Minimal invasive Hüft OP: Minimal-invasive Operation und schonender Hüftgelenkersatz mittels neuer Operationstechnik in der Hüftchirurgie

Früher bedeutete eine Hüftoperation oft einen langen Schnitt und eine wochenlange Genesungszeit. Heute hat sich in der Orthopädie vieles geändert: Die minimalinvasive Hüft-OP, oft als Schlüssellochtechnik bezeichnet, ermöglicht eine besonders gewebeschonende Implantation der Hüftprothese. Bei diesem chirurgischen Eingriff in der Regel wird kein Muskel mehr durchtrennt, sondern die natürliche Lücke zwischen den Muskeln genutzt. Dieser Zugang zum Hüftgelenk schont Nerven, Gefäße und Weichteilgewebe, was zu weniger Schmerzen und einer schnelleren Wundheilung führt. Ob ein anteriore Zugang (von vorne) oder ein lateraler Zugang (von der Seite) gewählt wird, hängt vom Operateur und der individuellen Anatomie ab.

Empfohlene Spezialisten für eine minimal-invasive Hüft-OP

Kurzübersicht:

Eine minimalinvasive Operation an der Hüfte ist eine moderne Operationsmethode, bei der die Hüftendoprothese über einen kleinen Hautschnitt implantiert wird. Im Gegensatz zu herkömmlich invasiven Verfahren werden hierbei Muskeln und Sehnen lediglich zur Seite geschoben und nicht vom Knochen abgelöst oder durchtrennt. Dies macht den Eingriff muskelschonend und führt zu weniger Blutverlust und Narbenbildung. Gängige Verfahren sind der vordere (anterior) Zugang, oft als AMIS-Methode bezeichnet, oder der minimal-invasive seitliche Zugang. Ziel ist eine schnelle und problemlose Einheilung der Prothese sowie eine sofortige Mobilisation des Patienten, oft bereits am Operationstag. Diese Technik eignet sich besonders bei Hüftarthrose (Coxarthrose), um die Beweglichkeit rasch wiederherzustellen.

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Minimal-invasive Hüftchirurgie - Weitere Informationen

Was ist eine minimal-invasive Operation?

Traditionell erfolgten Hüft-Operationen bis vor einigen Jahren zumeist über recht große Hautschnitte seitlich oder hinten am Hüftgelenk. Der große Nachteil dieser Techniken besteht in der Notwendigkeit von Verletzung oder Schädigung von Weichteilstrukturen und Muskulatur. Nicht selten kam es zu Blutungen oder Wundheilungsstörungen im Operationsgebiet. 

Minimal-invasive Operationen an der Hüfte haben sich über die vergangenen zehn Jahre stetig weiterentwickelt und sind insbesondere durch eine kleine Schnittführung und die vollständige Schonung der so wichtigen Muskelstrukturen charakterisiert. 

Die am meisten verwendete minimal-invasive Technik am Hüftgelenk ist die sogenannte Hüftspiegelung bzw. Hüftarthroskopie. Man spricht hierbei auch von einer Schlüssellochtechnik unter Zuhilfenahme einer Kamera. Über einen kleinen Hautschnitt führen die Chirurgen endoskopische Sonden und Operationsbestecke ein. An der Spitze des Endoskops befindet sich eine Lichtquelle. Das Bild der Kamera wird live und vergrößert auf einen Monitor übertragen.

Dabei kann beispielsweise überschüssiger Knochen entfernt werden oder Verletzungen der Gelenklippe behandelt werden. Das Einbringen eines künstlichen Hüftgelenkes ist jedoch über die Schlüssellochtechnik so nicht möglich. Dennoch haben sich in der modernen Endoprothetik ebenfalls besonders weichteil-schonende Verfahren entwickelt. 

