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Rückenmarkstumor, Tumor des Rückenmarks, Rückenmarkstumoren und mikrochirurgische Therapie im Bereich des Rückenmarks

09.01.2026
Dr. med.  Erik Fritzsche
Medizinischer Fachautor

Ein Rückenmarkstumor ist eine seltene, aber klinisch relevante Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der es zu einer Tumorbildung im oder am Rückenmark kommt. Solche Tumoren können gutartig oder bösartig sein und das Rückenmark durch ihr Wachstum komprimieren. Je nach Lage im Bereich des Rückenmarks entstehen neurologische Symptome wie Lähmung, Sensibilitätsstörungen oder Rückenschmerzen.

Rückenmarkstumoren treten sowohl primär als Neubildung als auch sekundär durch Metastasen anderer Tumoren auf. Die Nähe zur Wirbelsäule und zu sensiblen Nervenstrukturen macht die Erkrankung medizinisch besonders anspruchsvoll. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für Prognose und Therapie.

ICD-Codes für diese Krankheit: C72

Kurzübersicht:

Ein Rückenmarkstumor ist eine tumoröse Wucherung im Bereich des Rückenmarks oder der angrenzenden Strukturen. Die Symptome reichen von Rückenschmerzen bis zu neurologischen Ausfällen. Diagnostik erfolgt meist mittels MRT und neurologischer Untersuchung. Die Behandlung von Rückenmarkstumoren ist häufig chirurgisch und erfolgt interdisziplinär.

Artikelübersicht

Definition: Rückenmarkstumore

Rückenmarkstumore liegen inmitten der Nervenzellen und führen dort zu Veränderungen. Dabei wird unterschieden zwischen

  • Tumoren, die vom Rückenmark ausgehen und
  • Tumoren, die von außen auf das Rückenmark drücken.

Der Anteil der Rückenmarkstumore liegt bei 2 bis 4 Prozent aller Tumoren des Nervensystems. Das Auftreten liegt bei 1/100.000 Einwohner. Diese seltenen Tumoren sind zu 95 Prozent gutartig. Das bedeutet, sie streuen nicht in den Körper und sind damit nicht lebensbedrohlich.

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Welche Rückenmarkstumore gibt es?

Es werden Rückenmarkstumore, die von den Nervenzellen des Rückenmarks oder von den Blutgefäßen im Rückenmark ausgehen, unterschieden.

Die häufigsten Rückenmarkstumore sind die sogenannten Ependymome. Diese Rückenmarkstumore kommen aus den Wandzellen des Zentralkanales im Rückenmark und verdrängen die Nervenzellen. Nur sehr wenige dieser Rückenmarkstumore werden bösartig und streuen in den übrigen Körper.

Die häufigsten Gefäßtumoren sind die Kavernome. Sie können im gesamten Rückenmark sitzen und durch akute Einblutungen symptomatisch werden.

Welche Beschwerden verursacht ein Rückenmarkstumor?

Die Gefäßtumoren verursachen ganz akut Beschwerden im Rücken, die plötzlich auftreten. Sehr häufig gehen sie mit neurologischen Ausfällen, wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen, einher.

Die Tumoren der Nervenzellen wachsen langsam und verursachen im Verlauf immer mehr Beschwerden, wie

  • Rückenschmerzen,
  • Lähmungen und
  • Gefühlsstörungen.

Ein typisches Symptom gibt es nicht, so dass viele Rückenmarkstumore erst verzögert erkannt werden.

Darstellung von Wirbelkörpern und Rückenmark
Das Rückenmark (hier: gelb) befindet sich im Wirbelkanal, der von den einzelnen Wirbelkörpern gebildet wird © hooyah808 | AdobeStock

Die Diagnose eines Rückenmarkstumors

Unter anderem sollte eine Kernspintomographie (MRT) Aufschluss über die Art der Raumforderung und die Ausdehnung im Rückenmark geben.

