger um.

Schmerzen im Sprunggelenk durch Knochenbruch

Brüche im oberen Sprunggelenk können massive Sprunggelenk-Schmerzen hervorrufen. In der Regel geht eine Knöchelfraktur mit einer Bänderzerrung bzw. Bänderdehnung oder einem Bänderriss einher.

Sprunggelenk-Schmerzen durch Arthrose

Arthrose ist ein Sammelbegriff für sämtliche Verschleißerscheinungen von Gelenken. Arthrose kann auch im Sprunggelenk auftreten und massive Schmerzen und damit einhergehende Bewegungseinschränkungen verursachen.

Die Arthrose des Sprunggelenks kommt seltener vor als die Hüftarthrose oder Kniearthrose. Dennoch zählt die Arthrose des oberen Sprunggelenks zu den sogenannten Volkskrankheiten.

Bei Arthrose nutzt sich die Schutzschicht des Knorpels im Sprunggelenk nach und nach ab. Dadurch nimmt die Belastbarkeit ab und die betroffenen Patienten klagen über sehr starke Sprunggelenk-Schmerzen klagen.

Sportliche Personen sind häufiger betroffen. Insbesondere Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und Sprüngen belasten das Sprunggelenk stark. Auf lange Sicht kann es dadurch zu erheblichen Verschleißerscheinungen im Sprunggelenk kommen. Zu den Risikosportarten gehören beispielsweise

  • Skateboard,
  • Handball,
  • Volleyball,
  • Fußball,
  • Basketball und
  • Hockey.

Die Sprunggelenkarthrose kann neben Überlastung durch sportliche Aktivitäten folgende Ursachen haben:

  • Fehlbelastung nach Bänderverletzungen,
  • Fehlstellungen nach gerissenen Bändern,
  • Knorpelverletzungen nach einem Bänderriss,
  • Belastung durch Übergewicht und
  • Fehlstellungen der Beinachse.

Vorangegangene Verletzungen sind aber eine häufigere Ursache.

Symptomatik bei Schmerzen im Sprunggelenk

Schmerzen im Sprunggelenk variieren je nach Ursache und Lokalisation. Es können sowohl Knochen als auch Bänder und Muskeln für die Sprunggelenk-Schmerzen verantwortlich sein.

Verletzungen am Übergang von Knochen und Bändern werden eher als punktueller Schmerz wahrgenommen. Sind Innen- oder Außenbänder gerissen oder angerissen, kommt es eher zu einem flächenhaften Schmerz, der sich am Fuß ausbreitet.

Bänderrisse und Bänderdehnungen gehen mit massiven Schwellungen oder Blutergüssen einher. Diese drücken auf das umliegende Gewebe und verursachen so starke Schmerzen im Sprunggelenk .

Während der Heilung kann es mitunter zu einer Vernarbung des Gewebes kommen. Auch das kann zu Schmerzen im Sprunggelenk und zu Blockaden führen. Blockaden schränken die Beweglichkeit des Sprunggelenks erheblich ein.

Vor allem in bestimmten Haltungen des Fußes oder bei speziellen Belastungen kommt es zu ziehenden Sprunggelenk-Schmerzen.

Die Schmerzen nehmen in der Regel bei

  • Druck oder Belastung,
  • beim Abtasten oder
  • Gehen, Stehen und Laufen

zu.

Diagnostik bei Sprunggelenk-Schmerzen

Schmerzen äußern sich aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung. Um die Schmerzen langfristig zu behandeln, muss also vor allen Dingen deren Ursache identifiziert und behandelt werden. Die Gabe von Schmerzmitteln ohne Behandlung kann die Beschwerden und Einschränkungen über die Zeit verschlimmern.

Auch die Belastung des Knorpels nimmt durch nicht behandelte Instabilität zu und kann zu Arthrose führen. Daher sollten Sie frühzeitig einen Arzt konsultieren, der dann eine ursachenspezifische Therapie einleiten kann.

Nach einem Anamnesegespräch wird der Arzt das Sprunggelenk untersuchen. Bei der Untersuchung durch Abtasten überprüft der Arzt die schmerzhaften Punkte durch Druckeinwirkung sowie die Stabilität.

