Minimalinvasive Hüft-OP | Informationen & Spezialisten

Bei einem Hüftgelenkersatz wünschen sich viele Patienten natürlich minimal-invasive Operationsverfahren. Zwar liegen die Vorteile der minimal-invasiven Hüft-OP gegenüber der weniger invasiven offenen Hüftchirurgie auf der Hand, dennoch sind solche Verfahren nicht für jeden Patienten geeignet. Wann und für wen ein Hüftgelenkersatz nach dieser Schlüsselloch-Methode in Frage kommen könnte, erfahren Sie in diesem Artikel. Außerdem finden Sie hier geeignete Experten für die minimal-invasive Hüft-OP.

Empfohlene Spezialisten für eine minimal-invasive Hüft-OP

Artikelübersicht

Minimal-invasive Hüftchirurgie - Weitere Informationen

Was ist eine minimal-invasive Hüft-OP?

Die minimal-invasive OP wird heutzutage bereits in vielen Bereichen der Medizin erfolgreich angewendet. Über einen kleinen Hautschnitt führen die Chirurgen dabei endoskopische Sonden und Operationsbestecke ein. So lässt sich über dieses kleine „Schlüsselloch“ in der Haut gewebeschonend operieren. Das funktioniert prinzipiell auch am Hüftgelenk. Doch wann sollte überhaupt über eine solche minimal-invasive Hüft-OP nachgedacht werden?

Gründe für eine minimal-invasive Hüft-OP?

Die häufigste Ursache für Schäden am Hüftgelenk sind altersbedingte Verschleißerscheinungen. In der Medizin wird dies als Hüftarthrose (Coxarthrose) bezeichnet. Ab etwa dem 30. Lebensjahr nimmt der Alterungsprozess auch im Hüftgelenk immer weiter zu.

Sportschäden, Unfälle und auch Haltungsschäden sowie Überbelastungen der Gelenke können die Abnutzung der dünnen Gelenkknorpelschichten im Hüftgelenk zusätzlich beschleunigen. Am Ende dieses Abbauprozesses stehen starke Schmerzen bei der Bewegung des Hüftgelenks sowie zunehmende Bewegungseinschränkungen.

Hüftgelenk-OP als letzte Behandlungsoption

Starke Hüftgelenkschmerzen lassen sich in der Regel eine Zeit lang mithilfe von schmerzlindernden Medikamenten kontrollieren. Auch Physiotherapie und alternative Heilverfahren, wie beispielsweise die Akupunktur, helfen in erster Linie dabei, Schmerzen zu lindern.

Wirken solche konservativen Therapien jedoch nicht mehr, steigt der Leidensdruck der Patienten und die Lebensqualität wird in der Regel stark eingeschränkt sein. Dies ist meist der Zeitpunkt, an dem Ihr behandelnder Arzt eine Operation mit dem Ziel des Gelenkersatzes (Endoprothese) ansprechen wird.

Zur Durchführung einer solchen Hüft-OP stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. In vergangenen Jahren gewann insbesondere die oft als schonender bezeichnete minimal-invasive Hüft-OP bei Patienten an Beliebtheit und wird auch immer öfter nachgefragt. Daneben bleibt aber ebenso die weniger invasive, konventionelle Hüftgelenk-OP verbreitet. Darüber hinaus gibt es für die minimal-invasive Hüftchirurgie bestimmte Leitlinien-gerechte Anforderungen, nach denen nicht jeder Patient mit fortgeschrittener Coxarthrose auch für das minimal-invasive Operationsverfahren geeignet ist.

Welche Patienten sollen eine Hüftgelenk-OP erhalten?

Die erste Frage – noch bevor darüber entschieden wird, ob konventionell oder minimal-invasiv operiert wird – ist: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine Hüft-OP als letzte verbliebene Therapieoption ins Auge zu fassen?

Gemäß aktueller Leitlinie sind Sie für eine Operation geeignet, wenn:

  • ein erheblicher Strukturschaden im Hüftgelenk vorliegt (Coxarthrose mindestens Kellgren/Lawrence Grad 3 oder Hüftkopfnekrose mindestens ARCO III c),
  • konservative Behandlungsversuche (Schmerzmittel, Bewegungstherapie, Gewichtsreduktion) nach einer mindestens dreimonatigen Phase zu keiner ausreichenden Verbesserung geführt haben,
  • trotz konservativer Therapiemaßnahmen ein hoher Leidensdruck besteht, der sich in hüftbezogenen Beschwerden, Bewegungseinschränkungen sowie in einer verringerten gesundheitsbezogenen Lebensqualität äußert.

Wer kann keine Hüft-OP bekommen?