Minimal-invasive Zugänge beim Gelenkersatz am Hüftgelenk finden heute, im Gegensatz zu früher, zumeist von vorne (AMIS) oder von vorne-seitlich (ALMIS) statt. Hier finden sich sogenannte Muskellücken oder Intervalle. Die Muskulatur wird nicht mehr durchtrennt oder beschädigt um Zugang und Sicht zum Gelenk zu erhalten, sondern spezielle Haken werden genutzt, um die Muskulatur zur Seite zu drängen. So lässt sich über einen kleinen Hautschnitt und ohne Muskeltrauma gewebeschonend operieren.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass der große Schnitt wegfällt und die Operationswunde deutlich kleiner ist. Die Muskulatur wird nicht geschädigt. Das bedeutet

  • weniger Schmerzen für den Patienten,
  • eine schnellere Heilung und
  • ein geringeres Infektionsrisiko.

Nach einer minimal-invasiven OP kann der Patient meist direkt nach dem Eingriff mobilisiert werden, schon früh selbstständig aufstehen und rasch mit einer Physiotherapie beginnen.

Besonders geeignet ist eine minimal-invasiv durchgeführte OP für

  • jüngere, noch berufstätige Patienten und
  • ältere Menschen, die schneller wieder mobil sein möchten.

In diesen Techniken spezialisierte Chirurgen operieren heute nahezu alle Patienten über minimal-invasive Zugänge.

Minimalinvasive Operation und Zugang bei der Hüft-OP: Schnelle Mobilisation nach der Hüftoperation durch minimalinvasive Hüftoperationen

Was sind die generellen Gründe für eine Hüft-OP?

Die häufigste Ursache für Schäden am Hüftgelenk sind altersbedingte Verschleißerscheinungen: Ab etwa dem 30. Lebensjahr nutzt sich das Hüftgelenk immer stärker ab. Bei der sogenannten Hüftarthrose (Coxarthrose) kommt es zum starken Verschleiß der dünnen Gelenkknorpelschichten im Hüftgelenk.

Dieser Verschleißprozess beschleunigt sich durch

  • Sportschäden,
  • Unfälle,
  • Haltungsschäden sowie
  • Überbelastungen der Gelenke.

Am Ende dieses Abbauprozesses stehen starke Schmerzen bei der Bewegung sowie zunehmende Bewegungseinschränkungen.

Hüftarthrose
Hüftarthrose gehört zu den häufigsten Gründen für eine minimal-invasive Hüft-OP © Henrie | AdobeStock

Starke Hüftgelenkschmerzen lassen sich in der Regel eine Zeit lang mithilfe von schmerzlindernden Medikamenten kontrollieren. Auch Physiotherapie und alternative Heilverfahren, wie beispielsweise die Akupunktur, helfen in erster Linie dabei, Schmerzen zu lindern.

Wirken solche konservativen Therapien jedoch nicht mehr, steigt der Leidensdruck der Patienten. Dann sollte auch der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks (Hüft-Endoprothese, Hüft-TEP) erwogen werden.

Für wen eignet sich ein künstliches Hüftgelenk?

Gemäß aktueller Leitlinie sind Sie für eine Operation zum Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks geeignet, wenn:

  • ein erheblicher Strukturschaden im Hüftgelenk vorliegt (Coxarthrose mindestens Kellgren/Lawrence Grad 3 oder Hüftkopfnekrose mindestens ARCO III c),
  • konservative Behandlungsversuche (Schmerzmittel, Bewegungstherapie, Gewichtsreduktion) nach einer mindestens dreimonatigen Phase zu keiner ausreichenden Verbesserung geführt haben,
  • trotz konservativer Therapiemaßnahmen ein hoher Leidensdruck besteht, der sich in hüftbezogenen Beschwerden, Bewegungseinschränkungen sowie in einer verringerten gesundheitsbezogenen Lebensqualität äußert.

Kontraindikationen, also Gründe, die gegen eine OP sprechen, sind gemäß Leitlinien:

  • aktive Infektionen und Entzündungen,
  • akute oder chronische Begleiterkrankungen mit höherem Sterblichkeitsrisiko,
  • sowie ein Body-Mass-Index (BMI) von > 40.

Im Zusammenhang mit diesen Faktoren besteht ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen und Komplikationen nach der OP. Die Ärzte lehnen dann eine OP ggf. zunächst ab und beraten hinsichtlich einer Gewichtsreduktion. Das gleiche gilt für die minimal-invasive Methode.