Wichtig ist, dass der Arzt als Ursachen der Beschwerden folgende Erkrankungen ausgeschlossen hat:

Aortenaneurysma
Erkrankungen wie ein Bauchaortenaneurysma können ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Rückenmarkstumor © bilderzwerg | AdobeStock

Welche Behandlungswege sind bei Rückenmarkstumoren möglich?

Als erste Maßnahme ist bei einem Rückenmarkstumor eine konservative Therapie angezeigt. Im Wesentlichen bedeutet dieses eine medikamentöse Schmerzbehandlung. Eine schnelle Diagnostik ist dann hilfreich.

Andere Maßnahmen bringen nur wenig Besserung. Sobald ein Rückenmarkstumor Beschwerden macht und erkannt wurde, sollte über eine operative Entfernung nachgedacht werden.

Bei einem Rückenmarkstumor wird vorranging eine operative Therapie angewandt, wenn Lähmungen und/oder Gefühlsstörungen aufgetreten sind. Die Beschwerden sind häufig sehr ausgeprägt und führen zu einer teilweisen oder kompletten Lähmung des Patienten.

Die Operationstechnik hängt vom Ausmaß und der Lage des Rückenmarkstumors ab. Meist wird eine Entfernung von der Rückseite aus mit einer Stabilisierung der Wirbelsäule durchgeführt.

Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt, die Wirbelsäule eröffnet, das Rückenmark freigelegt und unter Überwachung der Leitung der Nerven operiert (Monitoring).

Ist eine operative Entfernung nicht möglich, kommt Strahlentherapie zum Einsatz.

Welche Nachsorge ist nach der der Operation eines Rückenmarktumors erforderlich?

Nach einer durchgeführten Operation zur Entlastung des Rückenmarkes sollte eine schnelle Mobilisation erfolgen. Hierzu ist die begleitende Physiotherapie sinnvoll. Im weiteren Verlauf sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen und eine Bildgebung veranlasst werden.

FAQ zum Rückenmarkstumor

Was ist ein Rückenmarkstumor?

Ein Rückenmarkstumor ist eine Neubildung von Gewebe im oder nahe dem Rückenmark. Diese Tumoren können gutartig oder bösartig sein und innerhalb oder außerhalb des Rückenmarks wachsen. Je nach Lokalisation verursachen sie unterschiedliche Symptome.

Welche Symptome verursacht ein Tumor des Rückenmarks?

Typische Symptome eines Rückenmarkstumors sind Rückenschmerzen, neurologische Ausfälle, Lähmung oder Sensibilitätsstörungen in Armen oder Beinen. Auch Blasen- oder Darmstörungen können auftreten. Die Symptome entstehen meist durch Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzeln.

Wie wird ein Rückenmarkstumor diagnostiziert?

Die Diagnose eines Rückenmarkstumors erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT. Häufig wird Kontrastmittel eingesetzt, um Lage und Ausdehnung des Tumors besser zu beurteilen. Eine genaue Diagnose der Rückenmarksneubildung ist entscheidend für die Therapieplanung.

Welche Arten von Rückenmarkstumoren gibt es?

Es gibt intramedulläre Tumoren wie Ependymome und Astrozytome, die innerhalb des Rückenmarks wachsen, sowie Tumoren außerhalb des Rückenmarks, etwa Meningeome. Metastasen anderer Krebserkrankungen gehören ebenfalls zu den häufigen Rückenmarkstumoren. Die Art des Tumors beeinflusst die Prognose.

Wie wird ein Rückenmarkstumor behandelt?

Die Behandlung von Rückenmarkstumoren erfolgt häufig chirurgisch durch einen mikrochirurgischen Eingriff. Ziel ist die möglichst vollständige Entfernung des Tumors unter Schonung des umliegenden Gewebes. Ergänzend können Strahlentherapie oder Chemotherapie eingesetzt werden, abhängig von Art, Lage und Bösartigkeit des Tumors.

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