Zu den sogenannten Kontraindikationen der Hüft-OP zählen gemäß Leitlinie wiederum:

  • aktive Infektionen und Entzündungen,
  • akute oder chronische Begleiterkrankungen mit höherem Sterblichkeitsrisiko,
  • sowie ein Body-Mass-Index (BMI) von > 40.

Im Zusammenhang mit diesen Faktoren besteht ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen und Komplikationen nach der OP, sodass Ärzte Ihnen in diesen Fällen keine Hüft-OP anbieten werden.

Was sind Vorteile der minimal-invasive Hüft-OP und für wen kommt diese infrage?

Minimal-invasive Operationsverfahren bieten entscheidende Vorteile gegenüber konventionellen Zugangstechniken. So ist die Eintrittswunde während der Operation sehr viel kleiner, was das Infektionsrisiko reduziert und auch die Heilung beschleunigt. Ebenso wird die Muskulatur nicht geschädigt, was eine schnellere Mobilisierung der Patienten nach dem Eingriff ermöglicht. Physiotherapeutische Maßnahmen können meist bereits direkt nach einer minimal-invasiven Hüft-OP beginnen.

Besonders geeignet ist das Verfahren dieser „Schlüsselloch-OP“ für jüngere, noch berufstätige Patienten an und ebenso für ältere Menschen, die schneller wieder mobil sein möchten.

Wer ist für die minimal-invasive Hüft-OP weniger geeignet?

Allerdings eignet sich die minimal-invasive Hüftgelenk-Operation nicht für jeden Patienten. Einige komplexe Voroperationen, die Wahl der Endoprothese, die Art der Verankerung im Knochen sowie das Ausmaß des Schadens im Hüftgelenk bestimmen die Art des operativen Eingriffs. 

Weniger geeignet ist die minimal-invasive Hüft-OP vor allem bei Patienten mit:

  • Voroperationen am Hüftgelenk,
  • Knochendeformitäten,
  • Vernarbungen im Bereich des Operationsgebietes,
  • aber ebenso bei extremem Übergewicht.

Was passiert bei einer minimal-invasiven Hüftgelenk-OP?

Die minimal-invasive Hüft-OP wird unter Narkose durchgeführt. Anders als bei der konventionellen Hüftgelenk-OP sucht der Chirurg bei der minimal-invasiven Hüft-OP nach einem Weg durch die Haut und zwischen den Muskeln hindurch zum Hüftgelenk. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass beim minimal-invasiven Operationsansatz eben keine Muskelstränge durchtrennt werden müssen und so das Muskeltrauma für den Patienten klein bleibt.

Stattdessen werden die im Weg befindlichen Muskeln, Sehnen und Nervenbahnen so weit wie möglich zur Seite geschoben, um das Hüftgelenk zu erreichen. Über den kleinen Hautschnitt wird das Gelenk dargestellt. Nach der Durchtrennung des Schenkelhalses und Entfernung des verschlissenen Hüftkopfes werden dann die Hüftpfanne als auch der Oberschenkelknochen so bearbeitet, dass ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt werden kann.. Dazu werden Gelenkpfanne und Schaft implantiert. Diese bestehen bei unzementierten Implantaten in der Regel aus Titan. Bei den Gleitpaarungen - den Anteilen des Gelenkes, die sich gegeneinander bewegen – kann man in der Pfanne neben Keramik auch Polyethylen wählen. Der Hüftkopf ist heutzutage meist aus Keramik.

Nach einem kurzen Funktionstest zur Beweglichkeit des künstlichen Hüftgelenks wird die Wunde gespült und vernäht.

Prognose nach minimal-invasiver Hüft-OP

Die Operation verläuft in der Regel an speziellen Zentren für Orthopädie und Hüftgelenkschirurgie meist ohne größere Komplikationen. Bereits am Tag nach dem Eingriff können und sollen die Patienten wieder mit einer Bewegungstherapie beginnen.

Nach etwa zwei bis drei Tagen ist das selbständige Gehen mittels Gehhilfen möglich. Insgesamt vier bis sechs Wochen müssen diese Gehhilfen zur Unterstützung verwendet werden. Eine frühzeitige und gute stationäre oder ambulante Rehabilitation beeinflusst zudem entscheidend den Erfolg der minimal-invasiven Hüft-OP. 

Quellen

bvou.net/leitlinie-unterstuetzt-bei-indikationsstellung-zur-hueft-endoprothese

deutsches-zentrum-fuer-orthopaedie.de/huefte/minimal-invasive-operationsmethoden

internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/hueftprothese-minimalinvasiv-oder-klassisch-implantieren.html

S3-Leitlinie „Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose“, AWMF-Register-Nr. 187-001, Version: 1.0 (24.03.2021)

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