In den vergangenen Jahren gewann die minimal-invasive Hüft-OP bei Patienten an Beliebtheit und wird auch immer öfter nachgefragt.

Allerdings eignet sich die minimal-invasive Hüftgelenk-Operation nicht für jeden Patienten. Ob eine minimal-invasive Hüft-OP infrage kommt, hängt

  • vom gesundheitlichen Zustand des Patienten,
  • von der Art der Verankerung der Endoprothese im Knochen und
  • dem Ausmaß des Schadens im Hüftgelenk

ab. 

Weniger geeignet ist die minimal-invasive Hüft-OP vor allem bei Patienten mit

  • Voroperationen am Hüftgelenk,
  • Knochendeformitäten,
  • Vernarbungen im Bereich des Operationsgebietes,
  • extremem Übergewicht.

Was ist eine minimalinvasive Operation in der Hüftchirurgie?

Traditionell erfolgten Eingriffe in der Hüftchirurgie über recht große Hautschnitte, bei denen Muskulatur abgelöst werden musste. Eine minimalinvasive Operation an der Hüfte hingegen zeichnet sich durch das maximale Schonen von Weichteilgewebe aus. Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt durch natürliche Muskellücken. Das bedeutet, dass der Operateur die Muskelgruppen mit speziellen Haken zur Seite hält, anstatt sie zu durchtrennen. Durch diese muskelschonende Vorgehensweise bleiben die für die Stabilität wichtigen Muskeln und Sehnen intakt. Die Länge des Hautschnitts beträgt dabei oft nur wenige Zentimeter, was die Narbenbildung reduziert und die Wundheilung begünstigt. Diese Gewebeschonung ist der Hauptgrund, warum Patienten postoperativ weniger Schmerzen haben und die Klinik oft schneller verlassen können.

Welche Zugangswege gibt es zum Hüftgelenk?

In der modernen Orthopädie und Unfallchirurgie haben sich verschiedene minimal-invasive Zugänge etabliert. Der vordere Zugang, auch anterior genannt, nutzt eine natürliche Lücke an der Vorderseite des Oberschenkels. Bekannt ist hierbei die AMIS-Methode. Dieser Zugangsweg gilt als besonders schonend, da keine Muskeln vom Knochen abgelöst werden müssen. Alternativ gibt es den anterolateralen Zugang, also von vorne-seitlich, oder den rein lateralen Zugang von der Seite. Welcher Zugang zum Hüftgelenk gewählt wird, hängt oft von der Erfahrung des Operateurs und der individuellen Anatomie des Patienten ab. Spezialisten wie Nogler oder Thaler haben diese Operationstechniken maßgeblich weiterentwickelt, um die Implantation der Hüftprothese so sicher wie möglich zu machen.

Einsatz einer minimalinvasiven Hüftprothese: Behandlung der Hüfte in der Klinik

Ablauf: Wie wird der Eingriff minimal-invasiv durchgeführt?

Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose oder einer rückenmarksnahen Betäubung. Nach dem Hautschnitt präpariert der Chirurg den Weg zur Hüftpfanne durch die Muskellücken. Der durch Arthrose geschädigte Hüftkopf wird entfernt und die Gelenkpfanne für die Aufnahme der künstlichen Hüftpfanne vorbereitet. Anschließend wird der Schaft der Hüftprothese in den Oberschenkelknochen eingebracht. Da das Weichteilgewebe geschont wird, ist die Sicht auf das Gelenk oft eingeschränkt, weshalb diese Operationstechnik viel Erfahrung erfordert. Nach dem Aufsetzen des Prothesenkopfes und der Reposition des Gelenks erfolgt der Wundverschluss mittels Hautnaht. Die Operation dauert in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten.