In der Regel erfolgt die weitere Diagnosestellung durch Röntgenbilder des Fußes. Röntgenaufnahmen oder die Magnetresonanztomographie (MRT) eignen sich gut zur Diagnose von knöchernen oder ligamentären Verletzungen. So lassen sich Verletzungen an

  • Bändern,
  • Knochen,
  • Knorpel und
  • Muskeln

eindeutig identifizieren und in ihrer Struktur abbilden.

Fuß im Röntgenbild
Die knöchernen Strukturen des Fußes im Röntgenbild © Silvano Rebai | AdobeStock

Behandlung von Schmerzen im Sprunggelenk

In der Regel führen Fachärzt für Unfallchirurgie oder Orthopädie die Behandlung durch.

Die Therapie von Schmerzen im Sprunggelenk richtet sich nach der Diagnose, d.h. nach der Ursache der Sprunggelenk-Schmerzen.

Bei einem Bänderriss wird in der Regel das Tragen einer Schiene verordnet.

Bei einem Knochenbruch des oberen Sprunggelenks ist häufig ein Gipsverband nötig. Auch eine Operation kann je nach Art der Verletzung indiziert sein.

Bei Verstauchungen und Zerrungen reicht in der Regel die Ruhigstellung und Entlastung mittels einer Schiene. Das Sprunggelenk sollte geschont und die Schwellung durch Hochlegen des Fußes reduziert werden. Eine völlige Ruhigstellung ist in manchen Fällen nicht nötig oder gar empfehlenswert.

Wachsen gerissene Bänder trotz Schiene nicht wieder zusammen, kann eine Operation im Rahmen der Sprunggelenkchirurgie erforderlich sein. Das Ziel ist dabei, die bestehenden Bänder entweder zu verbinden oder sie zu ersetzen. Bei Sprunggelenkarthrose kann ebenfalls eine OP notwendig sein.

Häufig kommt bei Sprunggelenkoperationen eine Arthroskopie zum Einsatz. Das ist ein minimal-invasives Verfahren, das ohne großen Hautschnitt auskommt. Stattdessen reichen wenige kleine Schnitte aus.

Mittels Arthroskopie können zum Beispiel Knochensplitter, die sich bei einem Knochenbruch abgelöst haben, entdeckt und entfernt werden.

Auch eine Physiotherapie ist häufig ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Behandlung und des Heilungsprozesses. Die Physiotherapie dient dazu, die beeinträchtigten Gelenke zu stabilisieren und die Sprunggelenkschmerzen dauerhaft zu beheben.

Vorbeugung von Sprunggelenk-Schmerzen

Vor allem bei Sportarten wie

  • Hockey,
  • Fußball,
  • Basketball etc.

besteht das Risiko, sich Verletzungen zuzuziehen, die in der Folge Schmerzen im Sprunggelenk verursachen. Daher ist insbesondere hier das entsprechende Schuhwerk für den Sportler sehr wichtig.

Aufwärmübungen und Dehnungsübungen vor den sportlichen Aktivitäten helfen ebenfalls, das Verletzungsrisiko zu minimieren. Auch bei bereits bestehenden Schmerzen im Sprunggelenk können unter Umständen Dehnübungen helfen und gleichzeitig vorbeugend wirken.

Je nach Sportart, Vorgeschichte und Verletzungsrisiko sind beim Sport auch stützende Bandagen sinnvoll.

Zusätzlichen Halt erhält das Sprunggelenk beim Sport durch Tapen oder durch das Tragen spezieller Orthesen. Tapen und Stützstrümpfe sind jedoch keine Hilfsmittel, um gesunde, belastbare und voll funktionsfähige Bänder zu entlasten.

Zur Vorbeugung von Sprunggelenk-Schmerzen spielt die Physiotherapie eine bedeutende Rolle. Betroffene können dadurch die notwendige Stabilität durch Kräftigung der Muskulatur zurückgewinnen. Das hilft Unfälle, wie beispielsweise wiederholtes Umknicken, zu vermeiden.

Gegen Bänderverletzungen empfiehlt sich ein regelmäßiges Training der Muskulatur am Schienbein. Leidet der Betroffene unter Fehlstellungen bzw. beim Laufen unter Fehlbelastungen, kann eine geeignete Physiotherapie helfen, diese Probleme zu beheben.

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