Vorteile: Weniger Schmerzen und schnelle Mobilisation

Der größte Vorteil der minimalinvasiven Hüftoperationen ist die deutlich schnellere Rehabilitation. Da die stabilisierende Muskulatur intakt bleibt, können Patienten oft bereits am Operationstag aufstehen und das Bein belasten. Dies fördert die schnelle und problemlose Einheilung und senkt das Risiko für Thrombosen. Zudem ist der Blutverlust geringer, was die Kreislaufbelastung reduziert. Patienten berichten über weniger postoperative Schmerzen und benötigen geringere Mengen an Schmerzmitteln. Die Genesungszeit, auch Recovery genannt, ist im Vergleich zu herkömmlich operierten Patienten oft um Wochen verkürzt. Auch das kosmetische Ergebnis ist durch den kleinen Hautschnitt und die geringere Narbenbildung oft besser.

Vorbereitung und Narkose: Der Weg in den OP

Vor dem eigentlichen Eingriff erfolgt in der Klinik eine präzise Planung. Mittels digitaler Röntgenbilder bestimmt der Operateur bereits im Vorfeld die Größe und Position der geplanten Hüftprothese. Die minimalinvasive Hüftoperation kann in verschiedenen Narkoseformen durchgeführt werden. Häufig wird eine Vollnarkose gewählt, doch auch eine rückenmarksnahe Regionalanästhesie (Spinalanästhesie) ist möglich, bei der der Patient wach bleibt, aber ab der Taille abwärts schmerzfrei ist. Die Lagerung des Patienten auf dem Operationstisch ist entscheidend. Je nach gewählter Operationstechnik, etwa beim anterioren Zugang, liegt der Patient in Rückenlage auf einem speziellen Extensionstisch, der es erlaubt, das Bein während der Operation so zu bewegen, dass das Gelenk optimal zugänglich ist, ohne Muskeln zu dehnen oder zu reißen.

Der Zugang: Warum die Muskellücke entscheidend ist

Der Kernbegriff minimalinvasiv bezieht sich nicht nur auf die Länge des Hautschnitts, sondern primär auf den Umgang mit der Muskulatur unter der Haut. Bei herkömmlichen Methoden mussten oft Teile der Gesäßmuskulatur abgelöst werden, um an das Gelenk zu gelangen. Bei der minimal-invasiven Technik sucht der Chirurg eine natürliche Lücke zwischen den Muskeln. Beim vorderen Zugang liegt diese beispielsweise zwischen dem Musculus tensor fasciae latae und dem Sartorius-Muskel. Durch diese Lücke werden spezielle Haken und Retraktoren eingesetzt, die das Gewebe sanft zur Seite halten. So entsteht ein Tunnel direkt zur Gelenkkapsel. Da kein Muskel durchtrennt wird, entfällt die Notwendigkeit einer aufwendigen Sehnennaht am Ende der OP, und die Kraft des Beines bleibt postoperativ sofort erhalten.

Detaillierter Ablauf der Operation

Der eigentliche chirurgische Eingriff dauert in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten und folgt einem standardisierten Ablauf:

1. Hautschnitt und Darstellung Der Operateur setzt einen etwa 6 bis 10 Zentimeter langen Hautschnitt, meist an der Vorderseite oder seitlich am Oberschenkel. Nach Durchtrennung der Unterhaut und der Faszie wird die Muskulatur stumpf zur Seite geschoben, um die Gelenkkapsel freizulegen.

2. Entfernung des Hüftkopfes Die Gelenkkapsel wird eröffnet. Um Platz für die Prothese zu schaffen, wird der durch Arthrose verschlissene Hüftkopf am Schenkelhals mit einer elektrischen Säge abgetrennt und entnommen. Dies ist oft der schwierigste Teil, da der Platz begrenzt ist.

3. Vorbereitung der Pfanne Nun hat der Chirurg freien Blick auf die Gelenkpfanne im Beckenknochen. Reste des Knorpels und degeneratives Gewebe werden entfernt. Mit speziellen Fräsen wird die Pfanne halbkugelförmig aufgefräst, bis der Knochen vital und gut durchblutet ist. Dies sichert das spätere Anwachsen der künstlichen Hüftpfanne.

4. Implantation der Komponenten In das vorbereitete Lager wird die künstliche Pfanne, meist aus Titan, eingepresst (Press-Fit-Verfahren) oder seltener eingeschraubt. In diese Metallschale wird ein Inlay aus Keramik oder hochvernetztem Polyethylen eingesetzt, das als Gleitfläche dient. Anschließend wird der Oberschenkelknochen vorbereitet. Mit Raspeln wird der Markraum des Oberschenkels so geformt, dass er den Prothesenschaft aufnehmen kann. Der Schaft wird eingeschlagen und mit einem passenden Prothesenkopf versehen.

5. Reposition und Funktionsprüfung Bevor die Wunde verschlossen wird, renkt der Arzt das Gelenk wieder ein (Reposition) und prüft die Stabilität und Beweglichkeit. Auch die Beinlänge wird kontrolliert und bei Bedarf durch Anpassung der Kopfgröße korrigiert. Erst wenn das Gelenk in allen Positionen stabil läuft und nicht luxiert, wird die definitive Prothese final fixiert.

6. Wundverschluss Da keine Muskeln genäht werden müssen, werden lediglich die Faszienhülle und das Unterhautfettgewebe vernäht. Der Hautverschluss erfolgt meist mit einer resorbierbaren Naht oder Hautklammern. Oft wird auf eine Drainage verzichtet, um den Blutverlust gering zu halten.

Implantate und Materialien

Bei einer minimalinvasiven Hüft-OP kommen moderne Hochleistungsmaterialien zum Einsatz. Die Verankerung erfolgt meist zementfrei, wobei die raue Oberfläche der Titanimplantate wie ein Klettverschluss mit dem Knochen verwächst. Bei älteren Patienten mit schlechter Knochenqualität (Osteoporose) kann der Schaft auch zementiert werden, um sofortige Stabilität zu gewährleisten. Die Gleitpaarung, also die Verbindung zwischen Kopf und Pfanne, besteht heute oft aus Keramik-Keramik oder Keramik-Polyethylen, da diese Materialien extrem abriebfest und langlebig sind.

Nachbehandlung und Rehabilitation

Der große Vorteil der gewebeschonenden Methode zeigt sich in der Nachbehandlung. Da die muskuläre Führung des Gelenks intakt ist, dürfen Patienten in der Regel sofort nach dem Erwachen aus der Narkose oder am selben Abend aufstehen (Vollbelastung). Unter Anleitung der Physiotherapie werden die ersten Schritte geübt. Das Treppensteigen ist oft schon nach wenigen Tagen möglich. Der stationäre Aufenthalt in der Klinik beträgt meist nur 3 bis 5 Tage. Eine anschließende Rehabilitation, ambulant oder stationär, festigt den Muskelaufbau und optimiert das Gangbild. Da der Schnitt klein ist, ist auch die Wundheilung meist unkompliziert, und die Fäden können nach etwa 12 bis 14 Tagen entfernt werden.

FAQ: Die 8 wichtigsten Fragen zur minimal-invasiven Hüft-OP

Was bedeutet minimal-invasiv bei der Hüft-OP?

Minimalinvasiv heißt in der Hüftchirurgie, dass der Zugang zum Hüftgelenk so gewählt wird, dass das Weichteilgewebe maximal geschont wird. Der Hautschnitt ist mit ca. 8 bis 10 cm deutlich kleiner als bei klassischen Methoden. Entscheidender ist jedoch, dass der Operateur eine natürliche Lücke zwischen den Muskelgruppen nutzt. So muss kein Muskel durchtrennt oder vom Knochen abgelöst werden, was die postoperative Stabilität und Kraft der Hüfte erhält.

Welche Vorteile hat die minimal-invasive Technik?

Die Vorteile sind vielfältig: Da das Gewebe geschont wird, haben Patienten postoperativ weniger Schmerzen und benötigen weniger Schmerzmittel. Der Blutverlust ist geringer, und die Narbenbildung ist unauffälliger. Da die Muskulatur intakt bleibt, ist eine schnellere Rehabilitation möglich. Viele Patienten können das Bein bereits am Operationstag voll belasten und verlassen die Klinik oft schon nach wenigen Tagen. Die Gefahr, dass die Prothese auskugelt (Luxation), ist zudem verringert.

Welche Zugangswege gibt es?

Es gibt verschiedene minimal-invasive Operationstechniken. Am verbreitetsten ist der vordere Zugang (Direct Anterior Approach, DAA), bei dem der Schnitt an der Vorderseite des Oberschenkels erfolgt. Eine Variante ist die AMIS-Methode (Anterior Minimally Invasive Surgery). Auch der anterolaterale (vorne-seitlich) Zugang ist möglich. Welcher Zugangsweg gewählt wird, hängt von der Erfahrung des Chirurgen und den anatomischen Gegebenheiten des Patienten ab. Pioniere wie Nogler oder Thaler haben diese Techniken maßgeblich weiterentwickelt.

Wie lange dauert die Genesung?

Dank der weichteilschonenden Operationstechnik (Tissue Sparing Arthroplasty) ist die Genesungszeit (Recovery) meist deutlich verkürzt. Die Mobilisation beginnt oft schon wenige Stunden nach dem Eingriff unter Anleitung der Physiotherapie. Die meisten Patienten können nach etwa 3 bis 6 Wochen wieder ohne Gehhilfen laufen. Bis zur vollen Sportfähigkeit vergehen in der Regel 3 bis 6 Monate, abhängig vom individuellen Heilungsverlauf.

Für wen ist die Methode geeignet?

Grundsätzlich ist die minimal-invasive Hüftoperation für fast alle Patienten mit Hüftarthrose geeignet, die einen Hüftgelenkersatz benötigen. Einschränkungen kann es bei starkem Übergewicht oder sehr muskulösen Patienten geben, da hier die Sicht auf das Gelenk erschwert sein kann. Auch bei komplexen Wechseloperationen oder starken Fehlbildungen greift der Orthopäde manchmal auf herkömmliche Zugänge zurück, um eine sichere Implantation zu gewährleisten.

Wie läuft die Operation ab?

Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose. Nach dem Hautschnitt präpariert der Chirurg den Weg zur Gelenkpfanne durch die Muskellücken. Der erkrankte Hüftkopf wird entfernt, die Hüftpfanne aufgefräst und die neue Pfanne eingesetzt. Anschließend wird der Schaft in den Oberschenkelknochen eingebracht und der Prothesenkopf aufgesetzt. Nach Prüfung der Beweglichkeit und Beinlänge erfolgt die Hautnaht.

Gibt es Risiken bei diesem Verfahren?

Wie bei jedem chirurgisch operativen Eingriff gibt es allgemeine Risiken wie Infektionen, Thrombosen oder Blutungen. Spezifisch für den minimal-invasiven vorderen Zugang ist das Risiko einer Reizung des Hautnervs am Oberschenkel, was zu einem tauben Gefühl führen kann, sich aber meist zurückbildet. Weichteilschäden an Gefäße und Nerven sind selten, da besonders schonend operiert wird. Ein erfahrenes Team in einer spezialisierten Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie minimiert diese Risiken.

Was ist nach der OP zu beachten?

In der ersten Zeit nach der Hüft-OP sollten extreme Bewegungen vermieden werden, um die problemlose Einheilung der Hüftprothese zu sichern. Eine anschließende Rehabilitationsmaßnahme, ambulant oder stationär, hilft, die Muskulatur wieder aufzubauen und das Gangbild zu normalisieren. Regelmäßige Kontrollen beim Facharzt sichern das langfristig gute Operationsergebnis.

Quellen

  • bvou.net/leitlinie-unterstuetzt-bei-indikationsstellung-zur-hueft-endoprothese
  • deutsches-zentrum-fuer-orthopaedie.de/huefte/minimal-invasive-operationsmethoden
  • internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/hueftprothese-minimalinvasiv-oder-klassisch-implantieren.html
  • S3-Leitlinie „Evidenz- und konsensbasierte Indikationskriterien zur Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose“, AWMF-Register-Nr. 187-001, Version: 1.0 (24.03.2021)